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Groß Kreutz Oldtimertreffen in Schenkenberg: Chrom, Gummi und ganz viel Nostalgie
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Oldtimertreffen in Schenkenberg: Chrom, Gummi und ganz viel Nostalgie
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15:19 14.07.2019
Cornelia und Klaus Schröder aus Dessau mit ihrem amerikanischen Ford Model T von 1926. Quelle: Tobias Wagner
Schenkenberg

 Ein ganz Leckerbissen bot sich Freunden von historischen Fahrzeugen am Samstag in Schenkenberg, Ortsteil der Gemeinde Groß Kreutz. Hier fand zum fünften Mal das Traktoren- und Oldtimertreffen auf dem Festplatz der Gemeinde statt. Bei bestem Wetter bestaunten unzählige Gäste zwei-, drei- und vierrädrige Schätze und kamen dabei nicht nur ins Fachsimpeln, sondern vor allem eins- ins Schwelgen.

Impressionen vom 5. Oldtimer-Treffen in Schenkenberg.

„Alles, was hier ausgestellt wird, ist irgendwo auch Kulturgut“, sagt Lothar Beich, Organisator des Treffens. „So sind beispielsweise Fahrzeuge, die man zu DDR-Zeiten nicht wollte, heutzutage mittlerweile Kult.“ Beich, Mit-Initiator des ersten Schenkenberger Traktor und Oldtimertreffens im Sommer 2014, ließ es sich nicht nehmen und fuhr selbst mit dem Lanz Bulldog seines Schwiegersohnes auf das Festgelände.

Alter der Fahrzeuge ausschlaggebend

Der Traktor von 1940 erweckte schon von Weitem mit lautem Geknatter das Interesse der zahlreichen Gäste, die insgesamt rund 100 Fahrzeuge sahen. „Das einzige Kriterium für die Teilnahme an unserem Treffen ist, dass die Fahrzeuge mindestens 30 Jahre alt sein müssen“, so Beich.

Neben den üblichen Verdächtigen wie Trabant, Wartburg und Mercedes fanden sich auch unbekanntere KFZ-Modelle unter den ausgestellten Schmuckstücken. Eins hatten sie jedoch alle gemeinsam: Fahrzeuge wie ein Moscvic 408 von 1965 oder ein Saporoshez von 1973 blitzen in der Sonne, als wären sie gerade frisch vom Band gekommen.

Das galt auch für die ausgestellten Traktoren. Arbeitsmaschinen wie der Harz von 1957 aus dem VEB Schlepperwerk Nordhausen oder der Dreiseitenkipper Multicar M21 von 1962, auch bekannt als Dieselameise, boten einen kleinen Einblick in die Entwicklung der Landwirtschafts- und Industriefahrzeuge.

Ein Fest für Fans und Bastler

Gäste, deren Interesse jedoch eher den zweirädrigen Fortbewegungsmitteln galt, bot sich ebenfalls eine Menge zum Bestaunen. An den zahlreichen ausgestellten Motorrädern vom Typ Simson, Schwalbe und MZ kamen Fans und Bastler ins Gespräch.

Sogar ein Fahrrad schaffte es auf das Treffen. Das Rad des Typs 110 D der Firma Diamant, hergestellt für den Überseeexport, befand sich jedoch aufgrund seines motorisierten Antriebs in der richtigen Gesellschaft.

Besondere Aufmerksamkeit erregte zudem ein Gefährt, welches jedoch nicht aus heimischen Gefilden stammt: der Ford Model T des Ehepaares Schröder aus Dessau von 1926 war nicht nur das älteste Fahrzeug beim Treffen in Schenkenberg, sondern hatte mit seiner Heimat New York den wohl weitesten Weg hinter sich.

Klassikerkauf per Internet

„Das ist ein Freu-Dich-Auto: jeder, der es sieht, der freut sich“, sagt Klaus Schröder, der das Gefährt über das Internet in den USA erwarb. „Wir hatten bereits das selbe Auto, aber dessen Restaurierung hätte mehr gekostet als ein Neukauf.“

Mit über 50.000 hergestellten Fahrzeugen ist der Ford Model T zwar kein seltenes Auto, der Vorteil sei jedoch die hohe Verfügbarkeit von Ersatzteilen. „Man kann noch eine Menge selbst machen an so einem alten Fahrzeug“, so der 67-jährige Autoliebhaber, der bereits 2018 am Trecker- und Oldtimertreffen in Schenkenberg teilnahm.

Trotz Alter immer noch mackenfrei

Das Ehepaar besitze noch weitere historische Fahrzeuge vom Typ Mercedes und BMW, der Fahrspaß sei bei dem alten amerikanischen Wagen jedoch am größten. Schließlich schaffe der Ford immer noch jedes Jahr mehrere tausende Kilometer tadellos.

Zusätzlich zum Fahrgefühl sei an einem alten Fahrzeug jedoch vor allem eins essenziell: „Das wichtigste an einem Oldtimer ist die Frau“, so Schröder schmunzelnd. „Weil wenn diese das Auto nicht mag, dann hat man keine Freude an dem Fahrzeug.“ Er habe Glück gehabt: die Teilnahme am Trecker- und Oldtimertreffen im nächsten Jahr gemeinsam mit Frau Cornelia sei bereits geplant.

Von Tobias Wagner

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