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Potsdam-Mittelmark Drei Tage mit der Bundeswehr im Matsch
Lokales Potsdam-Mittelmark Drei Tage mit der Bundeswehr im Matsch
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13:10 16.12.2016
Die Rekruten gehen in voller Ausrüstung auf den Nachtmarsch. Quelle: Julian Stähle
Brück

Mitten in der Nacht. Weckruf um 00.00 Uhr. Zehn Minuten später wird die Einsatzsituation im Hörsaal erläutert. Waffenempfang, der Bus fährt vor. Die Mission der Bundeswehr-Rekruten des Logistikbataillons 172 aus Beelitz lautet, die „Sendestelle Lima“ gegen einen Angreifer zu sichern. Der Zugführer gibt einen Umschlag mit den Einsatzbefehlen aus.

Plötzlich ein Knall. Der Bus rollt über eine Sprengfalle und fällt aus. Abseits der Wege muss sich die Gruppe nun allein zu einem Evakuierungspunkt durchschlagen – durch ein Gebiet, in dem auch der Feind agiert. Elf Kilometer mit vollem Gepäck bei Dunkelheit und Temperaturen unter null Grad. Der Weg führt durch kontaminiertes Gebiet, das nur mit der ABC-Schutzbekleidung durchquert werden kann. Ein Verwundeter muss getragen werden.

Die Ausbildung bei der Bundeswehr ist hart – zur Grundausbildung gehören unter anderem auch mehrere Geländetage. Dabei werden verschiedene Szenarien und Einsatzbefehle geprobt. Unser Fotograf Julian Stähle war mit dabei und eine so eine Übung mitgemacht.

Den Evakuierungspunkt erreichen die Rekruten zu spät – sie müssen sich also einen weiteren Tag durchschlagen. Der Zugführer entscheidet, das provisorische Lager und sein Umfeld zu sichern. Auf ihrer Patrouille haben die Rekruten „Feindkontakt“. Es kommt zu einem Feuergefecht. Die Gruppe muss einen neuen Weg zurück zum Lager finden. Mehrfach. Der „Feind“ weiß nun, wo sich die Gruppe aufhält. Allen ist klar, dass das provisorische Lager nicht mehr lange sicher ist und der „Feind“ sich in Kürze für einen Angriff formieren wird. Als die Gruppe wieder im Lager ankommt, ist es bereits später Nachmittag. Nun hat die Gruppe etwas Zeit zu ruhen. Trotzdem bleiben permanent ein Alarmposten, eine Streife, sowie eine Feuerwache aktiv.

So grünstichig sieht die Gegend durch die Nachtsichtiggeräte aus. Quelle: Julian Stähle

Der gezielte Angriff auf die Stellungen der Rekruten beginnt am späten Abend. Die Gruppe verhindert ein Durchbrechen des Feindes. Nachdem die Munition stark reduziert ist, befiehlt der Gruppenführer unter gegenseitiger Deckung auszuweichen. In diesem Moment wird ein neuer Evakuierungspunkt durchgefunkt, er soll in 30 Minuten erreicht sein. Das Lager muss sofort abgebaut werden – der folgende Eilmarsch bringt die Gruppe an ihre körperlichen Grenzen. Trotzdem erreicht sie nach zweieinhalb Tagen den Punkt innerhalb der Zeit. Keiner ist ausgefallen, alle haben durchgezogen.

Das Logistikbataillon 172 in Beelitz übernimmt neben diversen anderen Aufgaben auch die allgemeine Grundausbildung in Zugstärke.

Ein Zug besteht im Durchschnitt aus 36 Rekruten, welche von je einem Ausbilder sowie einem Hilfsausbilder in den allgemeinmilitärischen Grundlagen ausgebildet werden. Geführt wird der Zug von einem Offizier im Dienstgrad eines Hauptmanns.

Die Grundausbildung am Standort dauert zwölf Wochen und endet nach mehreren Geländetagen sowie zwei Biwaks mit einer dreitägigen Abschlussübung. Dabei werden die Rekruten mit einer komplexen militärischen Lage konfrontiert, in der sie alle bis dahin vermittelten Ausbildungsinhalte binnen kürzester Zeit selbstständig abrufen müssen.

Am Evakuierungspunkt, einer Schießbahn, wartet der Bus und ein reichhaltiges Frühstück. In der Abschlussbesprechung verlangt der Zugführer den Umschlag mit den Einsatzbefehlen. Drin stecken indes die blauen Schulterlitzen, die Waffenfarbe der Logistiktruppe.

Von MAZonline

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