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Potsdam-Mittelmark Neue Wohnungen in alter Fabrik
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Wohnungen in alter Fabrik
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10:35 14.01.2015
Wenke Wegner hofft auf den Baustart im April. Quelle: Regine Greiner
Werder/Havel

Wo bis vor Jahren das Schaltgerätewerk Werder (SGW) noch Führertische für schnelle Züge produzierte, will die Genossenschaft "Uferwerk" bis Ende nächsten Jahres 50 Wohnungen für verschiedene Generationen bauen. Im Internet war die Genossenschaft mit inzwischen 76 Mitgliedern auf das Industriedenkmal am Zernsee unweit der Havelauen aufmerksam geworden, sagt Vorstandsmitglied Wenke Wegner auf Anfrage der MAZ.

Fabrikhalle wird abgerissen

Inzwischen ist das SGW von der Luisenstraße in die Petzower Straße umgezogen, hat am bisherigen Standort aber noch eine alte Fabrikhalle als Altlast abgerissen. "Wir haben das Denkmal und die Nebengebäude auf 17.000 Quadratmeter für drei Millionen Euro vom Eigentümer erworben, wollen 10,5 Millionen Euro investieren und 4900 Quadratmeter Wohnfläche schaffen", sagt Wegner. Wenn die Baugenehmigung vom Kreis vorliegt, sollen im April die Sanierungen im Klinkerbau beginnen, damit im Herbst die ersten Familien einziehen können.

"Fünf Prozent der Gesamtfläche wollen die künftigen Bewohner gemeinsam nutzen", sagt Wegner. "Unser Vorhaben ist sozial und ökologisch ausgerichtet. Es werden individuell gestaltete Wohnungen für die Mitglieder entstehen aber keine luxuriöse Anlage."Die künftigen Nutzer kommen laut Genossenschaft unter anderen aus Potsdam, Berlin, Hamburg und Freiburg. Auch kleine Hausgärten und ein Kaffee für Besucher und kleine Veranstaltungen sind vorgesehen. "Die vorgegebenen 75 Autostellplätze werden wir nicht komplett brauchen, denn wir setzen auf die gute Zuganbindung vom Bahnhof Werder gleich in der Nähe und auf ausgebaute Radwege", sagt Wegner. Mit den künftigen Bewohnern im Denkmal soll sich laut Wegner das Anwesen mehr öffnen, denn auf einen Teil des Zauns um das Gelände will man künftig verzichten.

Praxen wollen an den Standort

Doch nicht nur Wohnungen werden eingerichtet, Mitglieder wollen Praxen auf den 770 Quadratmeter großen Gemeinschafts- und Gewerbeflächen eröffnen. Zwei Stimmtherapeuten, ein Heilpraktiker und eine Hebamme haben schon ihre feste Absicht bekundet. Die Kulturwissenschaftlerin Wenke Wegner, Mutter von drei Kindern, freut sich, dass es gleich in der Nähe einen Waldorfkindergarten mit Schule gibt. Auch verfolgt man mit Interesse, den Fortgang der Arbeiten in der Blütentherme und hofft, dass sie in diesem Jahr auf jeden Fall fertig wird.

Leben in Gemeinschaft

Im Industriedenkmal des Schaltgerätewerkes Werder (SGW) am Zernsee in Werder werden nach der Sanierung und dem Neubau annähernd 90 Erwachsene und 50 Kinder vom Säugling bis zum 70-Jährigen in einzelnen Wohnungen oder in Gemeinschaft leben.

Die Finanzierung des Vorhabens für 10,5 Millionen Euro ist nach Angaben der Genossenschaft in Zusammenarbeit mit Kreditinstituten gesichert. Aller Voraussicht nach muss jedes Mitglied 550 Euro je Quadratmeter Wohnfläche einbringen und ein Nutzungsentgelt von 10,50 Warmmiete zahlen.

Fünf Prozent der genutzten Flächen werden gemeinschaftlich genutzt. Die sogenannte Küchengruppe besteht aus fünf Familien, die sich für eine eigenständige Wohnung aber eine gemeinsame Großküche entschieden haben. Das gesamte Mehrgenerationenprojekt mit Wohnungen auf dem einstigen Industriegelände besteht zu 40 Prozent aus jungen Familien.

Das SGW hat in Werder eine lange Tradition. Der Betrieb am Zernsee war unter anderem durch seine Luftfilter und die Führertische für den Zugbau international bekannt geworden. rg

Von Regine Greiner

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