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Potsdam-Mittelmark Eltern-Kind-Büro sitzt jetzt in Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Eltern-Kind-Büro sitzt jetzt in Werder
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17:54 21.07.2017
Grit Hübener war mit dem Verein im Vorjahr in finanzielle Not geraten und musste das Eltern-Kind-Büro im Stadtpalais aufgeben – jetzt beginnt sie neu. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Für Grit Hübener beginnt die Reise mit dem Verein Rockzipfel nun aufs Neue, denn sie hat nach der Niederlage in Potsdam und langem Suchen ein Domizil für das Eltern-Kind-Büro in Werder gefunden. Seit Anfang des Monats nutzt der Verein den Seitentrakt des katholischen Familientreffs „Maria am See“, der selbst erst im November vergangenen Jahres eröffnete. Bis jetzt sind schon Mütter mit Kindern aus Potsdam und Treuenbrietzen dabei, die Grit Hübener in der kurzen Zeit schon viele schöne Momente beschert haben, wie sie erzählt.

Dabei war die Aktion Rockzipfel nach dem Wegzug aus Potsdam im April für sie begraben. „Die Stadt hat uns finanziell nicht unterstützt. Unser Angebot falle unter ,Nachbarschaftshilfe’ und dürfe nicht bezuschusst werden“, berichtet die Vorstandsvorsitzende. In Werder sieht das anders aus. „Wir kriegen eine Anschubfinanzierung unter der Bedingung, dass wir bis Ende des Jahres auf eigenen Beinen stehen. Darüber freue ich mich natürlich sehr“, sagt Grit Hübener. Ihr erstes Ziel ist es nun, eine Fördergemeinschaft aufzubauen, die Fixkosten wie die Miete abdeckt. Dafür sucht sie Mitstreiter, aber auch Familien, die das Mutter-Kind-Büro-Konzept ausprobieren wollen.

Zielgruppe sind hauptsächlich Freiberufler, Studenten und Gründer

In Potsdam haben etwa 50 Kinder mit ihren Eltern das Angebot genutzt. Die Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern, die vor Ort von Ehrenamtlern, Praktikanten oder den Eltern selbst betreut werden, arbeiten. Im September 2014 eröffnete in Potsdam das erste Büro dieser Art in ganz Brandenburg und Berlin. Kostenpunkt: 160 Euro monatlich – Büromiete, Material, Kinderbetreuung, Spielzeug, Einrichtung und Verwaltung eingeschlossen. Kinder von sechs Monaten bis sechs Jahren können über das Rockzipfel-Konzept betreut werden. „Für viele Eltern ist es normal, ihr Kind mit einem Jahr in eine Kita zu geben. Sie stehen unter finanziellem und gesellschaftlichem Druck. Doch nicht für alle Kinder und Familie ist die frühe Fremdbetreuung das Richtige. Ich finde, man sollte die Räume erweitern“, sagt Grit Hübener, die in Glindow wohnt.

Hauptsächlich spricht das Büro Freiberufler, Studenten, Gründer oder auch Eltern in Elternzeit an. „Auch Väter sind gern gesehen“, so Grit Hübener. Mit der Regionalbahn oder dem Bus sei Werder auch von Potsdam aus gut zu erreichen, aber natürlich sind auch die Werderaner selbst angesprochen. Anke aus Potsdam war eine der ersten, die das Mutter-Kind-Büro schon in Potsdam genutzt haben. Die freiberufliche Produktdesignerin hat vor einem halben Jahr ihr zweites Kind bekommen, mit dem sie nun auch nach Werder kommen will. „Durch die Selbstständigkeit kann man nie so richtig aufhören zu arbeiten. Hier kann man wenigstens ein bisschen was machen, es ist zwar keine Vollzeitarbeit, aber man hat die Gruppe und die Kinder finden Freunde“, berichtet sie. Gerade wenn die Großeltern nicht in der Nähe sind, um den Nachwuchs zu betreuen, sei es eine perfekte Lösung.

Eltern können nebenbei nicht nur der Arbeit nachgehen

Auch Katharina, die ursprünglich aus Italien kommt, hat schon ins Werderaner Mutter-Kind-Büro geschnuppert. „Es sieht aus wie ein Haus und nicht wie ein Büro. Man kann draußen Beeren pflücken, es ist ein schöner Platz“, sagt die 33-Jährige. Dafür nimmt sie auch die Fahrt mit dem Bus von Potsdam, die eine und eine Viertelstunde dauert, in Kauf. Grit Hübener betont, dass es nicht nur ums Arbeiten geht. „Die Eltern können auch einfach ihrem Hobby nachgehen, die E-Mails checken und in Ruhe ein Buch lesen – eben all die Dinge, die alleine zu Hause nicht klappen, weil das Kind am Rockzipfel hängt.“

Unterstützung vom Familientreff

Auf 98 Quadratmetern stehen den Eltern mit ihren Kindern vier Räume, Küche und Bad zur Verfügung. Zudem können sich die Kinder im 4000 Quadratmeter großen Garten austoben.

Mit Hansjürgen Bals, dem Leiter des katholischen Familientreffs, habe der Verein Rockzipfel jemanden gefunden, der das Konzept voll unterstützt. „Er kommt uns auch mit der Miete entgegen“, sagt Grit Hübener.

Geöffnet ist das Büro montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr. Bewerben kann man sich bei Grit Hübener um einen Schnuppertermin oder einen Platz unter hallo@rockzipfel-potsdam.de oder 0171/7 61 46 42.

Von Luise Fröhlich

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