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Potsdam-Mittelmark „Die Menschen kamen sofort mit Sachen zu uns“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Die Menschen kamen sofort mit Sachen zu uns“
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11:12 27.02.2018
Peter Ehrenberg (rechts) und Bürgermeister Ralf Rafelt. Quelle: St. Specht
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MAZ: Wie geht es Ihnen heute?
Peter Ehrenberg: Die Stimmung ist längst nicht so getrübt wie direkt nach dem Brand. Am Tag selbst ging es noch halbwegs. Aber schon am nächsten Tag sind wir alle in ein tiefes emotionales Loch gefallen. Wir haben unser Haus ja mit vier Generationen bewohnt. Meine Frau und ich, meine Mutter, mein Sohn Marko samt Frau und Kind.

Die jungen Leute haben die obere Etage bewohnt. Obwohl das Feuer dort besonders gewütet hat, ist ihnen nichts passiert?
Ehrenberg: Sie waren an dem Tag auf dem Weihnachtsmarkt in Niemegk. Beim Rückmarsch wurden sie von den Einsatzautos der anrückenden Freiwilligen Feuerwehr Niemegk noch überholt.

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Was ist nach dem Brand passiert?
Ehrenberg: Es kamen Gutachter von der Versicherung und vom Landeskriminalamt. Die haben nach der Brandursache geforscht. Nach jetzigem Stand geht man wohl davon aus, dass sich das Feuer tatsächlich in einem Hohlraum der Lehmdecke entzündet hat. Warum, weiß man aber noch nicht.

Wie haben die Menschen in Ihrer Umgebung reagiert?
Ehrenberg: Sie haben ganz fantastisch reagiert. Noch am gleichen Abend kamen die ersten Rädigker mit Sachen zu uns. Vom Amt, von Bekannten und sogar Unbekannten wurden uns Wohnungen angeboten. So sind wir nun erstmal untergekommen. Aber es ging noch weiter. Der Gasthof Moritz ließ uns über Weihnachten in ihren Zimmern schlafen, damit wir das Fest in Rädigke feiern können. In Kranepuhl wurde für uns gesammelt. Das war schon sensationell und hat uns sehr beeindruckt.

Der Laie wird sich fragen: Ist denn zusätzliches Geld nötig? Es gibt doch sicherlich eine Versicherung, die den Schaden abdeckt.
Ehrenberg: Wenn das Haus mit allem Interieur und allen persönlichen Dingen abbrennt, steht man erstmal vor dem Nichts. Das beginnt schon bei Kleinigkeiten wie dem Arbeitsnachweis. Da meinem Sohn der Nachweis für Dezember abhanden gekommen war, konnte er den Monat nur einen Teil des Geldes bekommen. Sachen müssen aber sofort gekauft werden. Die Versicherung zahlt verzögert. Hinzu kommt, dass wir den Zeitwert versichert hatten, wir müssen aber alles neu anschaffen. Möbel und Elektrogeräte mussten wir von einer Spezialfirma abholen lassen. Die 10.000 Euro, die das kostete, bekommen wir nicht zurück.

Herr Rafelt, wie kann die Gemeinde Rabenstein/Fläming der Familie helfen?
Ralf Rafelt: Wir waren von dem Unglück tief bewegt und haben uns sofort gefragt, was wir machen können. Erste Idee: ein Spendenkonto. Leider ist das nicht so einfach. Amtsdirektor Thomas Hemmerling musste sich erst kundig machen, was es zu beachten gilt. Nun aber ist es geschafft. Wer der Familie helfen möchte, kann einen Betrag auf das Konto der Gemeinde überweisen. Wichtig ist der Verwendungszweck: „Nothilfe Ehrenberg“, damit das Geld auch korrekt zugeordnet werden kann. Die IBAN lautet schließlich: DE94 160 500 00 3654 0439 59.

Interview: Stefan Specht

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