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Potsdam-Mittelmark „Es geht wirklich los: Wir haben Glück“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Es geht wirklich los: Wir haben Glück“
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17:37 10.04.2015
Daniela Singhal mit Sohn Yarin – geboren am 1. April in Potsdam. Quelle: privat
Bad Belzig

Dennoch würde ich jetzt gerne etwas anderes hören. Denn: Drei Wochen vor dem errechneten Termin habe ich das Gefühl, dass meine Fruchtblase geplatzt ist. Die Wehen kommen seit einer Stunde alle vier, fünf Minuten. Ich würde gerne in den fünf Minuten entfernten Kreißsaal fahren, untersuchen lassen, ob es wirklich das Fruchtwasser war und die Geburt bevorsteht. Doch der macht ausgerechnet heute um Mitternacht erst einmal seine Schotten dicht.

Der Rat der diensthabenden Hebamme zum Abschied: „Wenn ich Sie wäre, würde ich einen Krankenwagen rufen und ins nächste Krankenhaus fahren.“ Ich bin verunsichert: Ist das wirklich notwendig? Ich weiß ja nicht einmal, ob meine Fruchtblase wirklich geplatzt ist, ob das jetzt wirklich Geburtswehen sind oder alles nur ein Fehlalarm. Ich rufe meine Hebamme aus der Vorsorge in Potsdam an. Sie sagt, dass ich mich noch einmal hinlegen und schlafen soll. Wer hat denn jetzt Recht?

Ich suche nach Antworten in einem Schwangerschaftsratgeber und meiner Intuition. Ich will nicht als Fehlalarm losfahren, aber auch kein Risiko eingehen. Was, wenn es dann doch schon in der Nacht losgeht und wir den Weg nach Potsdam nicht mehr schaffen?

Dort sollte unser Sohn eigentlich als Alternative zum Bad Belziger Kreißsaal im Geburtshaus zur Welt kommen. Freunde fragten: „Wow, da müsst ihr ja 70 Kilometer fahren. Ist euch das nicht zu weit?“ Ich war optimistisch und meinte, dass es schon okay und sicherlich irgendwie machbar sei. So eine erste Geburt dauert ja, wie man hört und liest, oft länger.

Kostenfreies Quartier

Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ bietet in Potsdam ein Boardingsystem an. Kostenfrei können dort Appartements genutzt werden.
Dies ist ein Offerte für Schwangere, die vor der Geburt die Nähe zum Perinatalzentrum suchen. Damit sollen Sicherheit von Mutter und Kind gewährt, Risiken reduziert werden.
info: Tel. 0331/2415651.

Doch in der besagten Nacht erscheint mir der Weg auf einmal wie eine Ewigkeit. Die Wehen sind schon stark und ich frage mich, wie ich jetzt wohl eine Stunde lang im Auto sitzen soll? Ich weiß aus der Vorsorge, oder zumindest meine ich, zu wissen: Mein Baby liegt schon tief genug im Becken.

Selbst wenn meine Fruchtblase wirklich geplatzt sein sollte: Ich muss eigentlich nicht liegend transportiert werden. Ich entscheide mich also gegen einen Krankenwagen und für unseren Renault Kangoo. Mein Freund fährt, meine Mitbewohnerin hält hinten Händchen. Draußen tobt Sturm Niklas. Wir hören Klassikradio. Ich kralle mich bei jeder Wehe in den Haltegriff, würde mich lieber bewegen, muss aber sitzen.

Unangemeldet erscheinen wir in der Geburtshilfe-Abteilung des Sankt-Josef-Krankenhauses. Die Fruchtblase ist nicht geplatzt, aber der Muttermund schon weit offen. Es geht also wirklich los! Wir haben Glück: Die Hebamme ist zwar schon mit einer Geburt beschäftigt, aber ein Kreißsaal ist noch frei.

Unser Sohn Yarin Niklas wurde wenige Stunden später am 1. April 2015 um 8.07 Uhr geboren. Er dürfte somit das erste Baby sein, das nicht mehr wie eigentlich gewünscht in Bad Belzig zur Welt kommen durfte. Wir sind glücklich und stolz. Jetzt müssen wir nur noch die Geburtsurkunde aus Potsdam abholen.

Von Daniela Singhal

Anm. d. Red.: Die Autorin lebt als freie Journalistin in Bad Belzig.

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