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Potsdam-Mittelmark Erinnerung an Manfred Stolpe bei Wechsel im Bildungshaus am Seddiner See
Lokales Potsdam-Mittelmark Erinnerung an Manfred Stolpe bei Wechsel im Bildungshaus am Seddiner See
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16:37 09.01.2020
Der langjährige Schulleiter Klaus Benthin mit Nachfolgerin Antje Pecher und Udo Folgart, der dem Trägerverein der Heimvolkshochschule am Seddiner See vorsteht. Im Beisein zahlreicher Gäste fand am Donnerstag der Wechsel an der Spitze des Hauses statt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

Blumen, Präsente, Glückwünsche – an der Spitze der Heimvolkshochschule am Seddiner See gibt es einen Wechsel. Der Mitbegründer und langjährige Schulleiter Klaus Benthin aus Wildenbruch übergab 27 Jahre nach der Aufnahme des Seminarbetriebes am Donnerstag den Staffelstab an seine Nachfolgerin und bisherige Stellvertreterin Antje Pecher aus Borkheide.

Landwirtschaft ist ein Schwerpunkt

Der Standort der Heimvolkshochschule am Seddiner See geht auf die Siedlung Kunersdorf zurück, die im 15. Jahrhundert wüst gefallen ist. Später entstand dort ein Forsthaus. 1973 übernahm die NVA die Liegenschaft und baute es zu einer Ferieneinrichtung aus.

1993 konnte ein zuvor gegründeter Trägerverein die Immobilie erwerben. Unmittelbar danach begann der erste Seminarbetrieb. Es folgten Jahre des schrittweisen Umbaus zu einem Tagungshaus, das heute aus der Bildungslandschaft in Potsdam-Mittelmark und Brandenburg nicht mehr wegzudenken ist.

Mit ihrer inhaltlichen Arbeit Arbeit konzentriert sich die Heimbildungsstätte auf landwirtschaftliche Themen und auf die Entwicklung des ländlichen Raums. Angesiedelt sind in dem Haus auch die Projekte der Kinder- und Jugendbildung Landaktiv und Agraraktiv.

Eine Verabschiedung hat es bei der „Hofübergabe“ jedoch nicht gegeben. Dafür wurden die Büros getauscht. Benthin bleibt der aus einem ehemaligen NVA-Ferienheim entstandenen Bildungseinrichtung noch bis März 2021 erhalten – als Pechers Stellvertreter. Beide sind ein eingespieltes Team, haben an der Humboldt-Uni studiert, sind promovierte Landwirtschaftsexperten, waren einmal Kollegen am Institut für Biotechnologie in Potsdam.

Für den Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark bedankt sich Geschäftsführerin Silvia Wernitz bei Klaus Benthin für die langjährige Zusammenarbeit. Quelle: Frank Bürstenbinder

Nach der politischen Wende trennten sich zunächst ihre Wege. Pecher blieb im Labor, Benthin wollte mit Gleichgesinnten eine ländliche Heimvolkshochschule nach dänischem Vorbild gründen. Darunter Wolfgang Rein, damals Landjugendpfarrer in Fehrbellin. „Ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Aber wir haben es mit Hilfe vieler Unterstützer geschafft“, sagte Benthin der MAZ.

Bund hatte die Hand drauf

Schon die Suche nach einer Immobilie war für den 1992 gegründeten Trägerverein ein Abenteuer. 1993 gelang die Übernahme und der Kauf der Liegenschaft „Forsthaus am Seddiner See“ im typischen DDR-Standard. Im Ernstfall sollte das NVA-Ferienheim als Reservistenlager dienen. Die Hand auf das idyllisch am Seeufer gelegene Immobilie hatte der Bund.

Talkrunde zur Hofübergabe: Die neue Schulleiterin Antje Pecher und der Vorsitzende des Trägervereins, Udo Folgart. Quelle: Frank Bürstenbinder

Wolfgang Puwalla, damals im Bundesvermögensamt tätig, erinnert sich gegenüber der MAZ: „Die Übergabe an den Trägerverein zum Aufbau einer Heimvolkshochschule hat sich als richtige Entscheidung erwiesen. Dabei gab es auch andere Bewerber. Deshalb wurde das Land Brandenburg beim Verkauf einbezogen. Am Ende war es Manfred Stolpe, der sein entscheidendes Wort für eine Bildungsstätte in die Waagschale warf.“

Umbau und Modernisierung

Als sich die Lage des noch jungen Bildungsstandortes stabilisierte, holte Benthin 1998 seine einstige Kollegin aus DDR-Zeiten an den Seddiner See und machte Pecher zur Stellvertreterin. Gemeinsam begannen Jahre der inhaltlichen Ausrichtung auf Landwirtschaftsthemen und zur ländlichen Entwicklung. Dazu kam der steinige Weg des Umbaus und der Modernisierung, der nur mit Fördermitteln der EU und des Landes möglich war.

Unter einem Dach

Mit Benthins Gang in die zweite Reihe wird sich an der grundsätzlichen Ausrichtung des Hauses nichts ändern. Und die heißt: Leben und Lernen unter einem Dach. „Mit unseren Seminaren wollen wir an die rasante Entwicklung in der Landwirtschaft anknüpfen, deren Arbeit immer kapitalintensiver, unternehmerischer und digitaler wird“, benannte Pecher eine der Herausforderungen.

Über die Jahre wurde die Heimvolkshochschule am Seddiner See zu einem modernen Bildungsstandort mit rund 100 Betten, zahlreichen Seminarräumen und einem Tagungshaus ausgebaut. Quelle: Frank Bürstenbinder

Neben Angeboten mit eigenen Referenten ist die Heimvolkshochschule Veranstaltungsort für zahlreiche Gastseminare – vom Chor bis zu den Bienenzüchtern. Im Jahr übernachten rund 13 000 Seminarteilnehmer in der Einrichtung vor den Toren Potsdams. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) weiß die Arbeit des Bildungsstandortes zu schätzen. „Der Landkreis wird immer an ihrer Seite sein“, gab Blasig der neuen Schulleiterin vor rund 100 Gästen mit auf den Weg.

Zwei Heimvolkshochschulen im Kreis

Potsdam-Mittelmark gehört zu den sieben Institutionen, die im Trägerverein vertreten sind. Darunter auch die Evangelische Kirche. Michael Lunberg vom Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz erinnerte in seinem Grußwort daran, dass in jedem Nachttisch eine Bibel liegt. Unter Gottes Segen solle die kommende Zeit stehen. Mit der Villa Fohrde in der Stadt Havelsee gibt es im Landkreis eine zweite Heimvolkshochschule, die ebenfalls von einem Verein getragen wird.

Von Frank Bürstenbinder

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