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Potsdam-Mittelmark Fünf Millionen Euro für mehr Platz
Lokales Potsdam-Mittelmark Fünf Millionen Euro für mehr Platz
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01:43 22.02.2018
Der Haupteingang zum Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder – die Erweiterung soll im hinteren Teil erfolgen. Quelle: Jacqueline Schulz
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Werder

Mehr Platz zum Lernen, Essen und für Veranstaltungen: Für rund fünf Millionen Euro soll das Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder ausgebaut werden. Wie der 1. Beigeordnete, Christian Große (CDU), auf MAZ-Anfrage mitteilte, setzt die Verwaltung dabei zwei Beschlüsse der Stadtverordneten um. Einerseits geht es um vier bis fünf weitere Klassenräume sowie eine Aula, die gleichzeitig als Mensa genutzt werden soll. Die Stadtverordneten forderten im Juni außerdem, den jetzigen Speisesaal im Bestandsgebäude zu erweitern. Dazu soll die Verwaltung unverzüglich alles Erforderliche veranlassen. „Die Vorarbeiten zur Umsetzung laufen“, so Christian Große.

In einem der nächsten Schritte wird den Stadtverordneten ein Angebot für die Erweiterung mit Unterrichtsräumen und Aula vorgelegt. Das Planungsbüro PST mit Sitz in Werder hat dazu den Standort analysiert und schlägt drei Varianten vor. Die meisten Vorteile bringe Christian Große zufolge die erste, bei der der Anbau auf der gleichen Ebene mit dem Hauptgebäude steht. Weichen soll dafür ein Teil des Schulhofes neben dem neu errichteten Sportplatz. Es kann zentral an das Bestandshaus angebunden werden, wenn gewünscht auch überdacht, und wäre barrierefrei erreichbar. Außerdem müssten im Vergleich zu den anderen Varianten nicht so viele Bäume gefällt werden und auch die Parkplätze im Norden des Geländes könnten bleiben.

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Erste Variante offenbart die meisten Vorteile

Bei der zweiten Variante würde der Anbau weiter entfernt vom Schulhaus auf einer Anhöhe stehen, die derzeit Parkplätze für Schüler und Lehrer bietet. Die Zufahrt müsste aufwendig befestigt werden, damit Bau- oder Feuerwehrfahrzeuge gut herankommen. Das dritte Modell sieht den Anbau im Hang entlang der Straße Kesselgrund auf drei Ebenen vor. Das Gebäude wäre zweigeteilt in den Schulbereich und die Aula und könnte an den Nordflügel des Haupthauses auf Höhe der Chemie-Fachräume angeschlossen werden. Über einen Fahrstuhl wäre der Anbau barrierefrei zu erreichen. Nachteilig sieht das Planungsbüro zum Beispiel, dass Schüler und Lehrer zwischen den Gebäuden weite Wege zurücklegen müssten. Das gesamte Schulgebäude würde verlängert werden und so einen neuen Mittelpunkt bekommen. Letztlich müssten viele Bäume gefällt werden, was wiederum Ersatzpflanzungen nach sich zieht.

Alle drei Standorte könnten technisch umgesetzt werden. Auch aus pädagogischer Sicht sei nach Rücksprache mit der Schule die erste Variante mit dem Anbau auf dem jetzigen Schulhof am sinnvollsten. Zuerst aber soll in den nächsten beiden Jahren die Erweiterung der Mensa geplant und umgesetzt werden, wie Christian Große sagte. Auf Antrag der CDU-Fraktion fordern die Stadtverordneten ausdrücklich, dass dies zeitlich unabhängig, aber dennoch abgestimmt auf die Erweiterung des Gymnasiums geschieht. Die An- oder Neubauten sollen zusammenpassen und sich nicht behindern.

An der Erweiterung soll zwei Jahre gebaut werden

Einen parallelen Baubetrieb will die Verwaltung unbedingt vermeiden. Sobald der Speisesaal vergrößert ist, soll 2018/19 die Planung des Erweiterungsbaus mit der Aula, die in der Schule bislang gänzlich fehlt, und den Klassenräumen beginnen. „Die Umsetzung wird etwa zwei Jahre dauern und soll sich unmittelbar anschließen“, erklärte der Vize-Bürgermeister weiter. Nach aktuellem Stand werden beide Maßnahmen aus dem städtischen Haushalt finanziert.

Seit 1991 wird gebaut und erweitert

Im August 1991 begann der Unterricht am Ernst-Haeckel-Gymnasium mit den vierzügigen Klassenstufen 7 und 8 im alten Gebäude der ehemaligen Polytechnischen Oberschule.

Am 18. August 1993 wurde der Grundstein für den ersten der drei Bauabschnitte des neuen Gebäudes gelegt. Im Oktober 1994 sind im zuerst fertiggestellten Haus erstmals Schüler unterrichtet worden. Im Juni 1999 folgte die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes.

Mit dem Bau einer neuen Zwei-Felder-Turnhalle dort, wo der 2004 abgerissene Altbau ursprünglich gestanden hatte, wurde 2008 begonnen. Im November 2009 ist die Halle eingeweiht worden. 2015 folgte die neue Außensportanlage.

Die Schule hat einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Etwa 630 Schüler der Klassen 5 bis 12 werden von 42 Lehrern unterrichtet.

Von Luise Fröhlich