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14:49 23.12.2018
Martha und Helmut Wendler feiern das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit. Quelle: Silvia Zimmermann
Ziesar

An diesem ersten Weihnachtsfeiertag begehen Martha und Helmut Wendler aus Ziesar ihren 70. Hochzeitstag. Beide feiern das Fest der Gnadenhochzeit.

„Es muss eine Gnade Gottes sein, dass wir beide solange verheiratet sein können“, sagt die Jubelbraut. Beide Familien kamen im Sommer 1946 als Vertriebene aus dem Sudetenland nach Ziesar. Weihnachten 1946 lernte sich das Paar hier kennen und lieben. Geheiratet wurde zwei Jahre später.

Martha und Helmut Wendler können sich noch genau an ihre Hochzeit vor 70 Jahren am 25. Dezember 1948 erinnern. „ Wir wurden am Morgen um 8 Uhr im Rathaus beim Bürgermeister standesamtlich getraut. Anschließend fuhren wir mit der Kutsche zur katholischen Kirche. Pfarrer Fischer hatte uns getraut“, erinnert sich Martha Wendler. Beide Brautleute sind katholisch. Im damaligen Hospital von Ziesar befand sich ein Raum, den die katholische Gemeinde nutzen konnte. „Meinen Hochzeitsanzug bekam ich von den Flüchtlingen geschenkt. Meine Frau bekam ihr Brautkleid von ihrer Hauswirtin geborgt“, erzählt Helmut Wendler. Die Kutsche und Pferde waren ein Geschenk von den Ziesaranern.

1948 waren Lebensmittel knapp und so sammelte die Familie Lebensmittelkarten, um die Hochzeitsfeier etwas ausstatten zu können. Die Schwiegereltern steuerten Kaninchen dazu, erinnert sich das Jubelpaar. Gefeiert wurde im kleinen Familienkreis in der eigenen Wohnung. Das junge Paar bezahlte mit ihren letzten 25 Mark den Kutscher. „Mein Mann arbeitete damals als Hilfsarbeiter in Altengrabow und als Geschenk bekam er als Verheirateter 100 Mark. Wir fühlten uns beide reich und damit begann unser Eheleben“, erzählt die heute 90-Jährige.

Martha und Helmut Wendler feiern das seltene Jubiläum der Gnadenhochzeit. Quelle: Silvia Zimmermann

Das Helmut Wendler der richtige Mann für sie ist, wusste die junge Martha als sie ihren ersten Kuss von ihm bekam. „Am 6. September 1947 gaben wir uns beide den ersten Kuss. Da wusste ich, das ist der richtige Mann für mich. Er war nicht sehr stürmisch eher etwas schüchtern, was mir gut an ihm gefiel“, berichtet Martha.

Von Anfang an achtete das Ehepaar darauf, dass alle Schwierigkeiten oder Streitigkeiten mit Respekt vor einander geklärt wurden. „Bei uns verlief das Leben harmonisch. Ja, wir hatten auch unsere Höhen und Tiefen, haben diese aber immer gemeinsam geklärt“, sagt Martha.

Der heute 92 Jährige Helmut arbeitete als Elektriker und fand eine Stelle als Buchhalter in der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft Ziesar, die er bis zum Eintritt ins Rentenalter innehatte. Martha kümmerte sich in den ersten Jahren um die Erziehung der zwei Töchter und den Sohn. 1957 begann sie als Erzieherin im Hort von Ziesar zu arbeiten und absolvierte ein fünfjähriges Fernstudium. Martha Wendler war 30 Jahre im Schuldienst als Hortleiterin in Ziesar tätig. Beide erfreuen sich an den vier Enkelkindern und einem Urenkel.

Auch im hohen Alter sind beide noch aktiv und wohnen weiterhin in ihrem Haus im Kloster 9 in Ziesar. Martha führt den Haushalt und Helmut kümmert sich um den Garten. „In diesem Jahr habe ich so viel gießen müssen. Unzählige Gießkannen Wasser füllte ich, um die Blumen zu versorgen. Und meine Martha war immer dabei“, erzählt Helmut. Das Ehepaar achtet liebevoll auf sich. Sind sie in Ziesar unterwegs, um Besorgungen zu erledigen, sieht man das Paar Hand in Hand gehen. „Wir sind früher schon als junges Paar so unterwegs gewesen. Heute brauchen wir uns. Mein Mann gibt mir Halt und ich sehe für ihn, da seine Sehkraft nachgelassen hat“, gibt die Seniorin zu verstehen.

Warum ihre gemeinsamen Ehejahre so glücklich und harmonisch verliefen, erklärt sich das katholische Paar mit einer einfachen Begründung. „Es muss der erste Segen nach Christis Geburt in der Heiligen Nacht gewesen sein, den wir bei unserer kirchlichen Trauung bekamen und uns Glückseligkeit verlieh.“

Das Jubelpaar feiert am 2. Weihnachtsfeiertag um 10 Uhr in der katholischen Kirche in der Burgkapelle Ziesar ihre Gnadenhochzeit. Pfarrer Stephan Donat aus Genthin wird den Gottesdienst halten.

Von Silvia Zimmermann

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