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Potsdam-Mittelmark Satiregipfel à la Stahnsdorf
Lokales Potsdam-Mittelmark Satiregipfel à la Stahnsdorf
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10:33 04.04.2018
Sie werden in Stahnsdorf posthum für ein Lächeln sorgen: Evelyn Hamann und Vicco von Bülow ehren Schule und Weg mit ihren Namen. Quelle: dpa
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Stahnsdorf

90 Einfamilienhäuser auf rund 500 Quadratmeter großen Grundstücken werden auf dem ehemaligen Kasernengelände entstehen - gleich unterhalb des im Sommer eröffneten Vicco-von-Bülow-Gymnasiums, das der Landkreis Potsdam-Mittelmark baute. Womit wir beim Thema wären. Vicco von Bülow, alias Loriot, geboren in Brandenburg an der Havel, starb 2011. Als Namensgeber ziert und ehrt er nun die neue höhere Lehranstalt in Stahnsdorf. Und da lag es offenbar nahe und den Stahnsdorfern zugleich am Herzen, die Verbindung zu seiner langjährigen Schauspielerkollegin herzustellen. Evelyn Hamann starb - viel zu früh - 2007. Mit unberührter Miene und hanseatisch-trockenem Humor hatte sie in den 70er Jahren insbesondere auch als Partnerin von Loriot Fernsehgeschichte geschrieben.

"Der Bürgermeister kam auf die Idee", bestätigte Hauptamtsleiter Steffen Weickert am Mittwoch das Ansinnen der Gemeinde. Und so entsteht mit Gymnasium und neuem Wohnviertel ein Kiez, bei dessen Besuch man sich unweigerlich an Frau Hoppenstedts "Jodeldiplom" oder die berühmte Szene mit der Nude. - "Sie haben da was!" - erinnern und insgeheim schmunzeln wird. Die Gemeindevertreter müssen freilich noch darüber abstimmen, ob der U-förmige Straßenzug im neuen Wohngebiet Evelyn-Hamann-Ring heißen soll. Für zwei Querstraßen, die er umkurvt, sind die Namen Joachim-Ringelnatz- und Erich Kästner-Weg vorgesehen. Nimmt man dann Heinrich Zille, der gern mit spitzer Feder und genialem Zeichentalent seine Umwelt karikierte, noch hinzu, so bahnt sich in Stahnsdorf ein echter Satire-Gipfel an. Ursprünglich sollte das Ost-Deutsche Komiker-Duo Herricht und Preil den Wohnstraßen ihre Namen geben. Im Bauausschuss einigten sich die Gemeindevertreter dann aber auf die beiden Schriftsteller und Humoristen Ringelnatz und Kästner, so Weickert.

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Dass die Namensfindung schon jetzt erfolgt, obwohl auf dem Areal an der Heinrich-Zille-Straße noch gar kein Bagger rollt, hat laut Weickert aber nicht nur einen humoristischen Hintergrund: "Es macht sich immer gut, wenn Straßennamen bereits beschlossen sind. Dann ist schon während der Bauphase die Zuordnung einfacher." Will heißen, der Bagger weiß, wo er schieben und schaufeln muss, etwaige Boten müssen nicht die Planstraße XY suchen, erklärt Weickert ganz sachlich. Wann die Bebauung des Areals der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) beginnt, war gestern dort nicht zu erfahren. Der städtebauliche Vertrag mit der Gemeinde, der auch Park und Spielplatz umfasst, ist allerdings schon unter Dach und Fach.

Von Konstanze Wild

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