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Potsdam-Mittelmark Feuerwehr Seddin feierte 90. Geburtstag
Lokales Potsdam-Mittelmark Feuerwehr Seddin feierte 90. Geburtstag
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09:17 10.04.2018
Benjamin Böge ist Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Seddin. Mit weiteren Feuerwehrleuten recherchierte er mühevoll im Kreisarchiv Potsdam-Mittelmark und im Brandenburgischen Landeshauptarchiv die 90-jährige Geschichte seiner Wehr.
Benjamin Böge ist Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Seddin. Mit weiteren Feuerwehrleuten recherchierte er mühevoll im Kreisarchiv Potsdam-Mittelmark und im Brandenburgischen Landeshauptarchiv die 90-jährige Geschichte seiner Wehr. Quelle: H. Helwig
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Seddin

Wann die Freiwillige Feuerwehr Seddin wirklich gegründet wurde, lässt sich wohl nicht mehr genau feststellen, sagt Ortswehrführer Benjamin Böge. Die Chronik der Wehr ist irgendwann in den Wendewirren verschwunden. Böge und einige seiner Kameraden haben mühevoll im Kreisarchiv Potsdam-Mittelmark und im Brandenburgischen Landeshauptarchiv recherchiert. Den ältesten Hinweis auf eine organisierte Löschtruppe fanden sie schließlich in einer Notiz vom 27. März 1927. „Vielleicht ist die Wehr auch schon viel älter. In früheren Einträgen wird über gemeinsame Einsätze von Michendorfer und Seddiner Feuerwehrleute berichtet. Doch wir haben dieses Datum als offiziellen Gründungstag übernommen“, erklärt Seddins Feuerwehrchef. Demnach wäre die Wehr jetzt 90 Jahre alt, was die Feuerwehrleute kürzlich mit ihren Partnern auf dem Spargelhof Jakobs in Beelitz feierten.

Ein Gruppenfoto von 1928 erhärtet die Annahme des vorangegangenen Gründungsjahres. Das Foto könnte am traditionsreichen Gasthof „Jägerhof“ oder am Kirchplatz des Dorfes entstanden sein. Im Gründungsjahr sollen der Wehr 21 Feuerwehrleute angehört haben. Ihr Chef soll ein gewisser Ernst Winterfeldt gewesen sein. „Die erste Ausrüstung bestand aus Wassereimern, Schläuchen und einer Motorspritze, die auf einem Handwagen befestigt war“, hat Böge herausgefunden.

Unvergessen bleibt den Seddinern wohl der Großbrand zwischen Seddin und Ferch vom Mai 1976, den sie tagelang gemeinsam mit Feuerwehren aus den umliegenden Orten und aus Potsdam bekämpften. Ein Radsatzlager eines Schienenfahrzeuges der Bahn soll sich überhitzt und dessen Funken den Wald entzündet haben. „In den heißen Trockenperioden mussten regelmäßig Brandwachen gehalten und die Gerätehäuser besetzt werden. Dafür wurde man von der Arbeit freigestellt“, erinnert Böge an den Brandschutz zu DDR-Zeiten. Heute haben die meisten Wehren Probleme, eine Tagesbereitschaft abzusichern. „Wir haben das Glück, dass einige Kameraden beim Bauhof der Gemeinde arbeiten und schnell einsatzfähig sind.“

Mit der politischen Wende wandelten sich auch die Aufgaben der Seddiner Wehr. Die technischen Hilfeleistungen haben die Löscheinsätze zahlenmäßig in den Hintergrund gedrängt. Die neuen Herausforderungen verlangen aber nicht nur eine qualifiziertere Ausbildung der 29 aktiven Feuerwehrmänner und sieben -frauen, sondern auch ihre entsprechende Ausrüstung. Dazu soll unter anderem vom März bis zum Oktober 2018 das Feuerwehrgerätehaus in Seddin um- und ausgebaut werden. Außerdem werden die Seddiner im nächsten Jahr zusätzlich zu ihrem Rettungsboot und ihrem Kleinlöschfahrzeug ein Tanklöschfahrzeug von ihren Neuseddiner Kollegen übernehmen.

Von Heinz Helwig