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Potsdam-Mittelmark Die Feuerwehr hat eine neue Jugendwartin
Lokales Potsdam-Mittelmark Die Feuerwehr hat eine neue Jugendwartin
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17:52 09.03.2018
Maria Koschwitz mit Lebensgefährte Michael Krüger am Grillstand beim Weihnachtsmarkt am Caputher Gemünde im Dezember. Quelle: Christel Köster
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Caputh

Maria Koschwitz (26) aus Caputh ist seit Dezember neue Jugendwartin der freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Schwielowsee. Nachwuchsarbeit ist jetzt eine ihrer wichtigsten Aufgaben, denn die Ortswehren in Ferch, Caputh und Geltow haben große Probleme bei Einsätzen, vor allem tagsüber, in ausreichender Stärke auszurücken.

Frau Koschwitz, Sie sind die einzige Frau in der Leitung der Feuerwehren in der Gemeinde Schwielowsee. Wie fühlt es sich an, die Männerdomäne aufzumischen?

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Dadurch dass ich von Kindesbeinen an bei der Feuerwehr dabei bin und auch als Informatikstudentin immer viele Männer um mich herum hatte, war ich es immer gewohnt, unter Männern zu arbeiten. Darüber mache ich mir eigentlich gar keine Gedanken. Das Schöne bei der Feuerwehr ist ja, dass jeder so seine Stärken und Schwächen mitbringt. So wenden sich zum Beispiel viele Kameraden an mich, weil sie wissen, dass ich gut organisieren kann.

Wie ist Ihr Werdegang bei der Feuerwehr verlaufen?

Als ich zehn Jahre alt war, habe ich bei der Feuerwehr in Schmergow angefangen, wo ich damals noch gewohnt habe. Mit dem Umzug nach Caputh bin ich dann 2009 auch zur Feuerwehr Caputh gewechselt. Hier wurde ich kurze Zeit später Betreuerin und stellvertretende Jugendwartin der Ortswehr und habe unsere Kinderfeuerwehr „Caputher Löschdrachen“ mit aufgebaut. Im April 2016 bin ich Jugendwartin in Caputh geworden und im Dezember habe ich meinen Vorgänger als Jugendwart der Gemeinde abgelöst.

Haben Sie sich etwas Besonderes für Ihre Amtszeit vorgenommen?

Ja. Weil ich mich sozusagen von unten nach oben vorgearbeitet habe, weiß ich, was die Jugendwarte in den Ortswehren leisten und möchte ihnen auf jeden Fall ein bisschen Arbeit abnehmen. Außerdem wollen wir natürlich den hohen Standard in der Ausbildung auch bei den Kindern und Jugendlichen halten. Meine Aufgabe liegt vor allem im Teambuilding und darin, die Koordination zwischen den Jugendwarten in Geltow, Ferch und Caputh zu übernehmen. Wenn mal einer ausfällt, soll immer jemand da sein, der ihn ersetzen kann. Außerdem gucken wir immer, dass alle Jugendwarte auch entsprechend ausgebildet sind und das pädagogische und rechtliche Wissen im Umgang mit den Kindern haben.

Welche Wehr in der Gemeinde hat die meisten Kinder und Jugendlichen?

Caputh hat mit 40 Kindern und Jugendlichen die meisten. Wir haben sogar gerade einen Aufnahmestopp, weil wir die Kinder natürlich auch betreuen müssen. Wenn es zu viele werden, können wir das nicht mehr stemmen. Dennoch sind wir stetig dabei, den Stamm zu erweitern. Ferch hat zum Vergleich 16 Kinder und Geltow zählt derzeit zehn. Mittlerweile dürfen die Kinder ja schon im Alter von sechs Jahren zur Feuerwehr. Wenn sie zehn werden, gehen sie in die Jugendfeuerwehr und mit 16 können sie in den aktiven Dienst treten. Dabei sind wir sehr stolz auf die vergleichsweise hohe Rate an Kameradinnen in der Jugendfeuerwehr.

Kann man sagen, wie viel Prozent der Kinder in den aktiven Dienst übergehen?

Nein, das verläuft in Wellen. Entscheidend ist ja, was sie nach der Schulzeit machen und ob sie überhaupt hier bei uns bleiben können. Die größte Fluktuation gibt es bei unseren Kleinsten, weil sich die Interessen der kleinen Kinder häufig noch ändern. Dennoch sind wir natürlich bestrebt, unseren Nachwuchs selbst heranzuziehen und zu halten, was aber nicht immer so leicht ist. Beispielsweise sind im Jahr 2016 fünf Kameraden in den aktiven Dienst gewechselt.

Was fasziniert Sie persönlich an der Feuerwehr?

Man spricht zwar immer von Kameraden, aber eigentlich sind sie mehr wie eine große Familie. Es ist was ganz anderes, als zum Beispiel in einem Sportverein, bei dem man sich einmal die Woche als Freunde trifft. Bei der Feuerwehr ist der Zusammenhalt anders, man hat Einsätze, die einen verbinden und zusammenschweißen. Ich würde jedem der Kameraden mein Leben anvertrauen. Es ist schwer zu beschreiben, aber ein Leben ohne die Feuerwehr-Familie ist für mich nicht mehr vorstellbar. Auch bei den Kindern steht die Kameradschaft im Vordergrund. Die Großen erziehen die Kleinen, aber die Kleinen können auch den Großen noch was beibringen.


Insgesamt 66 Kinder und Jugendliche

In der Caputher Feuerwehr gibt es derzeit 40 Kinder und Jugendliche, davon sind sechs weiblich und 34 männlich. Ferch zählt insgesamt 16, von denen vier Mädchen und zwölf Jungen sind. Die Geltower Wehr hat zehn Kinder und Jugendliche, darunter vier Mädchen und sechs Jungen.

Vier Jugendwarte betreuen die Kinder in Caputh, zwei weitere übernehmen dies jeweils in Ferch und in Geltow. Im vergangenen Jahr sind drei Jugendliche in den aktiven Dienst getreten. Davon waren zwei männlich und eine weiblich.

Von Luise Fröhlich