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Groß Kreutz Wolfgang Haak hat einen Planetenwanderweg nach Deetz entworfen
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Wolfgang Haak hat einen Planetenwanderweg nach Deetz entworfen
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18:00 23.11.2019
Wolfgang Haak ist der Erfinder des Weges, auf dem Ausflügler durch das Sonnensystem wandern können. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Groß Kreutz/Deetz

Nach dem Sonntagskaffee mal eben den Mars besuchen? Ein bemanntes Raumfahrzeug bräuchte von der Erde bis zum roten Planeten 15 Monate. Auf dem Deetzer Weg trennen beide Himmelskörper nur wenige Gehminuten. Selbst von der Sonne bis zu dem 1930 entdeckten äußeren Zwergplaneten Pluto schafft es der fitte Spaziergänger in einer Stunde. Es sind ja nur 3,4 Kilometer statt 30 Astronomische Einheiten. Wie das geht?

Unter Eichen und Rüstern

Wolfgang Haak (69) hat einen Wanderweg erfunden, der mitten durch unser Sonnensystem führt. Und zwar nicht im luftleeren Raum. Sondern unter herbstlich belaubten Eichen und Rüstern, vorbei an Weißdorn und Hagebutte, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Entlang eines uralten Bauernweges, der wahrscheinlich schon vor dem Chausseebau als kürzeste Verbindung zwischen Groß Kreutz und Deetz diente, führt seit wenigen Tagen ein Lehrpfad, wie es ihn in Potsdam-Mittelmark nicht noch einmal gibt.

Bauhof half beim Aufstellen

An zehn Stellen zwischen beiden Orten hat der pensionierte Lehrer aus Groß Kreutz maßstäblich Findlinge verteilt, die neben der Sonne die neun Planeten (mit Zwergplanet Pluto) samt ihren Monden repräsentieren. Die Namen arbeitete Haak mit einem Diamantschleifer auf die Oberfläche der Feldsteine ein. Hilfe beim Aufstellen der Findlinge am Wegesrand gab der Bauhof der Gemeinde Groß Kreutz (Havel).

Dieser Sonne können Wanderer ganz unbesorgt zu nahe kommen. An diesem Findling beginnt der Lehrpfad auf Groß Kreutzer Seite. Bis nach Deetz sind es 3,4 Kilometer. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Sowohl der Groß Kreutzer Ortsbeirat als auch der Bürgermeister Reth Kalsow fanden meine Idee gut. Ohne die kommunale Unterstützung wäre die Gestaltung des Weges so nicht möglich gewesen“, berichtet Haak der MAZ. Der mitten durch die Feldmark führende Deetzer Weg erwies sich deshalb als geeignet, weil er sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Zu jedem Steinplatz gehört eine Informationstafel, die Auskunft über die wichtigsten Eigenschaften des jeweiligen Himmelskörpers gibt.

Weg gut angenommen

„Jeder kann bei einer Wanderung selbst seine Kenntnisse über unser Sonnensystem überprüfen und auffrischen“, so Haak. Bereits bei der Übergabe der gestalteten Strecke machten sich über 50 Wanderer auf den Weg. Der Einstieg in das Universum der Spaziergänger kann sowohl von Groß Kreutz als auch von Deetz aus erfolgen.

Ankunft am Jupiter. Die vier kleinen Feldsteine um den Findling stehen für die Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Sonne als Zentralgestirn befindet sich gut 100 Meter links hinter dem Groß Kreutzer Bahnübergang. Am Deetzer Friedhof dagegen starten Ausflügler am Pluto-Stein. Einen Rundweg gibt es nicht. Der Rückweg ist aber problemlos möglich, denn Wanderer brauchen anders als Raumfahrer für ihre Transfers keine Rücksicht auf die Bahnbewegungen der Planeten zu nehmen. Die Feldsteine sind sogar fest im Boden verankert, um sie vor Diebstahl zu schützen.

Jahrelange Idee

Schon seit einigen Jahren trug sich der ehemalige Lehrer für Mathematik und Physik mit dem Gedanken einen Sonnensystem-Wanderweg anzulegen. „Ich werde bald 70. Deshalb wollte ich nicht länger mit der Umsetzung warten“, sagte Haak. Der Groß Kreutzer legte auf der Strecke außerdem zwei Bänke an.

Ganz in der Nähe des Jupiters hat Wolfgang Haak ein Insektenhotel aufgebaut. Quelle: Frank Bürstenbinder

So können Besucher zum Beispiel am Jupiter mit seinen vier großen Monden Io, Europa, Ganymed und Kallisto eine Rast einlegen und den Blick auf die freie Landschaft mit Feldern, Baumgruppen und Feuchtgebieten genießen. In der Umlaufbahn des größten Planeten im Sonnensystems sollen sich bald Hummeln, Wildbienen, Käfer und andere Krabbler in einem Insektenhotel wohl fühlen, das ebenfalls von Haak aufgestellt wurde. Der echte Gasriese ist dagegen bei einer mittleren Temperatur von minus 100 Grad für Menschen und Tiere wenig gastfreundlich.

Von Frank Bürstenbinder

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