Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark So lösen Berliner Stadtjäger das Wildschwein-Problem
Lokales Potsdam-Mittelmark So lösen Berliner Stadtjäger das Wildschwein-Problem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 01.03.2019
Stadtjäger dürfen ihr Gewehr nur im Ausnahmefall einsetzen. Kaninchen werden zum Beispiel mit Greifvögeln und Frettchen gejagt. Quelle: Frank Leonhardt dpa
Stahnsdorf

Nimmt die Gemeinde Stahnsdorf eine Vorreiterrolle in der Region ein und stellt einen Berufsjäger ein? Oder entscheidet sie sich dafür, dass ihr Gemeindejäger doch nur ehrenamtlich tätig sein soll? Welche Aufgaben genau sollen von ihm künftig übernommen werden? Diese Fragen sollen am Dienstag beim nicht-öffentlichen Expertengespräch zum Thema Wildschweine erörtert werden – klar ist, dass Stahnsdorf einen Gemeindejäger ernennen wird, denn diese Entscheidung wurde bereits vorige Woche von den Gemeindevertretern mehrheitlich beschlossen.

Während es in Brandenburg offensichtlich noch keine hauptberuflichen Gemeindejäger gibt, so finden sich doch ehrenamtliche in direkter Umgebung zu Stahnsdorf, etwa in Potsdam oder Berlin. In der Bundeshauptstadt sind etwa 30 von ihnen unterwegs, mit einem von ihnen hat die MAZ gesprochen. „Die Stadtjäger in Berlin sind Profis, da stellt man sich auf die Gegebenheiten ein“, sagt er und kritisiert die derzeit in Stahnsdorf und Kleinmachnow tätigen Jagdpächter und ihre Jäger.

„Das Problem dort ist hausgemacht“

„Das Problem dort ist hausgemacht. Sie sagen, die Schussabgabe ist im Siedlungsgebiet nicht möglich? Dann sind sie keine Profis.“ Berliner Stadtjäger schießen seit den 1990er Jahren in Wohnanlagen oder auf Friedhöfen, auf Sportplätzen und auf Privatgrundstücken. 500 bis 1000 Stück Schwarzwild werden im Jahr von den 30 Männern und Frauen erlegt, schätzt er.

Aufwandsentschädigung gibt es dafür keine. Zwar dürfen sie das Fleisch behalten und vermarkten, aber viel mehr als fürs private Umfeld bleibt da nicht. „Und das Verarbeiten vom Schwein kostet ja auch etwas.“ Um überhaupt schießen zu dürfen, müssen viele Sicherheitsauflagen erfüllt werden. Nötig sind Genehmigungen von den Bezirken und von jedem einzelnen Privateigentümer, auf dessen Fläche sie tätig werden sollen. „Jedes Mal muss ich mir einen Vordruck unterschreiben lassen.“ Auch regelmäßige Schießtrainings werden verlangt.

Lesen Sie mehr zu Thema:

„Der Zeitaufwand ist schon teilweise sehr enorm“, sagt er. Man steht 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr zur Verfügung – und das wird nicht gewürdigt.“ Neben der Jagd gehören auch die Beratung und die Begutachtung von Schäden zu den Aufgaben der Stadtjäger.

Und wenn ein Problem mit einem Wildtier auftaucht – ein verletzter Fuchs im Park, ein Reh an einer verkehrsreichen Straße oder ein Wildschwein im Garten – wird einer von ihnen gerufen. Außerhalb des Siedlungsgebietes sind die Berliner Förster zuständig.

Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras

Auch die passende Ausrüstung ist wichtig, Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras sind für eine sichere Jagd unverzichtbar, müssen aber auf eigene Kosten angeschafft werden. Geschossen wird auf maximal 25 bis 50 Meter, verwendet werden kleinere Kaliber, gerne bleihaltige Teilmantelgeschosse, da diese sicherer sind. „Sie zerbröseln und nur ein kleiner Teil kommt wieder heraus, Eisengeschosse gehen durch und bleiben ganz.“

Um sicherzustellen, dass nichts passiert, wird in der Stadt versucht, vor dem Schuss einen Kugelfang zu finden, falls das Geschoss doch durchgeht. „Die Tiere, die wir in Berlin erlegen, sind auf der Stelle tot. Weil wir sie treffen und außerdem das richtige Kaliber verwenden.“

Es ginge nicht darum, wildbretschonend zu schießen. „Ich will ja reduzieren“, benennt er das Hauptziel. Einige Flächen in der Hauptstadt sind derzeit sogar schweinefrei, ist er stolz – das sei aber nur möglich, weil sogar die „Streifenhörnchen“, also noch gestreifte Frischlinge, und Bachen geschossen werden. „Es ist nicht immer einfach – aber es funktioniert. Man muss nur dranbleiben.“

Von Konstanze Kobel-Höller

Strahlender Sonnenschein beim Umzug durch den Ort und großer Trubel bei der anschließenden Faschingsparty – die 16. Kinderkarnevalsparade in Lehnin war ein voller Erfolg.

25.02.2019

Diverse CDU-Ortsverbände rebellieren gegen ihren Kreisverband. Sie würden ihre Kreistags-Kandidaten zurückziehen, würde der CDU-Vorstand an der Kandidatur von Ex-AFD-Mann Steffen Königer festgehalten.

25.02.2019

Über die Fraktionen hinweg beginnen die Gemeindevertreter in Kloster Lehnin zu mosern. Sie fühlen sich von Bürgermeister Uwe Brückner schlecht informiert. Unter den Mitarbeitern im Rathaus macht sich Frust breit.

25.02.2019