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Potsdam-Mittelmark Flur-Galerie zeigt Werke von Jürgen Parusel
Lokales Potsdam-Mittelmark Flur-Galerie zeigt Werke von Jürgen Parusel
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08:34 11.01.2017
Jürgen Parusel zeigt seine Arbeiten in der Kleinen Flurgalerie. Quelle: Danilo Hafer
Bad Belzig

Baukräne und ein Hochhaus dominieren die düstere Berliner Stadtlandschaft. Im Vordergrund ein schwarzer Rabe, im Schnabel eine Spielkarte, den Joker, unter dem rechten Bein ein Zirkel. „Der Architekt“ hat Jürgen Parusel die Schwarz-Weiß-Grafik betitelt. Entstanden ist sie bereits vor 20 Jahren, doch angesichts des anhaltenden Baubooms ist sie aktuell. Diese und andere Grafiken des Wahl-Belzigers Jürgen Parusel sind bis Mitte Februar in der Kleinen Flurgalerie in Bad Belzig zu sehen.

Die Arbeiten sind keine gewöhnlichen Grafiken, es sind Grußkarten, die Jürgen Parusel seit 1986, immer zum Jahreswechsel, an Künstlerfreunde verschickt hat. Sie beziehen sich oft auf politische Ereignisse oder modisch strapazierte Schlagwörter und sind zumeist entsprechenden humorig gereimten Kommentaren ausgesetzt. Schlagwörter wie „Ruckrede“, „Super-Wahljahr“, „Strukturreform – Reformstruktur“ oder „Wirtschaftsförderungsbeschleunigungsgesetz“ gaben Jürgen Parusel einen Anstoß, sich ihnen mit spitzer Feder zu widmen. Nicht selten wird, über 30 Jahre hinweg, das Schneckentempo zwischen politischer Zielsetzung und ihrer Realisierung deutlich.

Inspirationsquelle Völkerkundemuseum

Gut zu erkennen auch am Thema Alterspyramide. Fast alle Grafiken von Parusel zeigen dabei als Sinnträger Tiere und die entsprechende Jahreszahl, teils deutlich erkennbar, teils versteckt im Gewirr der Linien. Die Idee zu dieser besonderen Form der Neujahrsgrüße hatte der Künstler nach einem Ausstellungsbesuch. „Im Völkerkundemuseum in Dahlem wurden auch japanische Farbholzschnitte gezeigt, diese Art der Grafik habe ich mit Malerfreunden aufgegriffen.“

Daraus wurde eine künstlerische Brieffreundschaft. Denn auf seine Grußkarten erhielt Jürgen Parusel eine gestaltete Antwort. Als erklärendes Beispiel wird in der Ausstellung ein grafischer Gruß-Austausch anlässlich der Maueröffnung 1989/90 zwischen Parusel und seinen Künstlerfreunden Tony Thorrilhon (heute in Rheinsberg) und Carlos Gonzales-Yanez (Bleckede/Elbe) vorgestellt.

Freischaffender Maler in Berlin

Der Künstler Jürgen Parusel wurde 1940 in Prittisch an der Warthe (heute Polen) geboren. Nach dem Abschluss eines Studiums der Kunsterziehung in Kassel kam er 1975 als freischaffender Maler nach Berlin. Dort beschäftigte er sich in seinem Atelier intensiv mit manueller Druckgrafik. Neben seiner Malerei arbeitete er an einem gemeinsamen Projekt mit dem Goethe-Institut und dem Berufsverband Bildender Künstler, mit dem Ziel, eine Druckwerkstatt für Künstler in Algier einzurichten. Hierfür erhielt er 1988 ein Projektstipendium.

Seit 2015 lebt der Künstler mit seiner Frau, einer Fotografin, in Bad Belzig. „Das Haus in Berlin, in dem wir gewohnt und gearbeitet haben, wurde verkauft“, erläutert Jürgen Parusel. Da sie bereits Freunde in Belzig hatten, entschieden sie sich hierher zu ziehen. Der Wechsel von der Großstadt zur ländlichen Idylle fiel Jürgen Parusel aber nicht schwer. „Ich bin ja eigentlich Landschaftsmaler und daher hier genau richtig.“

Die Bilder sind kostenlos in der Kleinen Flurgalerie in der Straße der Einheit 14 in Bad Belzig zu sehen.

Von Danilo Hafer

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