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Potsdam-Mittelmark Frauenwoche startet am Donnerstag im Hohen Fläming
Lokales Potsdam-Mittelmark Frauenwoche startet am Donnerstag im Hohen Fläming
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10:37 01.03.2018
Claudia von Gélieu ist erneut als Clara Zetkin zu erleben. Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Heute startet die 28. Brandeburgische Frauenwoche. Mit dem provokanten Slogan „Selber Schuld“ will der Frauenpolitische Rat auf Missstände aufmerksam machen. 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts wollen die Initiatoren daran erinnern, dass, wenn Frauen sich gemeinsam für etwas stark gemacht haben, sie „selbst schuld“ an ihren Errungenschaften sind. Der Slogan ist also nicht nur negativ zu verstehen.

„Warum es so eine Aktionswoche braucht, zeigt sich im täglichen Leben“, erklärt Ines Gräßer, Sie ist Mitarbeiterin im Integrationsbüro von Potsdam-Mittelmark, das sich unter anderen für die Gleichstellung beider Geschlechte einsetzt. Es würde noch immer viele Dinge geben, die Frauen im Alltag empörten, berichtet Gräßer.

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Die Vielfalt von sozialen Ungleichheiten aufgrund des Geschlechts sei auch zwischen Havel und Fläming groß. Neun von zehn Alleinerziehenden seien Frauen. Zudem arbeiten sie eher in Teilzeit als Männer, was weniger Geld einbringt. Im Kreistag Potsdam-Mittelmark zeigt sich eindeutiges Bild: Hier sind lediglich elf von 56 Mitgliedern weiblich.

Dennoch sieht Gräßer den Landkreis in der Debatte um die Gleichstellung von Frauen und Männern dennoch auf einem guten Weg. Anlass zu Beschwerden bei ihr hat es offenbar noch nicht gegeben. Das Integrationsbüro, das eigentlich von Theresa Pauli geleitet wird, die aber noch in der Elternzeit weilt, soll zu Themen der Chancengleichheit und Inklusion vermitteln und beraten.

Die Aktionswochen rund um den Internationalen Frauentag kommen hierzulande mal informativ mal unterhaltsam daher. Der Auftakt wird Montag ab 18 Uhr in der „Alten Post“ in Brück begangen. „100 Jahre FrauenwahlrechtClara Zetkin blickt zurück“ ist der Titel des unterhaltsamen Vortrags der frauenhistorischen Expertin Claudia von Gélieu aus Berlin.

Für drei Stunden schlüpft sie in die Rolle der Frauenrechtlerin und berichtet von über „ihre“ Erfahrungen und vom bitteren Ende mit der Machtübernahme der Nazis. Dabei sucht sie Antworten auf die Fragen, warum nach einem Jahrhundert die Gleichstellung der Frauen immer noch nicht erreicht ist und was geändert werden sollte. Bereits 2016 war sie in dieser Rolle zu Gast in Bad Belzig.

Am 9. März um 18 Uhr erzählt sie dann die Geschichte „Der wahren Effi Briest“ im Bahnhof am Park in Wiesenburg.

Im Landratsamt in Bad Belzig wird am 8. März eine Ausstellung eröffnet. Sie beleuchtet Arbeit, Alltag und Rechte der Frauen. Bereits am kommenden Dienstag findet ebenfalls in der Kreisstadt, in der Gaststätte „Burg Eisenhardt“, eine Diskussionsrunde statt. Frauen unterschiedlichen Generationen möchten sich über ihre Erfahrungen zum Thema Geschlechtergerechtigkeit früher, heute und morgen austauschen.

Alle Veranstaltungen zur Frauenwoche gibt es im Internet unter http://www.potsdam-mittelmark.de

Von Victoria Barnack