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Groß Kreutz Die neue Macht an der Havel
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16:17 10.07.2019
Kommunalpolitiker der IG Havel vor dem Sporthaus in Deetz: Bernd Gebauer, Reinhard Keding, Angelika Fanselow, Thomas Keilholz, Hartmut Winter und Dennie Rufflett (v.l.) Quelle: Frank Bürstenbinder
Groß Kreutz (Havel)

„Über diesen Erfolg waren wir selbst überrascht“, erinnert sich Reinhard Keding an den Wahlabend des 26. Mai 2019. Der wiedergewählte Schmergower Ortsvorsteher verweist auf die erdrutschartigen Stimmengewinne der Interessengemeinschaft Havel (IG), die dem Zusammenschluss vier Sitze in der Gemeindevertretung von Groß Kreutz (Havel) bescherte.

Verstärkung im Gemeinderat

Die letzten fünf Jahre war Keding Einzelkämpfer der IG im Gemeindeparlament. Nun sorgen auf einen Schlag die drei Deetzer Frank Birkholz, Dennie Rufflett und Burghard Süring für Verstärkung. Der neue Krielower Ortsvorsteher Bernd Gebauer spricht von einem „Achtungszeichen“ für die etablierte Kommunalpolitik. „Mit diesem Wählerwillen können wir den kleinen Ortsteilen künftig mehr Gewicht verleihen“, ist Gebauer überzeugt.

In Bochow wurde Rüdiger Sachtjen zum Ortsvorsteher wiedergewählt. Auch er gehört der IG Havel an. Quelle: Luise Fröhlich

Auch auf Dorfebene hat die IG Havel zugelegt. Vier Ortsvorsteher regieren jetzt unter ihrer Flagge. Neben Keding in Schmergow und Gebauer in Krielow können Burghard Süring in Deetz und Rüdiger Sachtjen in Bochow ihre Ehrenämter weiter ausüben. In Götz schaffte Thomas Keilholz den Sprung in den Ortsbeirat. In Jeserig, Groß Kreutz und Schenkenberg ist die IG nicht vertreten.

IG sorgt für frischen Wind

Das gute Abschneiden der IG ist für den Götzer Keilholz ein Ergebnis der ortsübergreifenden Zusammenarbeit. „Mit uns wollten die Bürger frischen Wind in die Ehrenämter wählen“, ist Keilholz überzeugt. Obwohl Götz in der Ortsteilfamilie von Groß Kreutz (Havel) bei der Ausweisung von Bauland vergleichsweise gut da stehe, gelte es einige Hausaufgaben zu machen, für die er sich zusammen mit dem Ortsbeirat unter Ortsvorsteherin Renate Dannenberg (Götzer Wählerliste) einsetzen wolle. So müsse das Kriegerdenkmal in einen würdigen Zustand versetzt werden. Auch sollte endlich auf dem Friedhof die Möglichkeit für anonyme Bestattungen geschaffen werden.

Mit Burghard Süring stellt die IG Havel weiterhin den Ortsvorsteher von Deetz, einen von vier IG-Gemeindevertretern und sogar ein Kreistagsmitglied. Quelle: Rüdiger Böhme

Fehlende Bauplätze für junge Familien ist ein häufiger Kritikpunkt. „Hier muss die Verwaltung mehr für uns kämpfen“, meint Schmergows Ortsvorsteher Keding. Die Hoffnungen ruhen auf einen Bebauungsplan, der noch 2019 auf den Weg gebracht werden soll. Zu den nächsten Herausforderungen zählt ein weiteres Flurneuordnungsverfahren. Das Kriegerdenkmal soll um die Namen der im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Schmergower ergänzt werden.

Theaterboot kommt

In Deetz schaffte es IG-Mitglied Hartmut Winter zwar nicht in die Gemeindevertretung von Groß Kreutz (Havel). Doch wolle er seine touristischen Erfahrungen künftig als Berufener Bürger in die Kommunalpolitik einbringen. Ganz neu in Deetz ist neben den traditionellen Backofenfesten der Besuch eines Theaterbootes am 10. August am Havelufer.

Bauland ist Mangelware

Für Krielow sieht Ortsvorsteher Bernd Gebauer derzeit zwei Großprojekte, deren Umsetzung zu begleiten ist: die Sanierung der Kirche und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Probleme: Auch in Krielow ist Bauland Mangelware. Der Bauhof müsst öfter zur Pflege öffentlichen Grüns im Dorf sein. Die derzeitige Flickerei auf der maroden L 86 ist für alle Kommunalpolitiker ein Unding. Sie fordern eine nachhaltige Deckensanierung, mehr Busse und zukunftsweisende Wohnformen für ältere Mitbürger in ihren Dörfern.

Von Frank Bürstenbinder

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