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Potsdam-Mittelmark Ein Trio übernimmt die Kulturscheune Kähnsdorf
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Trio übernimmt die Kulturscheune Kähnsdorf
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09:19 10.04.2018
Ein neues Team für die Kulturscheune: Marion Brügmann (M.), Martina Reckling (l.) und Bärbel Hennig (r.) übernehmen den Kulturbetrieb in Kähnsdorf. Quelle: H. Helwig
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Kähnsdorf

Mit einem neuen Team startet die Kulturscheune in Kähnsdorf ins 17. Jahr ihres Bestehens. Nachdem sich das bisherige Trio Marianne Hermann, Heide Fischer und Brigitte Wiesatzky weitestgehend aus dem Veranstaltungsbetrieb zurückgezogen hat, werden Marion Brügmann, Bärbel Hennig und Martina Reckling die Kulturscheune mit angeschlossener Heimatstube weiterführen. Die Gemeindeverwaltung Seddiner See hatte die drei Frauen in einer Ausschreibung unter sechs Bewerberinnen ausgewählt.

Marianne Hermann will sich in der Künstlergruppe „Kunst am See“ weiter engagieren. Die Gruppe gestaltet in der Saison das Außengelände rund um die Scheune mit eigenen Kreationen aus. Auch Heide Fischer bleibt den neuen Kulturkoordinatorinnen erhalten. Sie wird sich um die technischen Details der Veranstaltaltungen kümmern.

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Jede der drei Frauen bringt Erfahrungen aus der Kultur- und Kunstszene mit. Marion Brügmann aus Seddin organisierte vier Jahre lang die Kulturarbeit im Dorv-Club Seddin. Nach dem Vorstandswechsel suchte die ehemalige Lehrerin an der Potsdamer Voltaire-Schule eine neue Aufgabe. Bereits vom Juni bis zum Oktober des vergangenen Jahres hatte Brügmann Marianne Hermann unterstützt und mit ihr das Programm für die diesjährige Saison zusammengestellt. Kontakte des Seddiner Dorv-Clubs zur Volksbühne sowie zum Kulturbund in Michendorf werden die Kulturarbeit in Kähnsdorf bereichern, ist Brügmann überzeugt.

Auch Bärbel Hennig war Lehrerin an der früheren Goethe-Schule in Potsdam-Babelsberg, dem heutigen Bertha-von-Suttner-Gymnasium. Die pensionierte Pädagogin aus Kloster-Lehnin wollte nach ihrer Pensionierung ebenfalls noch aktiv bleiben und sagte gern zu, als Brügmann sie zur Mitarbeit einlud. Hennig habe gute Kontakte zum Galeristen Jürgen Oswald am Neuen Palais in Potsdam und einen sicheren Blick dafür, wie Bilder richtig hängen müssen, um zu wirken, heißt es.

Die studierte Architektin Martina Reckling malt selbst ein wenig für den Hausgebrauch. Sie kennt Kähnsdorf als Ausflugs- und Erholungsort, in dem sie oft mit ihren Kindern an den Seddiner See gegangen ist. Die Michendorferin möchte ihr Berufsleben gern künstlerisch in der Kulturscheune ausklingen lassen. Sie wird sich unter anderem mit der Werbung und Gestaltung der Kulturarbeit in Kähnsdorf befassen.

Auch die ARD hat den besonderen Reiz der Kähnsdorfer Kulturscheune und ihrer Umgebung entdeckt. Im April und im August sollen Szenen zur Serie „Eiffel-Praxis“ am Seddiner See gedreht werden, sagt Marion Brügmann. Aus diesem Grund kann das neue Trio erst mit dem „Scheunenfest“ am 13. Mai zum 17. Geburtstag der Kultureinrichtung offiziell in die Saison starten. Zuvor gibt es aber schon am 11. März ab 15 Uhr einen heiteren Literaturnachmittag mit satirischen Texten. Schon jetzt freut sich Brügmann auf das Wiedersehen mit ihrer einstigen Chefin Ortrud Meyhöfer, der früheren Leiterin der Voltaire-Schule in Potsdam. Meyhöfer liest gemeinsam mit dem Schauspieler Hans-Jochen Röhrig Texte „Von „Max & Moritz bis Ottokar Domma“.

Inhaltlich orientiert sich die bevorstehende Saison in Kähnsdorf an dem Thema des Kulturlandjahres für 2018 „Brandenburg in EuropaEuropa in Brandenburg“. Dazu will die Gruppe „Kunst am See“ wieder gemeinsam mit den Schülern der Grundschule Am Kiefernwald in Wildenbruch ein Gemeinschaftsprojekt erarbeiten. In Bildern und Collagen sollen die Kinder ausdrücken, was ihnen zu dem genannten Thema einfällt.

Mit zwei weiteren Ausstellungen im Herbst werden die beiden Maler Rainer Overbeck aus Wilhelmshorst sowie Rolf Jansen aus Bergholz-Rehbrücke den Besuchern einen Einblick in ihre künstlerische Arbeit geben. Ihren krönenden Abschluss findet die diesjährige Saison am Seddiner See wieder mit der traditionellen Veranstaltung „Feuer & Flamme für unsere Museen“.

Dass sich auch die Besucher der Kulturscheune in Kähnsdorf recht schnell für das neue Triumvirat erwärmen mögen, bleibt den drei Frauen nur zu wünschen.

Von Heinz Helwig