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Groß Kreutz Landkreis kauft in Deetz ein Haus für Flüchtlinge
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Landkreis kauft in Deetz ein Haus für Flüchtlinge
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07:09 02.11.2019
Der Deetzer Ortsvorsteher Burghard Süring (Interessengemeinschaft Havel) sieht dem geplanten Zuzug von Flüchtlingen im Dorf gelassen entgegen. Quelle: Rüdiger Böhme
Deetz

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat ein Gebäude in Deetz gekauft, in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Das teilte Sozialdezernent Bernd Schade mit. Nach Angaben des Deetzer Ortsvorstehers Burghard Süring handelt es sich bei dem Gebäude seinen Informationen nach um ein Einfamilienhaus in der Konsumgasse. „Mehr als zehn Personen kann man da sicher nicht unterbringen“, schätzt er.

Zwist im Ort befürchtet er nicht: „Die Deetzer sind keine Revolutionäre oder Nazis. Ich sehe das Ganze sehr gelassen“, sagte der langjährige Ortsvorsteher am Freitag der MAZ. Überrascht sei er nur, dass der Landkreis in Deetz eine Immobilie für Flüchtlinge erworben habe. „Man weiß ja, das in Deetz nichts los ist. Und Busse nach Groß Kreutz zum Einkaufen fahren viel zu selten.“

Kreis muss mehr Geflüchtete aufnehmen

Das Deetzer Gebäude zählt zu den Immobilienankäufen des Landkreises für die Aufnahme von Flüchtlingen. Auch in Beelitz hat die Kreisverwaltung ein Gebäude erworben. Der Druck, weitere aus Krisen- und Kriegsgebieten geflüchtete Menschen aufzunehmen, ist groß.

Bei einer Bürgerversammlung in Kuhlowitz informierte der Landkreis über seine Pläne, das Asylheim im Dorf noch ein Jahr länger zu betreiben: Johannes Blatt vom Verein Soziale Arbeit Mittelmark, der Träger des Heims in Kuhlowitz ist, Vereinsvorsitzende Eveline Vogel, Sozialdezernent Bernd Schade und Landrat Wolfgang Blasig (v .l.). Quelle: Thomas Wachs

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark umfasst 8,6 Prozent der Bevölkerung im Land Brandenburg. Dementsprechend muss die Kreisverwaltung 8,6 Prozent der zugewiesenen Geflüchteten aufnehmen. Für das laufende Jahr sind das 841 Männer, Frauen und Kinder. Das teilten Landrat Wolfgang Blasig und Sozialdezernent Schade am Dienstagabend bei einer Bürgerversammlung in Kuhlowitz mit. Dort sind 90 Flüchtlinge in einer Wohnstätte untergebracht. „Wir hatten im vorigen Jahr pausiert, weil andere Landkreise mehr aufnehmen konnten“, so Schade. Er rechnet bis Ende 2020 mit insgesamt rund 400 Personen, die zusätzlich unterzubringen seien.

Heim in Kuhlowitz bleibt länger

Um Ärger mit Vermietern zu vermeiden, baut oder kauft der Landkreis jetzt Unterkünfte. So wurden in Werder und Michendorf neue Einrichtungen geschaffen. Am Flüchtlingsheim am Weitzgrunder Weg in Bad Belzig wird laut Schade eine Unterkunft neu gebaut, um 170 Personen am Standort unterbringen zu können. In Teltow seien 66 Plätze geplant. Das Flüchtlingsheim in Kuhlowitz soll bis Ende 2020 in Betrieb bleiben und damit ein Jahr länger als ursprünglich angekündigt.

Zuvor war die Aufnahmekapazität in Potsdam-Mittelmark zurückgegangen. So war auch ein Übergangswohnheim etwa in der Lehniner Waldsiedlung 2017 wieder geschlossen worden. Dort herrschten Hygienemängel. Zuletzt lebten dort 58 Männer, Frauen und Kinder. Die Bewohner zogen nach Werder und Michendorf. Eröffnet worden war das Heim 2015. Anfangs lebten dort knapp 100 Geflüchtete.

Von Marion von Imhoff/ Thomas Wachs

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