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Potsdam-Mittelmark Fläche für Feuerwache schrumpft
Lokales Potsdam-Mittelmark Fläche für Feuerwache schrumpft
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01:00 21.04.2018
Das alte Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Bad Belzig an der Niemöllerstraße ist zu klein. Ein Neubau wird vorbereitet. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

Die Stadtväter reagieren auf die Preisentwicklung bei den ins Auge gefassten Grundstücken an der Brandenburger Straße 15a. Es ist nur noch ein Teilerwerb vorgesehen, um dort eine Feuerwache zu errichten. Favorisiert wird die 7400 Quadratmeter große Fläche, die dem Vernehmen nach der Belziger Kraftfutter-GmbH gehört.

Dafür müssten ihr von der Kommune knapp 240 000 Euro überwiesen werden. Außerdem hat das Unternehmen einen zehnprozentigen Nachlass für den Anliegerbeitrag gefordert, falls die Kirchhofstraße einmal ausgebaut werden sollte. Welcher Betrag das in Zukunft sein wird, lässt sich angesichts der aktuellen Baukostenentwicklungen nicht seriös einschätzen, hat Bauamtsleiter Christoph Grund gesagt. Fünfstellig aber dürfte die Summe gewiss nochmals werden.

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Dennoch sind das offenbar die nunmehr vertretbaren Aufwendungen für den fast optimalen Standort, um das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bad Belzig zu bauen. Zunächst waren Ausgaben von lediglich 190 000 Euro für insgesamt sogar 12 300 Quadratmeter kalkuliert gewesen. Diese Rechnung ging nicht auf, denn Politiker und Verwaltung hatten sie ohne die Eigentümer gemacht. Jene korrigierten ihre Forderungen der Nachfrage entsprechend deutlich.

Weitere Fläche im Blick

Wird kein Einvernehmen mit dem Futtermittelhersteller erzielt, will sich das Rathaus mit den beiden Privaten ins Benehmen setzen, welche die Nachbarflächen von insgesamt knapp 4900 Quadratmetern besitzen. Dann müssten wohl 170 000 Euro bezahlt werden. Aber für das ambitionierte Vorhaben wäre nur noch das Mindestmaß zur Verfügung, hieß es während der Abwägung der Möglichkeiten.

Die im vergangenen Jahr zuerst propagierte Idee, 5000 Quadratmeter vom Turnplatz zu bebauen, wird offenkundig nicht mehr verfolgt. Er ist zwar in städtischem Besitz und laut Feuerwehrspitze die beste Variante. Doch hatte sich erheblicher Protest dagegen nicht nur von Anliegern formiert. Mehr als 1000 Personen haben ihn unterzeichnet.

Alternative am Papendorfer Weg

Statt dessen hätten sich immerhin fünf von 21 Abgeordneten sogar mit der Ansiedlung im Papendorfer Weg anfreunden können. Darunter Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos). „Nach Lage der Dinge scheint mir persönlich die Zusage der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark am verlässlichsten“, sagte er nämlich. Dort könnten 8000 Quadratmeter für 180 000 Euro erworben werden. Die Stadt Bad Belzig hat die Fläche vor Jahren abgegeben, weil sie in Geldnot geraten war und im Landratsamt durchaus noch eigene Erweiterungspläne gehegt wurden. Sie scheinen nun vom Tisch und deshalb könnte die Fläche zeitnah und ohne große Aufschläge wieder zurückgehen, wird in der Anlage zum Beschluss der Stadtverordneten erläutert.

Planung: 1,5 Jahre

Der Neubau der Feuerwache soll rund 4,5 Millionen Euro kosten.

Die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung des Bebauungsplanes wird laut Verwaltung etwa eineinhalb Jahre dauern.

Derweil soll ein Architektenwettbewerb die optimale Bebauung für das Grundstück zu Tage fördern.

Grundstücksgröße und -preis sind nicht die einzigen Konditionen, die zu beachten sind. So sind die Veränderungen der durchschnittlichen Ausrückzeiten – im Vergleich zur Niemöllerstraße – hochgerechnet worden. 33 Sekunden mehr bräuchten die Kameraden demnach bis zur Brandenburger Straße, zum Papendorfer Weg wäre es mehr als eine Minute. „Das wirkt sich negativ auf die Hilfsfristen aus“, mahnte Olaf Beelitz vor einer Abkehr von der zentralen Lösung. Der Stadtwehrführer verweis auf Erfahrungen anderer Löschgruppen, die in ihrer Kommune ein Domizil am Rande erhalten haben und weite Wege auf die andere Seite zurücklegen müssten.

Lärmschutz könnte Thema werden

Schon nämlich werden Befürchtungen laut, es könnte Probleme mit dem Lärmschutz geben. Jürgen Gottschalk (CDU) erinnerte an den Streit in Brück, wo sich Nachbarn nachts von der Sirene gestört fühlen. Die Erfahrungen in Bad Belzig an der Niemöllerstraße sind besser. „Der Widerstand ist eher von den Behörden zu erwarten“, berichtet Fachamtsleiter Christoph Grund schließlich aus seiner Erfahrung.

Von René Gaffron