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Potsdam-Mittelmark Emstal macht sich für Kreiserntefest schick
Lokales Potsdam-Mittelmark Emstal macht sich für Kreiserntefest schick
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09:21 04.09.2018
Die Emstaler wollen am Wochenende gute Gastgeber des Kreiserntefestes sein. Quelle: privat
Emstal

 Wer kann noch eine Sense dengeln, Federn spleißen oder eine schnurgerade Ackerfurche ziehen? Nachhilfeunterricht im Fach Bäuerliches Leben und Landwirtschaft gibt es vom 14. bis 16. September in Emstal. Der Kloster Lehniner Ortsteil ist in diesem Jahr Gastgeber des Kreiserntefestes in Potsdam-Mittelmark. Die gastfreundlichen Emstaler haben Erfahrung mit vielen Besuchern.Sie haben bereits im Mai ihre 825-Jahr-Feier gemeistert und blicken auf viele Backofenfeste zurück, mit denen das Dorf überregional bekannt geworden ist.

Schlechtes Jahr für die Feldbauern

Das Kreiserntefest 2018 findet vor dem Hintergrund eines schlimmen Dürrejahres für die Feldbauern statt. In Potsdam-Mittelmark lag der durchschnittliche Hektarertrag bei Winterweizen bei 38,9 Dezitonnen. Normal wären rund 70 dt/ha. Der Winterroggen brachte es auf 23,7 Dezitonnen. Das sind nur 50 Prozent vom langjährigen Mittel. Bei der Gerste sieht es mit 38,7 dt/ha nicht besser aus. Über 60 Dezitonnen hätten es sein müssen. Zum Vergleich: Der ökologische Landbau schaffte es zum Beispiel bei Roggen nur auf 14,8 dt/ha. Der doppelte Ertrag hätte es für den langjährigen Durchschnitt sein müssen.

Eröffnet wird das Kreiserntefest am 15. September um 9.30 Uhr mit dem Kreisleistungspflügen. Noch können sich Teilnehmer mit Pferden oder Traktoren anmelden. An beiden Tagen gibt es einen bäuerlichen Herbstmarkt, Brote aus dem Backofen, Technikschauen, Ausstellungen, Erntekronen und bunte Bühnenprogramme. Am Sonntag, 16. September, findet um 10 Uhr ein Gottesdienst statt. 11 Uhr Frühschoppen mit den Original-Bollmann-Musikanten. Puppentheater um 15.30 Uhr.

Die Vorbereitungen auf diesen Höhepunkt im Landkreis laufen längst auf Hochtouren. Hofbesitzer, wie die Familien Leonhardt/Behrendt, Rechlin und Lehman/Andert bereiten ihre Anwesen für Veranstaltungen, Treffpunkte und Besichtigungen vor. Anwohner der Alten Lehniner Straße, wo sich der bäuerliche Herbstmarkt abspielt, stellen Stromanschlüsse zur Verfügung. Private Landbesitzer sorgen für ausreichend Parkplätze, die sich von Lehnin aus kommend am Ende der Hauptstraße befinden. Ganz vorn bei den Vorbereitungen dabei ist natürlich die Backofengemeinschaft. Die Mitglieder um ihren Vorsitzenden Udo Wernitz feuern die Öfen auf dem Backplatz an. Auch das Backofenmuseum ist geöffnet.

Diese Strohkuh begrüßt die Besucher des Kreiserntefestes in Emstal. Quelle: Kreisbauernverband

Die Emstaler übernehmen in diesem Jahr den Staffelstab von den Fohrdern, die sich 2017 als perfekte Ausrichter erwiesen haben. Als Veranstalter wird der Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark (KBV) zusammen mit dem Kreislandfrauenverband (KLV) ein Füllhorn voller Höhepunkte über die Besucher ausschütten. Dazu gehört die Fotoausstellung des Lehniners Wolfgang Lorenz über „Menschen in der Mittelmark“ in der Kirche, ein buntes Bühnenprogramm, dem traditionellen Leistungspflügen mit Pferden und Traktoren. Es gibt Erntekronen und altes Handwerk zu sehen, Kinderbelustigungen, Frühschoppen und einen Gottesdienst am Sonntag.

Der Mann mit der Sense

„Es ist einfach toll zu erleben, wie sich die Emstaler in die Vorbereitungen einbringen“, schwärmt Organisationschefin Cornelia Hurttig vom Kreislandfrauenverband. Auch die Emstaler Erntekrone, an der Ingrid Deichgräber, Monika Gieloff und Brigittte Fräde gearbeitet haben, ist bereits fertig. Damit das Erntekronenbinden als schönes Brauchtum nicht verloren geht, schicken in diesem Jahr erstmals die Weseramer Landfrauen eine Erntekrone nach Emstal. Um eine alte Kunst geht es auch bei Stefan Bauer, Brandenburgs erster offizieller Sensenlehrer. Er zeigt den Gästen des 22. Kreiserntefestes das lautlose Mähen mit einer scharfen Sense, sowie das Dengeln und Wetzen, um eine scharfe Schneide zu bekommen. Sogar für Dengelkurse kann man sich bei dem Rathenower anmelden.

Der Sensenmann Stefan Bauer kommt auch nach Emstal. Quelle: privat

Im Zeichen des Nachwuches steht bereits der Freitag, 14. September. Im Vorfeld des Kreiserntefestes kommen an die 200 Grundschüler aus Lehnin und Fichtenwalde zum Tag der Landjugend nach Emstal. „Es wird einen großen Stationsbetrieb geben. Dabei lernen die Kinder unter anderem, wie man Marmelade herstellt. Wir haben Kissenhüllen vorbereitet, die mit gespleißten Federn gefüllt werden. Zusammen mit dem Lehniner Institut für Kunst und Handwerk entsteht ein Kunstprojekt. Zu Gast ist auch Ines Weigmann vom Naturschutzzentrum Krugpark“, sagte Silvia Hermann von der Initiative „Landaktiv“ der MAZ.

Ohne Festumzug

Im Gegensatz zu Fohrde wird es in Emstal leider keinen Festumzug geben, was mit der verkehrsgeografischen Lage zu tun hat. Die Emstaler Ortsdurchfahrt ist eine Landesstraße, die als Umleitungsstrecke für die Autobahn dient. Deshalb finden alle Veranstaltungen auf dem Backplatz und der sich anschließenden Alten Lehniner Straße statt. Mit einbezogen in die Feiermeile ist dafür der Gehweg entlang der Hauptstraße bis zur Kirche.

 

Von Frank Bürstenbinder

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