Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Feuerwehrmann traurig: Mädchen stirbt trotz Spende
Lokales Potsdam-Mittelmark Feuerwehrmann traurig: Mädchen stirbt trotz Spende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:30 29.12.2016
Ronny Seiler würde auch nach dem Rückschlag noch einmal spenden.
Ronny Seiler würde auch nach dem Rückschlag noch einmal spenden. Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Werder

Es war eine Karte, die alle Hoffnung zerrissen hat. Ronny Seiler (35) aus Werder hatte bis zuletzt daran geglaubt, dass er das Leben seines genetischen Zwillings retten kann. Doch das zwölf Jahre alte Mädchen aus Australien war durch den Blutkrebs so geschwächt, dass es aufgeben musste. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) informierte den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Werder über eine Karte. „Wir haben oft in der Familie darüber geredet und uns gefragt, wie es ihr wohl geht. Als wir das erfahren haben, waren wir alle sehr geknickt und es sind nicht nur bei meinen Töchtern die einen oder anderen Tränen geflossen“, sagt Seiler.

Wie berichtet, haben sich neben Seiler etliche andere Kameraden der Werderaner Feuerwehr vor zwei Jahren an einer Typisierungsaktion der DKMS beteiligt. Gesucht wurde damals eigentlich eine Spende für einen Mittfünfziger aus Groß Kreutz.

Trotz Rückschlag würde er wieder spenden

Im April informierte die Gesellschaft Seiler darüber, dass er als Spender infrage kommt. Mitte Juni unterzog er sich dann einer Operation und gab 1,3 Liter Knochenmark an das Mädchen in Australien. Im September spendete er erneut, weil sich die Blutwerte der Zwölfährigen nicht so entwickelten, wie es sich die Ärzte erhofft hatten. Die Nachspende – eine periphere Blutstammzellspende, fand, wie die auch Operation im Juni, in Dresden statt. „Da gab es noch Hoffnung“, erzählt der 35-Jährige.

Näheren Kontakt hatte er zu seinem Blut-Zwilling nicht. Die Anonymitätsvorschriften der DKMS lassen das nicht zu. Das Band zwischen Spender und Empfänger soll nicht zu eng werden. Dennoch waren für Seiler Gefühle mit der Spende verbunden. „Wer das noch nicht gemacht hat, kann es sich nicht vorstellen“, sagt er. Über 1000 Faktoren müssen stimmen, bis man den genetischen Zwilling gefunden hat. Die kleine Australierin sei wie eine Schwester gewesen. Ihr Tod hat ihn sehr getroffen. Dennoch würde er auch noch ein zweites Mal spenden, um ein Leben zu retten. Ein Jahr bleibt Seiler vorerst gesperrt. „Ich werde auf jeden Fall versuchen, Kontakt zu den Eltern des Mädchens aufzunehmen“, so der selbstständige Hausmesstechniker.

Lesen Sie auch:

Lebensretter für eine kleine Australierin

Von Luise Fröhlich