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Potsdam-Mittelmark Eröffnungsgala mit den „Swingschlampen“
Lokales Potsdam-Mittelmark Eröffnungsgala mit den „Swingschlampen“
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16:49 08.01.2017
Die „Swingschlampen“ beim umjubelten Programmreigen auf der Michendorfer Volksbühne. Quelle: Bernd Gartenschläger
Michendorf

Die Eröffnungsgala der Volksbühne Michendorf versprach jede Menge Vielfalt. Intendantenwechsel sind im Theatergeschäft Normalität und wachsen sich doch oft zu Umbrüchen aus. In Michendorf hatte der bisherige Chef und Gründer der Volksbühne Siegfried Patzer seinen Rückzug lange zuvor angekündigt, und am vergangenen Freitagabend wurde dieser Wechsel in der Leitung des Hauses mit einer opulenten Gala gefeiert.

Das Gesangsensemble „chorus vicanorum“ aus Michendorf belebte seinerseits den opulenten Galaabend im Michendorfer Volkshaus. Quelle: Bernd Gartenschläger

Anlass war auch der 90. Jahrestag des Volkshauses Michendorf, das als Spielstätte der Volksbühne nicht mehr aus dem Kulturleben der Gemeinde wegzudenken ist. Patzers Nachfolger ist ein überaus agiles Duo mit Hauptstadtanbindung. Die neuen Chefs heißen Steffen Löser und Christian A. Schnell. Sie betreiben in Berlin die Künstleragentur Stageworkers und sind jung gebliebene Theaterhasen. Ihr Konzept ist denkbar einfach und findet sich als werbendes Motto in fast jedem Text oder Bild wieder: „Theater macht Spass“. Im Gespräch mit der MAZ präzisierte Schnell dann den Anspruch der neuen Geschäftsführung: „Theater darf alles, außer das Publikum langweilen“. Deshalb wolle man das Angebot erweitern und neben den Theaterinszenierungen auch Musik, Kinder- und Jugendtheater sowie Gastspiele mit in den Spielplan aufnehmen. Jährlich 120 Vorstellungen stehen auf dem Spielplan. Das Ensemble soll ausschließlich aus Berufskünstlern bestehen und auch auf das Publikum warten Neuerungen. So sollen ein eigener Theaterjugendclub und ein Theaterseniorenklub gegründet werden. Etliche Verbesserungen im Werbeauftritt und bei der Kartenvorbestellung sind bereits realisiert.

Die erste neue Premiere „Ekel Alfred - Ein Herz und eine Seele“ am 13. Januar und die Vorstellung am 27. Januar sind bereits ausverkauft. Gut möglich, dass die Theaterfassung mit Wolfgang Menges Originaltexten längerfristig auf ein ähnliches Interesse stößt, wie die legendäre Fernsehserie, die zum Straßenfeger wurde. Die Reaktionen des Publikums bei Ekel Alfreds Verbalentgleisungen beim Szenenausschnitt auf der Gala waren jedenfalls heftig und sprechen für die Zeitlosigkeit dieses Produkts. Überhaupt war die neue Direktion sichtlich bemüht, die gesamte Bandbreite des zukünftigen Angebots auf der Bühne zu präsentieren. Zum Auftakt sang der ortsansässige gemischte Chor „chorus vicanorum“ drei Lieder a-capella, darunter Louis Armstrongs „What a wonderful world“.

Es blieb nicht die einzigen Gesangstitel dieses Abends, denn auch die aus Film und Fernsehen bekannte Iris Werlin las nicht nur mit warmer sonorer Stimme, sondern sang auch Zarah Leanders Jahrhundertsong „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“. Eine weitere Diva der Filmgeschichte, Hildegard Knef, feierte ihre Auferstehung gleich doppelt. Alexandra Marinescu und Tina-Nicole Kaiser sangen im Duett „Eins und eins, das macht zwei“ als Vorschau auf ihr „musikalisch-seelisches“ Knef-Porträt „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Ein halbes Luna-Jazz-Quartett und drei singende junge Damen, die sich „Swingschlampen“ nennen, sowie die Mitglieder der „HauptstadtOperette“ bewiesen das offene Ohr der neuen Chefs für sämtliche Musikgenres. Daneben gab die Gala einen Vorgeschmack auf weitere Theaterhöhepunkte wie die Inszenierungen von Francis Vebers Komödie „Dinner für Spinner“ und Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“.

Mit dabei war auch die Schauspielerin Iris Werlin (Theater am Kurfürstendamm) mit ihrer sonoren Stimme. Quelle: Bernd Gartenschläger

Als dann der Publikumsliebling aus DDR-Tagen, Heinz Behrens, „Hamlets Geist“ von Erich Kästner rezitierte, schloss sich der umjubelte Programmreigen. Der sichtlich zufriedene Ex-Chef Patzer prophezeite der MAZ im vollen Foyer: „Die Vision, ein kleines Theater in Michendorf zu etablieren, erfüllt sich jetzt!“

Aus DDR-Zeiten immer noch beliebt: Heinz Behrens las Kästner. Quelle: Bernd Gartenschläger

Neue Theaterdirektion

Das Theater im Michendorfer Volkshaus ist im Juni 2010 mit der tragischen Posse „Der Bockerer“ eröffnet worden. Die Spielstätte ist ein Werk des früheren Theaterleiters Siegfried Patzer, der mit Geld aus seinem Privatvermögen in dem Gebäude das Theater mit Foyer schuf. Seit Januar 2017 haben zwei Berliner Theaterprofis die Michendorfer Volksbühne übernommen: Steffen Löser und Christian A. Schnell.

Steffen Löser studierte Musik und Gesang an der Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar und arbeitete unter anderem an Theatern in Halberstadt und Coburg. Schon am Landestheater Coburg wurde er Chefdisponent des Hauses. Danach leitete er in gleicher Funktion den künstlerischen Betrieb des Theaters Regensburg. Seit 2014 ist er Produktionsleiter der Altmühlsee Festspiele in Muhr a. See, seit 2015 arbeitet er selbstständig als Kulturmanager.

Christian A. Schnell ist seit 2014 Intendant der Altmühlsee Festspiele in Muhr a. See. Schon während des Studiums der Musikwissenschaften und Germanistik war Schnell Regiemitarbeiter unter anderen an der Deutschen Oper Berlin sowie an den Bühnen der Stadt Bielefeld und an der Wiener Staatsoper. 1990 war er der jüngste deutsche Theaterintendant am Volkstheater Halberstadt.

Schnell hat mehr als 50 Inszenierungen – von Oper, Operette, Schauspiel bis zu großen Musicalproduktionen – auf die Bühne gebracht.

Von Lothar Krone

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