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Potsdam-Mittelmark Genau das Gegenteil bewirkt
Lokales Potsdam-Mittelmark Genau das Gegenteil bewirkt
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11:10 19.02.2018
Der Windpark Feldheim-Nord bei Treuenbrietzen arbeitet bereits. Jetzt könnten in dem Gebiet womöglich weitere Anlagen wachsen. Quelle: Thomas Wachs
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Feldheim/Lüdendorf

Im Windpark „Feldheim Nord“ könnten womöglich jetzt noch mehr Windkraftanlagen errichtet werden, als es der Bebauungsplan der Stadt Treuenbietzen für das Gebiet vorsehen sollte. Das schätzte Bauamtsleiter Christoph Höhne diese Woche in der Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung ein. Grund sei die knappe Ablehnung des Planwerkes durch die Stadtverordneten in ihrer Dezember-Sitzung.

Auf Kosten der Firma Energiequelle als Investor war an dem 67 Seiten umfassenden B-Plan seit 2010 gearbeitet worden. Der vom Regionalplan „Havelland-Fläming“ und auch vom Teilflächennutzungsplan „Windkraftnutzung“ der Stadt Treuenbrietzen gedeckte Windpark mit 13 Anlagen ist inzwischen längst genehmigt, gebaut und arbeitet bereits.

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Nun ging es noch um die Rechtskraft der Vereinbarungen. Der B-Plan sollte unter anderem regeln, dass Ersatzpflanzungen auf dem Territorium der Stadt erfolgen würden. Zudem begrenzte er die Zahl der Anlagen und legte den Abstand zur Ortslage von Lüdendorf auf mindesten 1500 Meter fest.

Investoren scharf auf neue Flächen

„Schon kurz nach Ablehnung des B-Planes haben wir jetzt den Eindruck, dass schon wieder Leute unterwegs sind, die sich freie Flächen sichern wollen“, sagte der Abgeordnete Werner Schlunke (BIV) aus Feldheim in der Ausschusssitzung. Neue Anfragen möglicher Investoren bestätigt auch der Bauamtsleiter. „Eine Ablehnung wird da schwer möglich sein. Laut Regionalplan sind noch viele Flächen da in dem Gebiet“, sagte Christoph Höhne. Er geht davon aus, „dass die Belastung nun größer wird und auch landwirtschaftlich genutzte Flächen jetzt wieder in den Focus rücken“, so der Ressortleiter.

Ablehnung hat Tür und Tor geöffnet

Einzige Möglichkeit für Kommunen, auf Planungen für Windpark Einfluss zu nehmen seien eigenen Pläne zur Flächennutzung und zur Bebauung, erklärte Höhne. Ansonsten gelten Windkraftanlagen als privilegierte Vorhaben und dürfen in den inzwischen von der Regionalplanung ausgewiesenen Eignungsgebieten relativ problemlos errichtet werden. In der Folge des abgelehnte B-Planes könnte es somit jetzt im Windpark Feldheim-Nord zur Ausnutzung der vollen Kapazität kommen, glaubt der Bauamtsleiter.

„Die Ablehnung des B-Planes hat jetzt wieder Tür und Tor geöffnet“, sagte Andreas Gronemeier (TBV). „Dabei wollten wir eigentlich einen Wildwuchs verhindern“, so der Ausschusschef.

„Wir lassen uns unsere Meinung aber nicht abkaufen“, sagte Detlef Höhne (Die Linke). Der Angeordnete aus Tiefenbrunnen plädierte abermals dafür, weitere Windräder im Umfeld der Stadt Treuenbrietzen abzulehnen. Als Kritiker fühle er sich aktuell aber an den Pranger gestellt, Chancen auf Einnahmen für die Stadt zu blockieren.

Von Thomas Wachs

26.01.2018
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