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Potsdam-Mittelmark Anwohnern stinkt das Abwasser
Lokales Potsdam-Mittelmark Anwohnern stinkt das Abwasser
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19:42 15.08.2017
Ingo Scherer (l.), Joachim Klessinger und andere Anwohner fühlen sich von dem  Geruch des Abwassers, das zum Schöpfwerk fließt, belästigt.
Ingo Scherer (l.), Joachim Klessinger und andere Anwohner fühlen sich von dem Geruch des Abwassers, das zum Schöpfwerk fließt, belästigt. Quelle: H. Helwig
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Elsholz

Etwa einem Dutzend Anwohner in Elsholz stinkt es seit Wochen mal wieder gewaltig. Wenn die einige hundert Meter entfernte Sonac Elsholz GmbH, die tierische Abfälle zu hochwertigem Rohfett verarbeitet, ihre Abwässer in die Elsholzer Kanalisation einleitet, steigt der faulige Geruch aus den Gullys um ihre Siedlung herum bis zum Himmel hinauf, behaupten die Elsholzer. Die Belästigung trete zwar nur sporadisch, dafür aber sehr intensiv auf, so dass man es kaum auf der Terrasse oder im Garten aushalte. Im stark verregneten Juni sowie im Juli soll sich der Geruch fast vier Wochen lang gehalten haben.

„Wir müssen damit schon seit Jahrzehnten leben und haben uns mit dem Problem immer wieder an den Betrieb beziehungsweise an den Zweckverband gewandt. Doch es stinkt immer noch“, klagten beispielsweise Ingo Scherer und Joachim Klessinger erst unlängst am MAZ-Lesertelefon. Die Sonac und der Verband würden sich die Verantwortung für eine Lösung gegenseitig zuschieben, sagen die Anwohner. Ein sogenannter Revisionsschacht befindet sich direkt unter Scherers Schlafzimmerfenster. „Wir schlafen dann bei geschlossenen Fenstern. Doch wenn der Wind günstig steht, hilft selbst das nicht mehr. Bei bestimmter Witterung kommt der Geruch sogar durch den Verschluss im Bad.“ Scherer und Klessinger fragen sich, warum die Sonac-Abwässer nicht über einen separaten Kanal direkt ins Schöpfwerk in Elsholz oder noch besser in die Druckleitung ins Beelitzer Klärwerk geleitet werden.

Vor etwa zwei Jahren habe der Zweckverband der Sonac vorgeschlagen, eine eigene Leitung zu legen und diese dem Verband zu übertragen. Das habe der Betrieb aus Kostengründen abgelehnt, sagt Geschäftsführer Holger Kühne. Der Kanal hätte mindestens 50 000 Euro gekostet. Kühne versichert, dass das Abwasser im Werk vorgeklärt würde, bevor es ins Elsholzer Netz fließe. „Wir halten die vorgeschriebenen Werte ein, wie jeder andere Betrieb.“ Der stärkere Geruch könne mit biochemischen Klärprozessen in einem sogenannten Belebungsbecken auf dem Werksgelände zusammenhängen, die Schwankungen unterliegen, meint der Geschäftsführer. Er hält die Aufregung der Elsholzer für übertrieben. Der Geruch sei noch schwächer als der eines frisch gedüngten Ackers, der mit Gülle berieselt wurde.

„Wir können nur beeinflussen, was in öffentliche Anlagen eingeleitet wird“, sagt Zweckverbandsgeschäftsführer Uwe Richter. Seine Mitarbeiter seien regelmäßig unterwegs, um Filter in den Revisionsschächten zu kontrollieren und dem Abwasser an sogenannten Einfüllstationen wie in Busendorf oder Beelitz-Heilstätten die geruchshemmende Chemikalie Nutriox beizufügen, die eine Belästigung von vornherein verhindern soll. Bei Hinweisen auf eine stärkere Konzentration des Geruchs würde der Verband die Dosierung in dem betreffenden Abschnitt erhöhen, so Richter. Alljährlich werde mit den Großkunden wie die Bundeswehr, die Rehakliniken oder auch die Sonac Elsholz GmbH vor Ort die zu erwartende Abwassermenge abgestimmt. Beim Besuch im Elsholzer Werk seien keine Abweichungen von den Vorschriften festgestellt worden, versichert Richter.

Elsholzer haben ihren Ortsbeirat noch nicht um Hilfe ersucht

Der Ortsbeirat Elsholz sei bislang noch nicht von Anwohnern auf die Geruchsbelästigung angesprochen worden, sagt Ortsvorsteherin Kathrin Wiencek (UKB/BBB). Sie bestätigt, zumindest in früheren Jahren einmal eine Geruchsbelästigung wahrgenommen zu haben.

Die Sonac Elsholz GmbH verarbeitet wöchentlich etwa 1100 Tonnen Rohware. Rund 650 Tonnen fertiges Rohfett verlassen pro Woche das Werk.

Der Zweckverband entsorgt das Abwasser für Beelitz und Seddiner See.

Von Heinz Helwig

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