Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Ein Sportplatz, der keiner mehr ist
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Sportplatz, der keiner mehr ist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:43 06.09.2018
Der Golzower Schulsportplatz darf in diesem Zustand ab dem Schuljahr 2019/20 nicht mehr genutzt werden. Eine Alternative muss her.
Der Golzower Schulsportplatz darf in diesem Zustand ab dem Schuljahr 2019/20 nicht mehr genutzt werden. Eine Alternative muss her. Quelle: Frank Bürstenbinder
Anzeige
Golzow

 Die Turnhalle ist saniert. Ein Klassenzimmer nach dem anderen wird auf Vordermann gebracht. Brandschutz ist ein großes Thema. Ein Fahrstuhl ist geplant. Die Gemeinde Golzow gibt derzeit viel Geld für ihren jahrelang vernachlässigten Grundschulstandort aus. Nur um den Sportplatz ist es schlecht bestellt. Die Sacherverständigenorganisation Dekra hat dem Schulträger jetzt ein Ultimatum gestellt.

Lange Mängelliste

Nur noch für eine Übergangszeit bis zum nächsten Schuljahr 2019/20 darf das kaum noch als Sportplatz zu erkennende Gelände hinter der Schule für den Unterricht genutzt werden. Die Mängelliste ist einfach zu lang. Auffällig ist insbesondere der abgewetzte Zustand der ehemaligen Aschenbahn. Die Lauffläche wächst langsam zu. Von der Deckschicht ist nichts mehr vorhanden. Dafür kommt das Schotterbett ans Tageslicht.

Laut Schulleiterin Cornelia Brand gab es in der Vergangenheit schon mindestens zwei Unfälle, bei denen sich Kinder starke Abschürfungen zugetragen haben. „Wir wissen, dass die Kommune nicht alles auf einmal sanieren kann. Trotzdem ist der Zustand des Sportplatzes ein Drama“, sagte die Schulleiterin der MAZ. Auf dem ausgetrockneten Spielfeld bieten zwei alte Tore ein trauriges Bild. Der Sportunterricht im Freien lässt sich nur mit Provisorien abhalten. Ein normaler Zensurenstandard lasse sich nicht mehr ansetzen, meint Schulleiterin Brand.

Auch Amtsdirektor Marko Köhler favorisiert den Umzug des Schulsports im Freien auf das Turbine-Gelände. Quelle: Andreas Koska

Für Golzow ist jetzt guter Rat teuer. Die Neuanlage eines Schulsportplatzes kann sich die Gemeinde derzeit nicht leisten. Vergleichbare Projekte, wie sie das Amt Beetzsee für die Grundschule in Radewege als modernen Kunststoffplatz realisierte, kosten schnell mal 250 000 Euro. Zumal Golzow mit der Straße nach Grüneiche und dem Umbau des ehemaligen Hortgebäudes zu einem Bürgerhaus zwei andere große Posten zu bewältigen hat.

Deshalb soll für den Schulsport im Freien eine bezahlbare Alternative her. Die könnte so aussehen: Für Leichtathletik und Ballsport ziehen die Grundschüler auf das Vereinsgelände der Turbine-Sportler um. „Dort könnten wir einen alten Sportplatz mit einer Laufbahn und einer Weitsprunganlage fit machen“, kündigte Bürgermeister Ralf Werner auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung an.

Noch kein Beschluss gefasst

Mit diesem Vorschlag kann sich auch der Brücker Amtsdirektor Marko Köhler anfreunden. „Derzeit ist die favorisierte Lösung einen Sportplatz bei Turbine instand zu setzen. Da sich der Schulsport vor allem am Vormittag abspielt, dürfte es mit dem Sportverein zu keinen Überschneidungen kommen“, meinte der Verwaltungschef auf Nachfrage.

Der 2018 eröffnete Schulsportplatz in Radewege. Quelle: Rüdiger Böhme

Das letzte Wort in der Sache hat die Gemeindevertretung. Ein Beschluss ist noch nicht gefasst. Ohnehin stehen zwischen Gemeinde und Turbine neue Pachtverhandlungen an. Bürgermeister Werner schwebt vor die Bedürfnisse des Schulsports dabei mit einzubringen. Unterdessen gehen die Investitionen in den Schulstandort weiter. Ein 3. und 4. Bauabschnitt ist geplant, wozu auch ein barrierefreier Zugang ins Schulgebäude gehört. Die sanierte Turnhalle ist inzwischen so gut ausgelastet, dass Vereine diese von montags bis sonnabends nutzen.

Von Frank Bürstenbinder