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Potsdam-Mittelmark Falsche Polizisten hacken Kontodaten eines Rentners
Lokales Potsdam-Mittelmark Falsche Polizisten hacken Kontodaten eines Rentners
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11:32 02.07.2019
Die Brandenburger Polizei warnt vor falschen Polizisten, die Bürger mit unterschiedlichen Methoden ausplündern wollen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Bad Belzig

Die Betrüger gaben vor, Polizisten zu sein. Sie schlichen sich in den vergangenen Tagen in das Vertrauen eines 77 Jahre alten Mannes aus Bad Belzig. Am Ende der Betrugsserie hat er etliche tausend Euro verloren.

Wie üblich bei dieser Betrugsmasche habe sich ein Unbekannter telefonisch bei dem Geschädigten gemeldet und sich als Polizeibeamter vorgestellt, berichtet Polizeisprecherin Therese Franz.

Der vermeintliche Beamte wusste schon Bescheid, bei welcher Bank das Opfer Konten besitzt. So schenkte der 77-Jährige dem falschen Polizisten sein Vertrauen.

Trick mit der Nummer 110

Der Fremde führte mehrere Telefonate mit dem Bad Belziger. Er forderte ihn sogar auf, die Nummer 110 zu wählen, um sich davon zu überzeugen, dass er es tatsächlich mit einem Polizisten zu tun hat.

Daraufhin wählte der Rentner die Notrufnummer der Polizei, doch hatte er zuvor den Hörer nicht aufgelegt. So gelangte er nun an eine andere Person, die sich am Telefon ebenfalls als Polizist ausgab und den „Auftrag“ seines Kollegen bestätigte.

Angeblicher Verbrecherring

Dieser Auftrag bestand darin, dass der Rentner daran mitwirken solle, einem Verbrecherring das Handwerk zu legen. Dazu müsse er eine Scheinüberweisung tätigen. Das Geld würde ihm nach der Operation erstattet werden.

Damit nicht genug. Während der gesamten Prozedur schafften es die Betrüger, dass unter ihrer telefonischen Anleitung eine Software auf dem Computer des betrogenen Mannes installiert wurde. Damit konnten die Täter auf den PC und die Kontodaten des 77-Jährigen zugreifen.

Mehrere zehntausend Euro Schaden

Die Verdächtigen haben in der Folge mehrere Überweisungen im niedrigen fünfstelligen Bereich vorgenommen, berichtet Polizeisprecherin Franz. Nach und nach wurde der 77-Jährige aber stutzig. Denn immer wieder Geld war von seinem Konto abgebucht worden.

Der Bad Belziger Rentner suchte schließlich die richtige Polizei auf und erstattete Anzeige. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen Betruges.

Wichtige Verhaltenstipps der Polizei

Die Sprecherin der Polizeidirektion nimmt den erheblichen Betrugsfall zum Anlass, Verhaltenstipps für vergleichbare Fälle zu geben. Sie lauten:

• „Lassen Sie sich nicht ausfragen! Geben Sie keine familiären oder finanziellen Details preis (keine Auskünfte über Namen von Verwandten und über Ihr Geldvermögen im Haus oder auf Ihren Konten; keine Angaben zu Ihrem Geldinstitut oder Ihrer Kontonummer).

• Lassen Sie sich nicht verunsichern, auch und vor allem dann nicht, wenn der Gesprächspartner Ihre persönlichen Daten kennt.

• Lassen Sie sich nicht durch dubiose Geschichten unter Druck setzen.

• Die Polizei wird Sie niemals auffordern, im Rahmen von Ermittlungen Geld zu überweisen.

• Übergeben Sie kein Geld, Schmuck oder andere Vermögenswerte an Personen, die Sie nicht persönlich kennen – auch nicht an die Polizei!

• Die Polizei wird sie niemals mit der Nummer 110 anrufen.

Wenn diese Nummer im Display auftaucht, können Sie sicher sein, dass Betrüger ihr Glück versuchen.

• Notieren Sie sich, wenn möglich, die auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Telefonnummer des Anrufers. Das kann bei den späteren Ermittlungen der Kriminalpolizei hilfreich sein.

• Haben Sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei. Sie erreichen die Polizei unter der Rufnummer: 110!

• Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei, wenn Sie Opfer geworden sind.

• Lassen Sie sich kostenlos beraten, nehmen Sie Kontakt mit der örtlich zuständigen Polizeidienststelle auf.“

Von Jürgen Lauterbach

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