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Potsdam-Mittelmark Eins vor Zwölf: Erster „Fridays for Future“ Klima-Protest in Teltow
Lokales Potsdam-Mittelmark Eins vor Zwölf: Erster „Fridays for Future“ Klima-Protest in Teltow
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11:32 29.11.2019
Eine bunte Truppe organisiert die erste Klimademonstration innerhalb der Fridays-for-Future-Bewegung in Teltow. Quelle: privat
Teltow

Wenn heute die Fridays-for-Future-Bewegung unter dem Motto #NeustartKlima zum vierten Mal weltweit zu Klimademonstrationen aufruft, ist erstmals auch Teltow mit dabei. Ein neu gegründetes überparteiliches Klimabündnis lädt vier Stunden lang zum Mitmachen ein – zunächst auf dem Marktplatz vor dem Rathaus und nach einem gemeinsamen Marsch auch vor der S-Bahn-Station auf dem Ahlener Platz. Dort ist die Schlussveranstaltung geplant.

„Wir müssen zeigen, dass es hier auch Leute gibt, die aktiv sind“, sagt die Stadtverordnete Ines Bonowsky (Linke), die zum Initiatorenkreis gehört, „natürlich wird von den Demos aus Berlin berichtet, aber selbst als Gruppe geht man dort unter. Niemand bekommt mit, dass Klimaschutz in Teltow auch ein Thema ist.“ So werde etwa von der Stadt ein Klimabeauftragter eingestellt, in vielen Anträgen der Stadtverordnetenversammlung geht es seit Monaten ebenfalls darum.

Weniger als 5 vor 12

Als Startzeit für die heutige Veranstaltung wurde ganz bewusst 11.59 Uhr gewählt. „Es ist eine Minute vor zwölf, nicht mehr fünf vor zwölf. Es muss etwas getan werden!“, sagt Bonowsky und hofft auf möglichst viele Teilnehmer und auch Redner. Ans Mikrofon treten darf in Teltow im Prinzip jeder, der sich inhaltlich positionieren möchte, Forderungen formulieren will oder Lösungen vorzuschlagen hat. Eine Rednerliste für dem Aktionstag gibt es noch nicht.

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Mit dabei wird auch ein kleiner Food-Truck mit veganen Süppchen sein und ein Bollerwagen mit Bioäpfeln direkt vom Bauern. Eltern mit Kinderwagen sind ausdrücklich eingeladen, heißt es in der Ankündigung: „Es geht schließlich um unsere Zukunft.“ Der eine oder andere Teilnehmer hat sogar angekündigt, als schützenswerte Tierart verkleidet zu kommen – das Programm könnte also bunt und unterhaltsam werden, kündigt Bonowsky weiter an.

Breite Unterstüzung von Initiativen

Auch in Kleinmachnow ist eine Demonstration geplant: Dort wird zu 9.30 Uhr auf den Rathausmarkt eingeladen. Die Veranstalter wollen sich außerdem nach der eigenen Veranstaltung auch noch der Teltower Protest-Gruppe anschließen, berichtet Bonowsky.

Als Initiatoren des Klimabündnisses tritt die Teltower Fraktion Grüne/Linke auf. Doch dem Veranstalterkreis haben sich mehrere andere Organisationen angeschlossen, so etwa die Parteipiraten Teltow, „Die Partei“ TKS, die Musikschule „The! Music School“, der Humanistische Verband Berlin Brandenburg, der Verein Sport und Spaß, die Jusos TKS oder die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus TKS/Zehlendorf“.

Erwachsene gegen Kinder und Jugendliche

Auch das Netzwerk Tolerantes Teltow folgte der Einladung durch die Initiatoren. „Wir haben in diesem Jahr mitbekommen, dass viele Leute feindlich gegen die Fridays-for-Future-Bewegung auftreten“, sagt Conrad Wilitzky vom Netzwerk, „es ist eine regelrechte Kampagne, bei der Fake-News, Agismus und Sexismus eine Rolle spielen.“

Als er schließlich gefragt wurde, ob sich das Netzwerk Tolerantes Teltow dem Klimabündnis anschließen wolle, habe er klar gesagt: „Wir sind eine überparteiliche Gruppe, wir engagieren uns sonst nicht zu tagespolitischen Themen. Aber weil wir mitbekommen haben, dass Intoleranz gegenüber Kindern und Jugendlichen laut wird, wollen wir uns hier auch engagieren.“ Seine Erfahrung: „Es geht uns darum, dass vor allem Schülerinnen diskriminiert werden, in erster Linie von erwachsenen Männern.“

Es geht um die Erhaltung der Demokratie

Als Beispiel erzählt er von einer Jugendlichen, die auf einer Klima-Demo in Potsdam von AfD-Anhängern bedrängt wurde. „Es geht uns nicht darum, das Klimapaket der großen Koalition zu bewerten oder ob die Fridays-for-Future-Bewegung richtig liegt. Unsere Aufgabe ist größer: Es geht um Demokratieerhalt“, sagt Wilitzky. Er spricht von einem Konflikt zwischen den Generationen: Die Jüngeren hätten Angst um ihre Zukunft, die Älteren, dass alles teurer werden könnte. Beide Sorgen seien berechtigt. „Aber inzwischen mischen sich leider Extremisten darunter.“

Nach dem der heutigen Demonstration soll es für das Teltower Klimabündnis weitergehen. Themenabende, Filmvorführungen und weitere Kundgebungen sollen organisiert werden. „Bei dieser ersten Veranstaltung ging es ja noch etwas hektisch zu“, räumt Bonowksy ein. So wurde etwa bei der polizeilichen Anmeldung der Demo anfangs irrtümlich angegeben, dass nur drei bis 25 Personen erwartet werden. „Das sind ja schon wir allein“, amüsiert sich die Linke über den Anfängerfehler, „jetzt werden wir in Ruhe gemeinsam darüber beraten und planen.“

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Von Konstanze Kobel-Höller

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