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Potsdam-Mittelmark „Größter Brand der vergangenen Jahre“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Größter Brand der vergangenen Jahre“
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10:51 24.08.2018
In der Nacht versuchten die Einsatzkräfte unermüdlich das Feuer einzudämmen. Quelle: Julian Stähle
Treuenbrietzen/Potsdam

Das Feuer, das Donnerstagnachmittag nahe Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) ausgebrochen war, ist noch nicht unter Kontrolle. „Ich habe nichts dergleichen von der Feuerwehr gehört“, sagte der Waldbrandbeauftragte des Landes Brandenburg Raimund Engel. Laut Engel hat es sich zum größten Brand der vergangenen Jahre in Brandenburg ausgewachsen. Ein Hubschrauber habe die Brandfläche vermessen und komme auf eine betroffene Fläche von 434 Hektar.

Im Gegensatz zu dem Brand in der Lieberoser Heide vor einigen Wochen stehe nun richtiger Wald in Flammen. Auch die Kronen hätten Feuer gefangen. „Da entsteht eine Eigendynamik. Das Feuer zieht Sauerstoff wie ein großer Ofen“, so Engel.

Seit Donnerstag kämpfen Feuerwehrleute gegen den Großbrand, der die Ortschaften Klausdorf, Frohnsdorf und Tiefenbrunnen bedrohte.

Deshalb könnten die Einsatzkräfte derzeit „nur eins machen: das Areal verlassen und außen Schneisen ziehen“. Dies geschehe derzeit. Die Kräfte, die die Nacht hindurch gegen die Katastrophe angekämpft hatten, sind laut Engel gegen 7 Uhr abgelöst worden.

Ortschaften nicht mehr unmittelbar bedroht

„Die Kameraden, die die Nacht über im Einsatz waren, sind k.o. Sie müssen sich ausruhen“, so Engel. Rund 550 Einsatzkräfte seien derzeit vor Ort.

Die evakuierten Ortschaften Tiefenbrunnen, Frohnsdorf und Klausdorf seien derzeit nicht mehr unmittelbar von den Flammen bedroht, so der Brandexperte. Zwischenzeitlich waren nach Polizeiangaben beide Wasserwerfer im Einsatz, die sonst Demonstrationszüge absichern. Helikopter von Land, Bundespolizei und Bundeswehr halfen ebenso und kippten Wasserladungen auf den brennenden Wald.

Wie rasant sich der Brand am Donnerstag ausbreitete, könne man an der Tatsache ablesen, dass die Flammen die Bundesstraße 102 zwischen Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) und Jüterbog (Teltow-Fläming) einfach „übersprungen“ hätten, so Engel.

Wetter ist keine Hilfe

Rund die Hälfte der Brandfläche gilt als Kampfmittelverdachtsfläche. Schon am frühen Donnerstagnachmittag hätten Feuerwehrleute gemeldet, dass Detonationen zu hören gewesen seien. Sie hätten sich deshalb zurückziehen müssen, sagte der Waldbrandbeauftragte.

Das Wetter hilft den Wehren nur wenig. „Die Prognosen, dass es regnen würde, waren nicht zutreffend – es kamen nur ein paar Tropfen herunter“, so Engel. Im Tagesverlauf sei nach jetzigem Stand ebenfalls nicht mit Niederschlag zu rechnen. Immerhin sei der Himmel bedeckt. Die Luftfeuchtigkeit der Nacht habe die Flammen etwas gedämpft, aber nicht entscheidend geschwächt, sagte Engel.

Im Fläming wütet seit Donnerstagmittag ein Großbrand. Der Qualm ist weithin zu sehen – sogar bis Luckenwalde.

Rauch zieht bis nach Berlin

Eine gewaltige Rauchfahne hatte bis in die Berliner Innenstadt für Geruchsbelästigung gesorgt. Wer im Umfeld des Brandorts liegenden Orten wohne und an Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen leide, müsse in jedem Fall vorsichtig sein, sagte Engel.

Die Löschkräfte wurden zwischenzeitlich von Kameraden aus dem sachsen-anhaltinischen Wittenberg unterstützt, aus Potsdam, Elbe-Elster, Oberhavel, Oberspreewald-Lausitz, dem Kreis Oder-Spree und dem Havelland seien ebenfalls Kräfte entsandt worden. Im Innenministerium ist laut Engel ein Koordinierungszentrum für Krisenmanagement hochgefahren worden. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat alle Termine für heute abgesagt.

Von Ulrich Wangemann

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