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Groß Kreutz Anwohner genervt von Raserei auf der L86
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Anwohner genervt von Raserei auf der L86
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15:38 23.04.2019
Jacqueline Bartz (l.) und Rosi Schlaghecken stehen am Rande der L 86 in Schmergow. Quelle: Luise Fröhlich
Schmergow

Wenn die schweren Laster durch Schmergow rollen, wackeln in so manchen Häusern die Gläser in den Vitrinen. Morgens gegen fünf Uhr geht das Gedonner los und hört meist erst nach 16 Uhr wieder auf. Zwar dürften die Lkw auf der Deetzer Chaussee, die zumeist von der Bauschuttdeponie kommen oder dorthin wollen, nur mit Tempo 30 fahren, doch daran halten sich die wenigsten, wie Rosi Schlaghecken berichtet. Seit Jahren versucht die 59-Jährige im Namen weiterer Anwohner gegen die Raserei anzukommen, bislang vergeblich. „Freitags ist es ganz extrem, da kommen manchmal drei oder vier hintereinander“, sagt sie.

Besonders laut ist es dann, wenn die Container leer sind und die Ketten gegen die Wände schlagen. Besonders gefährlich wird es, wenn sich zwei Laster begegnen und über den Fahrbahnrand auf die Wiese ausweichen müssen. Denn einen Bürgersteig gibt es in diesem Abschnitt der L 86 nicht. „Leute, die mit dem Hund in Richtung Feld oder zum Bäcker gehen, kommen da schon mal in Bedrängnis“, erzählt Jacqueline Bartz. Die 50-Jährige ist im Oktober 2015 aus Potsdam nach Schmergow gezogen und arbeitet im Schichtdienst. „Mein Bett und die Badschränke wackeln, wenn die Lkw vorbeifahren“, erzählt sie. Wie Familie Schlaghecken wohnt auch sie unweit des Ortsausgangs. Viele Fahrer würden sich mit überhöhter Geschwindigkeit ins Dorf rollen lassen oder sogar noch Gas geben, berichtet Jacqueline Bartz. Die Anwohner haben eine klare Forderung: „Wir wollen, dass geblitzt wird, und zwar öfter, und am besten über einen fest installierten Blitzer.“

Kein fester Blitzer im Ort geplant

Deshalb schrieb Rosi Schlaghecken mehrfach an Polizei und Landkreis. Wie Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert auf MAZ-Nachfrage mitteilte, hat die Verkehrsbehörde in den vergangenen drei Jahren dreimal in Schmergow einen mobilen Blitzer aufgebaut. „Insgesamt wurden neun Fahrzeuge festgestellt, die zu schnell unterwegs waren. Das waren alles Pkw“, sagt er. Kontrolliert habe der Kreis im Bereich Ortseingang aus Groß Kreutz kommend. Zuletzt sollte an einem Abend Anfang April gemessen werden, doch am möglichen Standort hätten Autos geparkt. Die Anwohner berichten, dass Tempokontrollen eher im Dorf auf Höhe der Kita durchgeführt werden würden. Hoffnungen auf einen festen Blitzer müssen sich die Schmergower nicht machen. Für den Ort sei keiner geplant, so Kai-Uwe Schwinzert.

Die Gemeinde Groß Kreutz (Havel) hat vor anderthalb Jahren erstmals den Verkehr auf der L 86 in Schmergow gezählt. Das Ergebnis: Täglich brettern rund 1100 Fahrzeuge durch den Ort, wovon etwa die Hälfte zu schnell unterwegs ist. Spitzenreiter war ein Autofahrer, der statt der erlaubten 30 Stundenkilometer mit Tempo 180 gemessen wurde. An den achteinhalb Tagen fuhren 1218 Lastwagen durch Schmergow, einige fuhren bis zu 15 Stundenkilometer zu schnell. Die Ergebnisse leitete die Gemeinde an Landkreis und Polizei weiter. Im Mai und September 2018 hatte die Polizei Tempo und Ladung der Lkw kontrolliert. „Das zeigt insofern sofort Wirkung, als dass sich die Lkw-Fahrer über Funk gegenseitig darüber informieren und dann entsprechend langsamer fahren“, berichtet Bürgermeister Reth Kalsow (CDU). „Man muss sagen, dass die Problematik in Schmergow noch nicht zu hundert Prozent geklärt ist.“

Grünstreifen vor dem Haus leidet unter Ausweichmanövern

Das sehen auch die Anwohner so. Vor zwei Jahren hatte Rosi Schlaghecken Unterschriften der Nachbarn gesammelt. „Irgendwie muss man die Leute doch dazu bringen, langsamer zu fahren“, sagt ihr Mann Walter. Denn die marode Straße sei nicht für den starken Schwerlastverkehr ausgelegt. Der Grünstreifen vor ihrem Haus hat sichtbar unter Ausweichmanövern gelitten. Und auch das Haus selbst weise inzwischen Risse auf. Um sich auf der Terrasse in Ruhe unterhalten zu können, haben sich die Schlagheckens für einen geschlossenen Wintergarten entschieden.

Sanierung soll noch in diesem Jahr beginnen

Die Sanierung der Landesstraße zwischen Groß Kreutz und Schmergow soll nach langem Hin und Her, wie berichtet, noch in diesem Jahr beginnen. Ursprünglich zählte die L 86 zum sogenannten „Grünen Band“ – einem Netz untergeordneter Straßen.

Mit dem geplanten Kapazitätsausbau der Deetzer Deponie kam der Stein vor einem Jahr ins Rollen. Bürgermeister Reth Kalsow wartet auf einen Zeitplan für die einzelnen Abschnitte vom Landesbetrieb Straßenwesen.

Von Luise Fröhlich

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