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Potsdam-Mittelmark Gesamtschule: Eltern erhöhen Druck auf Politik
Lokales Potsdam-Mittelmark Gesamtschule: Eltern erhöhen Druck auf Politik
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17:30 05.01.2017
Grünes Licht für eine Gesamtschule in Treuenbrietzen wünschen sich viele Menschen der Fläming-Region. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Die Resonanz ist enorm. Binnen weniger Wochen nach einem Informationsabend haben mehr als 1300 Eltern und Bürger nun auch mit ihren Unterschriften deutlich gemacht, dass sie schnellstmöglich den Start einer Gesamtschule mit Abiturstufe in Treuenbrietzen erhoffen. 1100 dieser Bekundungen sind kurz vor dem Jahresende an den Kreistag übergeben worden.

„Die Unterschriftenlisten wurden uns förmlich aus den Händen gerissen“, erzählt Diana Specht, Elternvertreterin der Grundschule Treuenbrietzen. Mit André Biebow, dem Vorsitzenden der Schulkonferenz am Gymnasium, engagiert sich die Mutter zweier Kinder im Rahmen einer eigens etablierten Arbeitsgruppe gemeinsam mit Pädagogen und Vertretern der Stadt als Schulträger bereits seit 2014 für die schrittweise Umwandlung des kommunalen Gymnasiums „Am Burgwall“ in eine Gesamtschule.

Sie freuen sich über die positive Resonanz: Diana Specht und André Biebow werten die erfolgreiche Unterschriftensammlung für eine Treuenbrietzener Gesamtschule aus Quelle: Thomas Wachs

„Das freut und ermuntert uns schon sehr, dass wir soviel Zuspruch aus der gesamten Region erfahren“, sagt André Biebow. Dies zeige, dass diese Schulform, die den Weg zum Abitur in 13 Jahren und eine Differenzierung auch noch nach der zehnten Klasse möglich macht, „in der größeren Region sehr gefragt sein würde“, so Biebow. Demnach wurden Listen auch im Raum Jüterbog bis hin nach Luckenwalde sowie aus Wiesenburg angefordert. Allein aus dem Raum Brück kamen an die 100 Unterschriften. Große Nachfrage gebe es im gesamten jetzigen Einzugsgebiet des Gymnasiums, das traditionell bis in den Raum Niemegk, Borkheide und Brück sowie nach Blönsdorf in Teltow-Fläming reicht.

Keine Schule im Bestand gefährdet

Wie aus dem aktualisierten Konzept der Treuenbrietzener Arbeitsgruppe hervorgeht, wäre mit dem Standort der Gesamtschule in Treuenbrietzen, „keine andere Schule in der Region in ihrem Bestand gefährdet“, bekräftigt André Biebow. „Ein ergänzendes Angebot für die Region statt Konkurrenz ist Basis unseres Konzeptes“, sagt Diana Specht.

Der Start der Gesamtschule zögerte sich aufgrund bürokratischer Notwendigkeiten und politischer Abstimmungsprozesse bisher immer wieder hinaus. Inzwischen gehen die meisten Beteiligten davon aus, dass ein Start zum Schuljahr 2018/19 erfolgen könnte.

Der nächste Schritt ist die Sitzung des Kreisstages Potsdam-Mittelmarks im März. Dann soll dort über die Änderung des Schulentwicklungsplanes entschieden und ein Standort für die vom Kreistag prinzipiell bereits beschlossene neue Schulform gewählt werden.

Information direkt vor Ort

Im Treuenbrietzener Gymnasium informieren Lehrer, Schüler und Elternvertreter jetzt bei Schnuppertagen und einem Abend der offenen Tür über die Lernbedingungen sowie auch über das Konzept für den Übergang zur geplanten Gesamtschule mit Abiturstufe.

Der dritte Schnupperunterricht findet statt am 11. Januar. Dafür liegen 80 Anmeldungen vor.

Zum Informationsabend wird am 20. Januar, ab 18 Uhr, auf das Gelände des Gymnasiums eingeladen.

Auf dem Programm stehen Besichtigungen, kulturelle Darbietungen Informationsstände sowie kulinarische Angebote.

Nach dem Antrag aus Treuenbrietzen hatte sich wie berichtet nämlich auch die Stadt Brück dafür ausgesprochen, ihre Oberschule zur Gesamtschule zu entwickeln. Nach dem Beschluss des Kreistages vom Juni 2015 sollte dies zwischenzeitlich in einem Modellversuch an zwei Standorten in Brück und Treuenbrietzen geschehen. Ein gemeinsames Konzept kam jedoch nie zustande. Die Gespräche wurden abgebrochen. Nun ist wieder über zwei gesonderte Anträge zu entscheiden.

Klassen an Gymnasien vollgestopft

„Wir sollten nicht noch mehr Zeit ins Land gehen lassen“, sagt Diana Specht. „Rundherum sind die Klassen beispielsweise an den Gymnasien in Jüterbog oder Beelitz mit bis zu 30 Schülern vollgestopft“, sagt die Elternsprecherin. „Da könnte die Gesamtschule für Entspannung sorgen und gleichzeitig eine Schulform bieten, die in der Region noch fehlt, von vielen Eltern aber als ideal angesehen wird“, so Specht.

Für das neues Schuljahr mache sich in Treuenbrietzen Hoffnung breit, diesmal ohne Ausnahmegenehmigung noch einmal zwei neue siebte Klassen für das Gymnasium bilden zu können. „Es gibt allein hier in der Stadt einen starken Jahrgang der Grundschule mit guten Ergebnissen“, sagt Diana Specht. Zudem hätten die ersten beiden der insgesamt drei Tage des „Schnupperunterrichts“ am Gymnasium für jetzige Sechstklässler eine „Rekord-Nachfrage gezeigt“, sagt André Biebow.

Große Nachfrage für Gesamtschulen

Den Akteuren der Arbeitsgruppe in Treuenbrietzen schwebt für die Gesamtschule ab 2018 ein paralleler Start in der siebten und elften Klassenstufe vor. Damit soll auch für qualifizierte Interessenten aus Oberschulen der Region nach der zehnten Klasse ein Wechsel in die Abiturstufe ermöglicht werden.

Im Land Brandenburg wächst allgemein die Nachfrage für Gesamtschulen mit Abiturstufe stark an. Meist gibt es deutlich mehr Bewerber als Plätze. In Potsdam-Mittelmark gibt es sieben Oberschulen, acht Gymnasien und bisher je eine Gesamtschule in Kleinmachnow und Lehnin. Für die nördliche Region um Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf wird derzeit eine weitere neue Gesamtschule in Teltow erwogen. Auch darüber muss der Kreistag befinden. Als Alternative für den Weg zum Abitur gibt es bislang berufliche Gymnasien an Oberstufenzentren (OSZ) in Brandenburg an der Havel oder in Werder/Havel.

Von Thomas Wachs

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