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Potsdam-Mittelmark Dringender Handlungsbedarf an zwei Schulen
Lokales Potsdam-Mittelmark Dringender Handlungsbedarf an zwei Schulen
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17:05 16.02.2018
Rot oder Grün? Wohin die Entwicklung der beiden Treuenbrietzener Schulstandorte gehen kann, sollen demnächst Studien klären. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Für die Entwicklung ihrer beiden Schulstandorte rund um die GrundschuleAlbert Schweitzer“ sowie das heutige Gymnasium „Am Burgwall“ möchte die Stadt Treuenbrietzen jetzt Chancen ausloten sowie Risiken und Grenzen für Bauvorhaben ermitteln lassen. Dazu sollen externe Experten für Stadtentwicklung sowie Architekten gesonderte Machbarkeitsstudien erarbeiten. Diesen Vorschlag der Verwaltung billigten die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung vor der Sommerpause einstimmig.

„Es gibt massiven Handlungsbedarf in beiden Arealen“, sagte Michael Knape (parteilos). „Die öffentliche Diskussion muss frühzeitig geführt werden, damit das Kind nicht erst in den Brunnen fällt“, so der Bürgermeister.

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An der Grundschule entwickele sich demnächst Raumnot, wenn die starken Jahrgänge, die derzeit in Kindergärten zu Platzproblemen führen, heranwachsen. Räume, die bisher auch von der Integrativen Tagesbetreuung (IKTB) genutzt werden, würden spätestens im Jahr 2020 allein von der Schule benötigt. Bauliches Sorgenkind auf diesem Campus ist zudem das Gebäude mit Aula und extern vermieteter Schulküche. Dort sieht die Verwaltung erheblichen Sanierungsbedarf.

Campus mit mehreren Gebäuden

Der Campus der Grundschule umfasst Schulhaus, Aula mit Schulküche sowie eine Turnhalle, den Sportplatz und das Hortgebäude.

Zum Komplex des Gymnasiums zählen neben Haupthaus heute die ehemalige Grundschule an der Marienkirchstraße sowie das vermietete Haus II und die Stadt- und Sporthalle an der Burgwallstraße.

Zudem gibt es dort eine Aula und den Sportplatz.

Platz für bauliche Entwicklungen gebe es an beiden Standorten. Zur Ideenfindung und Bedarfsanalyse will die Stadtverwaltung alle an den Standorten tätigen Akteure und Schulgremien einbeziehen. Der Prozess könnte insgesamt mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen. Kosten von rund 50 000 Euro sind dafür zunächst geschätzt.

Am Gymnasium birgt die geplante Umwandlung zur Gesamtschule mit Abiturstufe neue Herausforderungen. Bauamtsleiter Christoph Höhne verweist dort beispielsweise auf den Denkmalstatus des historischen Traktes an der Marienkirchstraße.

„Wir wollten der Politik rechtzeitig einen Denkanstoß zum Handeln geben“, sagte Höhne im Ausschuss für Stadt- und Ortsteilentwicklung. „Wir können nicht mehr weiter warten bis alles defekt ist“, so der Ressorteiter. Für das Projekt der Machbarkeitsanalysen erhofft sich das Rathaus Fördergeld aus dem Finanzausgleichsgesetz. „Aus eigener Kraft können wir das nicht stemmen“, so Höhne.

Der Campus der Grundschule an der Albert-Schweitzer-Straße bietet bauliche Entwicklungsmöglichkeiten auf kommunalem Areal (rot umrandet). Quelle: Stadtverwaltung

Harald Torges (SPD) lehnt das Projekt ab. „Warum sollen wir etwas planen, wenn ohnehin kein Geld da ist zum Bauen “, sagte der Abgeordnete im Ausschuss. „Es ist aber wichtig, eine Planung in der Schublade zu haben, um Förderanträge stellen zu können“, befand indes Detlef Höhne (Die Linke). „Argen Verbesserungsbedarf in beiden Schulen“ sieht Werner Schlunke (BIV). „Teilweise sind sie baulich auf altem Stand“, sagte der Feldheimer. Peter Gronemeier (TBV) forderte die finanzielle Absicherung der Planung über Fördergeld im Haushalt 2018.

Beate Rahn (CDU) kritisierte das Zeitfenster zur Umsetzung der Machbarkeitsstudien. Für sie komme „dies bereits zu spät“. Gleichzeitig erfragte sie die Kosten: „50 000 Euro für beide Machbarkeitsstudien, aber nageln Sie mich nicht darauf fest, wenn sie am Ende 70 000 Euro kosten“, sagte Bürgermeister Knape vor Stadtverordneten.

Nach Vorstellungen der Verwaltung sollten die nach der Analyse und Diskussion bestätigten Machbarkeitsstudien mit Vorschlägen zur Nutzung der Gebäude, Räume sowie Freiflächen anschließend in einen städtebaulichen Wettbewerb überführt werden. Er könne die Basis für künftige politische Entscheidungen bilden, heißt es aus dem Rathaus.

Von Thomas Wachs