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Potsdam-Mittelmark Großbrand bringt Grundbuch durcheinander
Lokales Potsdam-Mittelmark Großbrand bringt Grundbuch durcheinander
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15:09 20.12.2017
In Niebel geriet nach einem Großbrand 1880 das Grundbuch erheblich durcheinander. Quelle: Stadtverwaltung Treuenbrietzen
Niebel/Lühsdorf

Komplett überarbeitete Grundbücher erhalten sollen möglichst bald zwei Treuenbrietzener Ortsteile. Für Niebel und Lühsdorf schlägt die Bauverwaltung ein aufwendiges Verfahren zur „Ortslagenregulierung“ vor. Das sagt Bauamtsleiter Christoph Höhne kürzlich im Ausschuss für Stadt- und Ortsteilentwicklung.

Hintergrund sind erhebliche Probleme mit der exakten Lage von Grundstücksgrenzen. Sie sind im Fall von Niebel nach einem Großbrand im Jahre 1880 erheblich durcheinander geraten. Das Feuer hatte das alte Dorf fast komplett vernichtet. Die Grundstücke waren sodann neu aufgeteilt, in den Grundbüchern aber nicht in jedem Fall korrekt zugeordnet worden.

Fördergeld muss erst noch beantragt werden

Die Kommune sieht nun die „öffentliche Hand in der Verantwortung, die für Grundeigentümer bei Bauprojekten mitunter sehr hinderlichen Probleme endlich mal zu lösen“, erklärte der Bauamtsleiter. So sei es für betroffene Hausbesitzer mitunter schwierig, Kredite oder Baugenehmigungen zu beantragen, wenn die Grundstücksgrenzen nicht eindeutig geklärt sind. Teilweise ragen private Bereiche in öffentlich genutzte Flächen für Gehwege, Rabatten und Straßen und umgekehrt. Ähnlich verzwickt ist die Lage in Lühsdorf.

In Niebel enden Grundstücksgrenzen mitunter auf dem Gehweg oder der Straße.    Quelle: Thomas Wachs

Für das Projekt zur Regulierung dieser Ortslagen möchte die Stadt Treuenbrietzen Förderanträge stellen. Schnelle Lösungen sind freilich nicht in Sicht. Immerhin müsse es Bewertungen, juristisch verbindliche Einigungen und komplett neue Vermessungen geben. Christoph Höhne rechnet dafür pro Ort mit einem Zeitraum von „mindestens fünf Jahren nach Zuwendung des Fördergeldes“. Das Thema soll nun zunächst mit den Ortsbeiräten beraten und später auch in öffentlichen Veranstaltungen an die Bürger herangetragen werden.

In Niebel sollten die Probleme bereits in Rahmen eines Förderprojektes zur Dorferneuerung geregelt werden. Dafür gab es 2004 erst Bestrebungen, dann aber kein Geld.

Ähnlich wie eine Flurbereinigung

Das Verfahren zur Ortslagenregulierung in Dörfern ist vergleichbar mit „Flurbereinigungsverfahren“ wie sie in der Land- und Forstwirtschaft zuweilen nötig sind. Im größeren Stil läuft ein solches Verfahren seit 2014 im Fläming in den Belziger Landschaftswiesen. Ziel ist es dort, Belange von Landwirtschaft und Naturschutz neu zu regeln.

Eine umfangreiche Flurbereinigung mit Tausch von Ackerflächen fand über Jahre zudem bei Dahnsdorf statt. Dort waren Flächen nach dem Bau der Umgehungsstraße der B 102 neu sortiert worden.

Von Thomas Wachs

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