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Potsdam-Mittelmark Wenn die Suche nach dem Kitaplatz nicht enden will
Lokales Potsdam-Mittelmark Wenn die Suche nach dem Kitaplatz nicht enden will
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16:49 18.03.2019
Falsch kalkulierte Kosten, fehlende Plätze: Beim Thema Kinderbetreuung haben es die Eltern im Landkreis nicht gerade leicht. Quelle: dpa
Borkwalde

Etwas bewegen, verändern und eine Stimme für Kinder und Eltern sein – das ist Jana Weiss aus Borkwalde wichtig.

Die 36-jährige Mutter von zwei Kindern ist beruflich fest eingespannt, schafft dennoch den Spagat zwischen Beruf und Familie. Darüber hinaus engagiert sie sich als Kreiselternsprecherin für die Kita „Sonnenschein“ in Borkheide.

Seit November 2018 ist sie Mitglied des erweiterten Vorstandes des ersten Kreiselternbeirates für Kita und Hort von Potsdam-Mittelmark, der seit dem 27. Februar dieses Jahres sogar ein Anhörungsrecht im Jugendhilfeausschuss erhalten hat und sich dort als Vertreter der Eltern äußern kann.

Wochenenden sind ein Ausgleich

Man fragt sich schon, wie sie das alles unter ein Dach bringt. „Der Terminplan ist tatsächlich sehr voll. Ohne die Unterstützung durch meinen Mann, der den kompletten Haushalt und unsere Baustelle organisiert, wäre das schlicht nicht zu schaffen“, sagt die Borkwalderin, die als Hobby nebenbei noch Mathematik an der Fernuniversität Hagen studiert.

Weiß Bescheid über die Sorgen und Nöte der Eltern: Jana Weiss aus Borkwalde ist Kreiseltersprecherin für die Kita „Sonnenschein“ in Borkheide und Vorstandsmitglied im ersten Kreiselternbeirat für Kita und Hort in Potsdam-Mittelmark. Quelle: Johanna Uminski

„Das klingt anstrengend und ist es auch – aber es macht auch richtig Spaß“, betont sie. Als Ausgleich nutzt die junge Mutter von einem zweijährigen Jungen und einer fünfjährigen Tochter die Wochenenden mit ihrer Familie.

„Wir gehen gern wandern oder ins Museum. Brandenburg bietet hier ganz viel Lebensqualität, die wir in unserer Freizeit voll auskosten.“

Auch unter der Woche gibt Jana Weiss richtig Gas. Sie arbeitet Vollzeit bei einer Krankenkasse als Zuweisungsanalystin. „Mein berufliches Betätigungsgeld besteht aus Datenbanken, Zahlen und Statistiken.“

171 Kitas für die Aktion

Von 27 Wahlberechtigten wurde der Kita-Elternbeirat für Potsdam-Mittelmark gewählt, die von Ministerin Britta Ernst und dem Landtagsabgeordneten Günter Baaske begrüßt worden.

In den vergangenen Monaten konnte Doreen Recknagel (Werder) als Koordinatorin der Initiative 171 Kitas für die Aktion gewinnen.

Aus den vier Planregionen des Landkreises wurden sieben Elternvertreter in den Vorstand des Kita-Elternbeirats PM gewählt: Friederike Linke (Kleinmachnow), Doreen Recknagel (Werder), René Seyfert (Kloster Lehnin), Doreen Selent (Wiesenburg), Daniel Mater (Michendorf) sowie zwei Stellvertretende: Jana Weiss (Brück) und Ellen Stegmann (Teltow).

Jana Weiss können Eltern unter jana-weiss@kita-elternbeirat-pm.de kontaktieren.

Weitere Informationen zum Kita-Elternbeirat unter: www.kita-elternbeirat-pm.de.

 

Ihre Arbeit als Kreiselternsprecher nehmen sie und sechs weitere Mitglieder sehr ernst. Im Fokus steht der Ausbau von Beratungsangeboten für Eltern. „Aktuell bin ich dabei. Informationen für Eltern zum Thema Kitaplatzanträge zusammenzustellen, die in Kürze auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Darüber hinaus verschaffen wir uns im Moment systematisch einen Überblick über die Sorgen und Nöte der Eltern.“

Vor allem die geringe Personalausstattung in den Kindertagesstätten und im Hort bereiten den Eltern Bauchschmerzen, berichtet Weiss. „Im Bundesvergleich hängt Brandenburg hier einfach hinterher.

Die minimalen Verbesserungen der letzten Jahre haben daran wenig geändert. Es ist schlicht nicht zu verstehen, dass in Brandenburg eine Erzieherin doppelt so viele Kinder betreuen muss wie in Baden-Württemberg“, sagt die gebürtige Potsdamerin.

Es ist viel zu tun

Doch das ist noch lange nicht alles. „Es mangelt nahezu flächendeckend an Kitaplätzen. Die Kostenbeiträge, die die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder zahlen, sind häufig falsch kalkuliert und viel zu hoch“, sagt Weiss.

„Die Qualität der Mittagsversorgung ist ausbaufähig und die restliche Verpflegung fehlt meist sogar ganz. Zu kurze Öffnungszeiten und Schließzeiten verhindern die volle Erwerbstätigkeit von Eltern – in Summe gibt es also viel zu tun.“

Erst seit August 2018 bestehe die Möglichkeit, dass Eltern ihre Interessen offiziell auf Kreis- und Landesebene vertreten können. „Bisher sind die Rechte und Aufgaben jedoch nur sehr vage im Gesetz verankert“, sagt das Vorstandsmitglied des ersten Kreiselternbeirats.

„Eine Stärkung der Mitspracherechte in den verschiedenen politischen Gremien ist damit eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre.“

Keiner soll auf der Strecke bleiben

Ihre und die Arbeit ihrer Mitstreiter als Kreiselternsprecher zeigt auch schon Wirkung. „Der Personalschlüssel in Borkwalde wurde verbessert. Im gesamten Amtsbereich Brück konnten für die Eltern sehr günstige Essensbeiträge verhandelt werden.“

Ihre Motivation und Antriebskraft hat Jana Weiss, weil sie die aktuelle Kitalandschaft verändern möchte.

„Mir ist einfach wichtig, dass es für alle einigermaßen rund läuft im Leben und keiner auf der Strecke bleibt. Das gilt insbesondere für Kinder, die sich noch nicht selbst um ihre Interessen kümmern können – dafür sind wir Erwachsenen da.“

Von Johanna Uminski

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