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Potsdam-Mittelmark Die Schönheit auf den zweiten Blick
Lokales Potsdam-Mittelmark Die Schönheit auf den zweiten Blick
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13:47 15.01.2018
Will Menschen auf ihren Lebensstationen begleiten: Pfarrerin Nadja Mattern vor der Kirche in Stücken Quelle: Jens Steglich
Stücken

Die erste Begegnung mit dem neuen Zuhause war ambivalent, sagt Nadja Mattern. Stückens neue Pfarrerin ist ein höflicher Mensch, der drastische Worte vermeidet. Man könnte es auch so beschreiben: Es war ein grauer, nebliger Tag. Die 32-Jährige landet mit ihrer Familie in Stücken. „Alles sieht schnuckelig und gepflegt aus“ und dann kommt dieses Haus und die Erkenntnis: „Hier sollen wir also einziehen.“ Das Pfarrhaus in der Dorfstraße hebt sich an trüben Tagen nicht vom grauen Himmel ab. Es ist das hässlichste Haus im schönen Dorf. Das würde Nadja Mattern so nie sagen, aber es kommt der Wahrheit sehr nahe. Bei ihrer zweiten Begegnung mit dem Pfarrhaus sieht die Sache schon anders aus. Leute aus dem Gemeindekirchenrat öffnen ihr die Tür, die Pfarrwohnung in der oberen Etage erweist sich als schöner und heller als gedacht und hinten im Garten, wo die Magnolien blühen, haben sie zur Begrüßung eine Kaffeetafel gedeckt. „Da wurde der erste Eindruck stark korrigiert“, erzählt sie. „Beim genauen Hinsehen hat man hinter der grauen Fassade innere Schönheit entdeckt“, so die 32-Jährige, die im September 2017 die Pfarrsprengel Stücken und Blankensee übernommen hat. Es ist ihre erste Pfarrstelle.

„Sie haben mich alle offen aufgenommen“, sagt sie. Kein einziges Mal sei der Satz gefallen, den junge Pfarrer zum Start normalerweise zu hören bekommen: „Das müssen wir so machen, das haben wir immer so gemacht.“ Nein, es sind eher nützliche Ratschläge, die sie als neue Pfarrerin bekommt.

Obwohl die gebürtige Lüneburgerin in einem christlichen Elternhaus aufwächst, sieht es anfangs nicht danach aus, dass aus ihr einmal eine Pfarrerin werden würde. „Noch in der 11. Klasse wollte ich zur Kriminalpolizei.“ Dann aber tritt der Religionslehrer, ein kritischer Geist in der Katholischen Kirche, in ihr Leben und stellt die großen Lebensfragen: Woher kommen wir, wie leben wir und wo wollen wir hin? Die Suche nach Antworten treibt sie zum Theologie-Studium an die Berliner Humboldt-Universität.

Ein bisschen anders als in der Theorie ist es doch – das praktische Leben einer Pfarrerin, die sich eine Uni-Laufbahn nie vorstellen konnte, weil sie anderes noch mehr reizte. „Ich will Menschen auf ihren Lebensstationen begleiten, ihnen begegnen und mit ihnen über ihren Glauben, über ihre Hoffnungen ins Gespräch kommen“, sagt sie.

Nach fünf Monaten Seelsorge auf dem Land weiß sie freilich: Betriebswirtschaft und ein Bauingenieurs-Studium hätte man auch noch gebrauchen können. Als Pfarrerin auf dem Land hat sie es mit Friedhofsgebührensatzungen, mit Pachtverträgen für Kirchenland oder mit der Pflege und Aufforstung von kircheneigenem Wald zu tun. Und mit Sanierungsfällen wie dem Pfarrhaus in Stücken. Was Begegnungen mit grauen Häusern betrifft, war sie schon abgehärtet. Als sie ihr Studium antritt, sieht sie das Studentenwohnheim „Theologisches Konvikt“ in der Borsigstraße, von dem es heißt, sein Äußeres schrecke so sehr ab, dass mancher Student beim ersten Anblick Tränen in den Augen hatte. Die junge Theologie-Studentin weint nicht, denkt beim Einzug aber schon über den Auszug nach.

Es werden dann doch vier schöne Jahre im hässlichen Wohnheim. „Ich habe es geschätzt, mit Mitbewohnern in der Küche oder auf der ranzigen Dachterrasse zusammenzusitzen und über Gott und die Welt zu reden“, sagt sie. Das Wohnheim sieht noch wie damals aus, Stückens Pfarrhaus aber soll saniert werden. Der Gemeindekirchenrat muss noch den Segen geben, bevor es losgehen kann. „Ein Kirchenhaus sollte einladend sein. Die Menschen sollen wissen: Ich bin hier willkommen!“ Kurzum: Die innere Schönheit soll nach außen sichtbar werden.

Von Jens Steglich

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