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Groß Kreutz Rabenschwarzer Tag mit zwei Toten
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Rabenschwarzer Tag mit zwei Toten
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17:32 20.02.2019
Die Wucht des Aufpralls hat den Kleinwagen völlig zerstört. Ein Abschleppwagen lädt das Wrack am Abend auf.
Die Wucht des Aufpralls hat den Kleinwagen völlig zerstört. Ein Abschleppwagen lädt das Wrack am Abend auf. Quelle: Julian Stähle
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Mittelmark

Es ist ein rabenschwarzer Tag gewesen: Zwei tödliche Verkehrsunfälle erschüttern die Region. Am Dienstag starben binnen sechs Stunden zwei Männer. In Pritzerbe kam um 14.05 Uhr ein 78 Jahre alter Radfahrer aus Premnitz ums Leben. Ein erst 27 Jahre alter Mann starb um 19.30 zwischen Schenkenberg und Trechwitz. Er war mit seinem Auto gegen einen Baum geschleudert. Der Mann soll aus der Region stammen.

Der erste tödliche Unfall nahm an der Kreuzung Marzahner Chaussee, Bundesstraße 102 seinen Lauf. Ein 43-jähriger Mercedesfahrer kam aus Richtung Marzahne und wollte an der Ampel Richtung Brandenburg auf die Bundesstraße 102 abbiegen. Weil die Ampel auf Rot geschaltet war, hielt er zunächst an.

Verheerender Abbiegeunfall

Zwar nahm der Autofahrer nach Polizeiangaben den Radfahrer auf der gegenüberliegenden Straßenseite noch wahr, dachte jedoch, dieser wolle ebenfalls nach Brandenburg fahren. Tatsächlich aber überquerte der Radfahrer die Bundesstraße.

Der Autofahrer hat die Situation laut Polizeisprecher Daniel Keip nicht rechtzeitig erkannt und konnte weder ausweichen noch bremsen. Der Rentner wurde von dem Mercedes frontal gerammt, auf die Motorhaube geschleudert, schlug gegen die Windschutzscheibe und blieb bewusstlos auf dem Auto liegen.

Am Abend in Klinik gestorben

Der Unfallfahrer leistete sofort Erste Hilfe und alarmierte Polizei und Rettungsstelle. Ein Notarzt und das Team eines Rettungswagens rückten zum Unglücksort aus. Sie brachten das Unfallopfer ins Krankenhaus. Dort starb der 78-Jährige jedoch am Dienstagabend, ohne noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

Die Bundesstraße 102 war während der Unfallaufnahme für eine Stunde voll gesperrt.

Unfallauto ist völlig zerstört

Keine sechs Stunden später kam es an diesem schwarzen Tag zu einem weiteren tödlichen Unfall. Um 19.30 Uhr fuhr ein 27-jähriger Mann mit seinem Skoda aus Trechwitz in Richtung Schenkenberg. In einer leichten Rechtskurve fuhr er aus bislang unbekannten Gründen geradeaus und kollidierte frontal mit einem Straßenbaum. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Auto völlig zerstört.

Ein 27-Jähriger ist bei einem Unfall bei Schenkenberg tödlich verunglückt. Quelle: Julian Stähle

Der Fahrer wurde in seinem Auto eingeklemmt und erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.

Zwei Ersthelfer verletzen sich

Zwei Männer kamen kurze Zeit nach dem Unfall dazu. Sie bemerkten Rauch und versuchten noch, das Autowrack zu löschen. Dabei erlitten sie eine Rauchvergiftung. Einer der Männer musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Zur Unfallstelle eilten die Feuerwehren aus Schenkenberg, Jeserig, Götz und Groß Kreutz. 40 Kameraden wurden alarmiert, doch schnell war klar, dass nicht alle vor Ort gebraucht werden würden. Die Feuerwehrleute löschten den Brand und bargen den Fahrer aus dem Wrack. Ein Notarzt hatte zuvor den Tod des Mannes festgestellt.

20 Minuten dauerte Bergung des Opfers

Nach Angaben des Groß Kreutzer Gemeindewehrführers Kristian Titsch dauerte es etwa 20 Minuten, bis der junge Mann aus dem Wrack befreit war. „Die Auffindesituation des Unfallopfers war so, dass sofort klar war, dass kein Überleben mehr möglich war“, sagte Titsch.

Mittwochmorgen rief er den Jeseriger Wehrführer an, um sich zu erkundigen, „wie es den Kameraden geht“. Eine Betreuung durch ein sogenanntes Einsatznachsorgeteam aber sei nicht nötig gewesen. „Man redet ja über den Einsatz danach miteinander, damit nichts hängen bleibt“, sagt der erfahrende Feuerwehrmann zur Aufarbeitung solcher Unfalltragödien.

Polizei sucht Zeugen

Die Kreisstraße war bis 22.40 Uhr in beiden Richtungen gesperrt. Am Unfallort fehlten nach Polizeiangaben Bremsspuren. Die genaue Unfallursache muss nach Angaben von Polizeisprecher Daniel Keip noch geklärt werden.

Im Zusammenhang mit dem Unfall bei Pritzerbe sucht die Polizei noch nach Zeugen, um den Hergang klären zu können.

Zeugen werden gebeten, sich unter 03381-5600 oder www.polizei.brandenburg.de zu melden.

Von Marion von Imhoff