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Potsdam-Mittelmark Feuerwehr für mehr vorbeugenden Brandschutz
Lokales Potsdam-Mittelmark Feuerwehr für mehr vorbeugenden Brandschutz
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13:28 26.07.2019
Der Kiefernwald grenzt direkt an die Siedlung Klostersteig in Göhlsdorf. Auf dem Boden liegt Totholz. Quelle: Marion von Imhoff
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Göhlsdorf

Die Waldbrandgefahr steigt und wieder wüten mehrere Brände im Land Brandenburg. In Potsdam-Mittelmark herrscht am Freitag die zweithöchste Waldbrandwarnstufe. Vorbeugender Waldbrandschutz ist wichtiger denn je. Dazu zählt das Anlegen von Waldbrandschutzstreifen. Sie bilden eine Schneise von 15 bis 25 Metern entlang von Forsten. Direkt in den Wald ragt die Siedlung Klostersteig in Göhlsdorf. Die Kiefern neigen sich mit ihren Kronen teils bis in die Bäume der Gärten hinein. Nur ein schmaler Weg trennt den Wald von den Einfamilien- und Doppelhäusern.

„Ich habe hier wirklich Angst, dass hier mal der Wald brennt. Er grenzt so dicht ans Haus“, sagt Annette Schimke. Vor 21 Jahren zog sie in die Siedlung. „Damals waren die Kiefern noch ganz klein.“

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Wald-Sparziergänger mit Zigaretten

Seit einer Durchforstungsaktion vor einiger Zeit liegt Totholz im Wald. „Das ist doch gefundenes Fressen für Feuer“, so Annette Schimke. „Und ich sehe hier viele Hundespaziergänger, die trotz der hohen Waldbrandgefahr rauchend in den Wald gehen.“ Das beunruhige sie sehr, sagt die 57-Jährige. „Mit einem solchen Schutzstreifen könnte ich nachts ruhiger schlafen.“

Die Siedlung Klostersteig in Göhlsdorf ist direkt von einem Wald umgeben. Quelle: Marion von Imhoff

Nach Angaben von Jörg Dechow, Oberforstrat in der Oberförsterei Lehnin, regelt das Brandenburgische Waldgesetz das Anlegen von Waldbrandschutzstreifen. Danach „obliegt“ vorbeugender Waldbrandschutz wie das Anlegen und die Pflege dieser Streifen den Waldbesitzern. Dafür gebe es auch Fördermittel. Der Sprecher des Innenministeriums in Potsdam, Lothar Wiegand, sagt dazu: „Waldbesitzer sind zum Brandschutz verpflichtet.“ Es liege nicht im Ermessen des Waldbesitzers.

So muss ein Waldbrandschutzstreifen aussehen

Solche Schutzstreifen sind nach Angaben des Landesumweltministeriums 15 bis 25 Meter breit. Dort dürfen kein leicht brennbares Reisig und Dürrholz liegen. Junge Nadelbäume dürfen keine Äste unterhalb von vier Metern haben. So soll eine Feuerbrücke zum Ausbreiten eines Entstehungsbrandes verhindert.

Wundstreifen sind Bestandteil im Waldschutzstreifen und sind auf Traktorenbreite von brennbaren Material und humosen Boden freigehalten. Das soll das Durchlaufen eines Bodenfeuers verhindern.

Zwischen Nadelholzabschnitten sind als Waldbrand-Riegel 50 bis 300 Meter breite Laubbäume vorgesehen, in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Die sollen in besonders waldbrandgefährdeten Forsten angelegt sein.

Auch an Straßen wichtig

Frank Kliem, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg, begrüßt ausdrücklich das Anlegen dieser Schneisen. „Diese Schutzstreifen sind anerkannte Mittel, um das unkontrollierte Ausbreiten eines Brandes zu verhindern, die uns als Feuerwehr sehr helfen“, so Kliem.

Dem Umweltministerium ist nicht bekannt, wie viele Kilometer Waldbrandschutzstreifen es landesweit gibt: „Dazu liegen uns keine Angaben vor“, so Sprecher Fabian Blöchl.

Potsdam-Mittelmarks Kreisbrandmeister Jens Heinze ist auf jeden Fall für mehr solcher Schutzschneisen entlang von Wäldern – insbesondere auch an Bundes- und Landstraßen, weil Brände durch herausgeworfene Zigaretten entstehen könnten. Heinze kritisiert: „Eine Verbesserung bei der Anlage von Waldbrandschutzstreifen ist nicht zu verzeichnen“. Grund dafür sei, „dass Waldbesitzer dies auf eigene Kosten und in eigener Verantwortung tun müssen und die Forstbehörden dies nicht mehr übernehmen können“, so Heinze.

Das sagt das Land

„Bisher wurde darauf gesetzt, dass Waldbesitzer Ihrer Verpflichtung zur Waldbrandvorbeugung nachkommen und gegebenenfalls dafür Fördermittel in Anspruch nehmen.“ Das teilt Fabian Blöchl, Sprecher des Umweltministeriums in Potsdam, mit.

Von Marion von Imhoff

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