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Groß Kreutz Marten Hoffmann lebt für den Hip-Hop-Tanzsport
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Marten Hoffmann lebt für den Hip-Hop-Tanzsport
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20:58 25.06.2018
Marten Hoffmann (14) aus Krielow besucht die 9. Klasse am Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder. Quelle: Luise Fröhlich
Krielow/Werder

Bei seinem ersten Wettkampf vor sieben Jahren stand Marten Hoffmann allein auf der Bühne. Der heute 14-Jährige erinnert sich noch genau an den Kampf um die Norddeutsche Meisterschaft in der Potsdamer MBS-Arena und daran, wie er vor seinem eigenen Auftritt die anderen beobachtet hatte. Seine Konkurrenten zeigten sich vor ihrem eigentlichen Tanz in einer besonderen Pose, präsentierten sich dem Publikum. Marten kam auf die Bühne, ein kleiner niedlicher Junge, hob die Hand und winkte einfach in die Menge. Eine Minute lang zeigte er dann sein ganzes Können, spulte die immer und immer wieder trainierte Hip-Hop-Choreographie ab – und gewann. „In diesem Moment wusste ich, dass ich unbedingt weitermachen will“, erzählt der Gymnasiast.

Marten Hoffmann, Vize-Weltmeister im Hip-Hop-Tanz Quelle: Privat

Mittlerweile tanzt Marten nicht mehr solo, sondern in einer Gruppe oder „Formation“, wie es in der Fachsprache heißt. Der Krielower gehört den „Junior RokkaZ“ an, einer Teilgruppe des Potsdamer Vereins RokkaZ. Unterstützt wird dieser vom Tanzhaus Potsdam. Gründer Sven Seeger trainiert Marten seit etwa acht Jahren – und das ziemlich erfolgreich. Mit seiner Gruppe ist Marten im Mai Vize-Weltmeister bei den World Cheerleading Championships in Orlando geworden. Das nächste Ziel lautet jetzt, Europameister in der Altersklasse zwischen 12 und 16 Jahren zu werden. Dazu machen sich Marten und seine Gruppe am Wochenende auf den Weg nach Finnland.

Angeln hilft beim Entspannen

Seine Leidenschaft für das Tanzen entdeckte Marten früh: „Schon als kleines Kind war ich immer auf der Tanzfläche.“ Michael Jackson nennt er sein großes Vorbild. Der „King of Pop“ habe den Schüler sehr inspiriert. Zunächst suchte Marten gemeinsam mit seinen Eltern nach einem Verein oder einem Trainer, der Breakdance anbietet. Ein Jahr lang klapperte die Familie ganz Werder und Umgebung ab. Breakdance war nicht das Richtige für Marten: „Entweder es war mir zu spielerisch oder hatte für meinen Geschmack zu viel mit Musical zu tun“, erklärt der Neuntklässler. In Sven Seeger fand er damals noch bei den Linksfüßern in Potsdam endlich seinen Trainer und auch den Hip-Hop-Tanzsport.

Aktuell steht in Martens Wochenplan zweimal Tanztraining und einmal Akrobatik-Training. Dafür hat er sich entschieden, weil er in Saltos oder Kopfkippen besser werden will. Abgesehen von diesen fixen Terminen trainiert er zu Hause mit seinem Vater, der selbst Hobby-Rennradfahrer ist. Um zur Ruhe zu kommen, geht er gern mit ihm angeln. In jeder „sportfreien“ Minute arbeitet Marten für seine Schulnoten. Er besucht die 9. Klasse am Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder. „Manchmal ist es schon schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt er. Auch die Fahrten nach Potsdam oder von dort aus nach Hause, oft mit Bus und Bahn, fressen viel Zeit. In der Saison stehen am Wochenende für die Wettkampfvorbereitung manchmal Trainingstage an. Spontan mit Freunden treffen ist oft nicht möglich. „Aber es macht mir trotzdem viel Spaß“, betont Marten. In seiner Gruppe sind 22 Mädchen und Jungen. Fährt er zum Training, fährt er auch zu Freunden.

Zweimal den Arm gebrochen

Mit seiner Formation muss Marten beim Wettkampf in drei bis vier Minuten alles geben. Deshalb sind nicht nur Akrobatik-Künste und das Erlernen der Choreographie gefragt, sondern auch Ausdauer. „Das ist schon richtig anstrengend“, erklärt Marten. Die Choreographie wird beim Training innerhalb einer Saison entwickelt und eingeprobt. Punkte gibt es für die Choreographie selbst, für die Synchronität, in manchen Fällen auch für die Mimik, für das Outfit oder für die Musikauswahl. Am meisten Spaß bereitet Marten das Tanzen an sich. „Am schönsten ist das Gefühl, wenn man die Choreographie am Ende richtig gut kann. Ich habe wirklich den perfekten Sport für mich gefunden“, verrät der Tänzer.

Einen Tiefpunkt erlebte Marten im vorigen Jahr, als er sich gleich zweimal den Arm brach. Das erste Mal stürzte er beim Schulsport am Barren und das zweite Mal beim Longboard-Fahren. Davon ließ er sich aber nicht beeindrucken: Mit gebrochenem Arm trat er bei der Weltmeisterschaft im Frühjahr 2017 an und ging mit dem vierten Platz nach Hause. Dass Marten den Hip-Hop-Tanzsport lebt, zeigt aber auch ein anderer Aspekt aus seiner Vergangenheit. Vor drei Jahren hörte er mit dem Solo-Tanzen auf, weil er sich selbst zu viel Druck gemacht hatte. „Ich musste mich irgendwann sehr motivieren“, sagt Marten. Deshalb musste eine Veränderung her. So kam er zum Tanzen in der Formation und ist damit sehr glücklich.

Bei der Europameisterschaft wollen die „Junior RokkaZ“ nun den Titel holen. Die Chancen stehen laut Marten nicht schlecht. Den größten Konkurrenten sieht er in der finnischen Heimmannschaft.

Mehrfach ausgezeichnet

Hip-Hop ist kein eigener Tanzstil, sondern setzt sich aus vielen Stilen zusammen. Diese entstanden hauptsächlich in den 1960er Jahren in den USA als Teil der Hip-Hop-Kultur. In den 1980er Jahren formierten sich die ersten professionellen Hip-Hop-Tanzgruppen.

RokkaZ e.V. wurde im Dezember 2009 gegründet. Derzeit trainieren die Mitglieder in vier Altersklassen. Der hauptsächliche Tanzstil ist Hip-Hop mit all seinen Facetten.

Der Verein und Trainer Sven Seeger sind bereits mehrfach für überzeugende Arbeit und herausragende tänzerische Leistung ausgezeichnet worden. Hauptsponsor ist seit 2015 „Das Tanzhaus Potsdam“.

Von Luise Fröhlich

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