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Potsdam-Mittelmark Goldene Brezel für den Lütter Landbäcker
Lokales Potsdam-Mittelmark Goldene Brezel für den Lütter Landbäcker
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00:28 18.01.2015
Eine echte Brezel für Edgar Albe. Die goldene gibt es bald in Berlin. Quelle: C. Nack
Lütte

Dieses Qualitätssiegel des Bäckerei- und Konditoren-Landesverbandes Berlin-Brandenburg wird am kommenden Montag auf der Internationalen Grünen Woche an 23 Handwerksbäckereien verliehen, davon sind vier aus der Region.

„Ein Kollege aus Rehbrücke hat mich motiviert mitzumachen“, sagt Edgar Albe. Die „Goldene Brezel“ ist nicht nur ein Test für die Qualität der Produkte, sondern auch kompetente Beratung und Service werden überprüft. „Im November vorigen Jahres waren zwei Fachleute hier, haben sich alles angeguckt und Punkte vergeben“, erzählt der Lütter. Als vor Weihnachten die Bestätigung eintraf, sei er freudig überrascht gewesen. „Insgeheim habe ich darauf gehofft“, sagt der junge Bäckermeister. „Denn es ist ein Zeichen für die gute Qualität unserer Produkte und eine Anerkennung für traditionelles Handwerk.“

Während er inzwischen alleine in der Backstube steht, sind Mutter Wiltrud und Schwester Ulrike für den Verkauf im Laden zuständig. Der 36-Jährige führt die Bäckerei Albe bereits in vierter Generation. Als sein Urgroßvater Ernst sie 1911 erwarb, betrieb er nebenbei noch ein bisschen Landwirtschaft und verkaufte ein paar Kolonialwaren.

„Die Vierer-Semmel machen wir noch“, erzählt der Nachfahre. Weil sie weich sind, finden sie selbst heute auch beim Schlachten zur Topfwurstherstellung Verwendung. Großvater Rudolf, der im Zweiten Weltkrieg ein Bein verlor, hatte den Familienbetrieb 1940 übernommen, nach dem Krieg ausgebaut und mit seiner Martha, die inzwischen 90 ist, das Angebot erweitert. „Mohnbrötchen und Knüppel gab es damals aber nur samstags.“

Vier Preise gehen in die Region

Die „Goldene Brezel“ wird in diesem Jahr an 23 Mitgliedsbetriebe des Bäckerei- und Konditoren-Landesverbandes Berlin-Brandenburg verliehen. Aus dem Innungsbereich Brandenburg/Belzig sind das außerdem die Bäckerei Mario Birth aus Wollin, die Bäckerei Schmidt aus Grebs und die Bäckerei Gericke aus Bad Belzig.
Das Qualitätszertifikat bedeutet Transparenz und Vorteile für den Verbraucher. Dazu gehören zum Beispiel die Gewährleistung traditioneller handwerklicher Herstellung der Produkte, die Einhaltung der bundesweiten Leitlinie für gute Lebensmittelhygienepraxis in der Bäckerei, kompetente Beratung und freundlicher Service im Verkauf.
Die Auszeichnung mit der „Goldenen Brezel“ findet am 19. Januar gegen 10.15Uhr auf der Bühne der Brandenburghalle 21a statt. Die Zertifikate werden von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger und dem Landesverbandsvorsitzenden Hans-Joachim Blauert überreicht.

1972 wurde ein Dampfbackofen installiert, der noch seinen Dienst tut. Vater Martin übernahm sechs Jahre später und brachte die Seezunge nach Lütte. „Die ist noch immer ein Renner, aber auch Hefekuchen vom Blech, Marmeladenecken und Apfeltaschen gehen gut“, erzählt Edgar Albe.

Der Blätterteig wird in Handarbeit hergestellt. Den Hefeteig bereitet er traditionell wie früher zu. Der Lütter habe inzwischen acht Sorten Brot vom Dinkel bis zum Vollkorn und 15 bis 20 Brötchensorten im Sortiment. Am meisten nachgefragt seien Roggenbrötchen und DDR-Schrippen, die jetzt 23 Cent kosten. Letztere sind knuspriger und der Rohling werde mit der Hand gedrückt. Auch Waren des täglichen Bedarfs sind im kleinen Laden nach wie vor zu haben.

2006 hatte die Lütter Landbäckerei in Bad Belzig eine Filiale mit fünf Angestellten eröffnet, aber vor zwei Jahren wieder aufgegeben, weil sie sich nicht mehr rentierte. Trotz Konkurrenz durch Großbäckereien ist Edgar Albe felsenfest davon überzeugt, „dass sich Qualität durchsetzt“. Sein Mehl bezieht er vom Mühlenbetrieb Rosenmüller aus Cammer.

Im Bäckerhandwerk erkannte der junge Mann seine Perspektive und im Familienbetrieb eine Chance, in der Region zu bleiben. Chef ist der 36-Jährige seit 2008, nachdem sein Vater die Backstube der Gesundheit wegen aufgeben musste. Was er seinem Beruf schätzt? „Abwechslung bei der Arbeit, das Handwerkliche, man kann kreativ sein etwa bei der Herstellung von Torten und hat im Winter immer eine warme Stube“, überlegt Albe. Und die Schattenseite? „Die Nachtarbeit.“

Von Claudia Nack

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