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Groß Kreutz Marode L 86: Der Ton der Ortsvorsteher wird rauer
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Marode L 86: Der Ton der Ortsvorsteher wird rauer
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11:49 25.07.2019
Mit Splitt und Bitumen wurde kürzlich die L 86 zwischen Groß Kreutz und Schmergow wieder einmal geflickt. Quelle: Rüdiger Böhme
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Groß Kreutz (Havel)

Die vor kurzem ausgeführte Oberflächenbehandlung auf der maroden Landesstraße 86 hat die Ortsvorsteher von Schmergow, Deetz und Krielow auf den Plan gerufen. So haben sich Reinhard Keding, Burghard Süring und Bernd Gebauer (alle IG Havel) in einem offenen Brief an die Staatskanzlei von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gewandt. Darin äußern die Kommunalpolitiker ihre Sorge, dass der eigentlich für 2019 angekündigte grundhafte Ausbau der Fahrbahn auf Dauer verschoben werden könnte.

Die Ortsvorsteher von Krielow und Schmergow Bernd Gebauer (l.) und Reinhard Keding. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Anders können wir die jetzige Flickschusterei auf dem betreffenden Straßenabschnitt nicht einordnen. Die Straße bleibt eben und wellig. Die Ränder bleiben instabil“, schreiben die drei Ortsvorsteher in ihrem Brief. Schon vor einigen Tagen hatte Schmergows Ortsvorsteher Keding gegenüber der MAZ von „rausgeschmissenem Geld“ gesprochen. Jetzt beklagen die Dorfchefs die „Straßenkosmetik“, die ungeeignet für den Lkw-Verkehr zur Bauschuttdeponie sei.

Auch an Blasig und Kalsow

Gleichlautende Briefe haben die Ortsvorsteher auch an Landrat Wolfgang Blasig (SPD) und Bürgermeister Reth Kalsow (CDU) verschickt. Unter anderem wird daran erinnert, dass die Gemeindevertretung ihre Zustimmung zur Verlängerung der Betriebserlaubnis der Deponie in Deetz vom Ausbau der Landesstraße 86 in diesem Bereich abhängig gemacht hat. „Dass unsere Gemeinde zur Entsorgung für das Land Brandenburg und Berlin herhält, finden Sie offensichtlich gut, aber wenn es um einen ordnungsgemäßen Straßenausbau geht, ziehen Sie seit Jahrzehnten die Köpfe ein“, heißt es wörtlich weiter.

Auch der Deetzer Ortsvorsteher Burghard Süring hat den offenen Brief unterzeichnet. Quelle: Rüdiger Böhme

Die Unterzeichner bringen ferner ihre Enttäuschung über die SPD-Landesregierung zum Ausdruck, die das Anliegen der Anrainerdörfer seit Jahrzehnten ignoriere. Die MAZ hatte über die kürzlichen Unterhaltungsmaßnahmen mit Splitt und Bitumen informiert. Auf Nachfrage hatte die Pressesprecherin des Landesbetriebes, Cornelia Mitschka, versichert, dass es bei einer grundhaften Erneuerung über sieben Kilometer bleiben solle. Allerdings erst 2020. Derzeit würden die Planungsunterlagen erarbeitet, heißt es vom Landesbetrieb. Anfang des Jahres war von einem Baubeginn noch in 2019 ausgegangen worden. „Uns können nur noch Taten überzeugen!“, schreiben die Ortsvorsteher an die Staatskanzlei.

Von Frank Bürstenbinder