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Potsdam-Mittelmark Große Künstler in kleinen Sälen
Lokales Potsdam-Mittelmark Große Künstler in kleinen Sälen
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02:15 18.01.2018
Buchhändlerin Michaela Loth und Optiker Stefan Fuhrmann holen mit ihrem Kulturverein bekannte Künstler nach Beelitz.
Buchhändlerin Michaela Loth und Optiker Stefan Fuhrmann holen mit ihrem Kulturverein bekannte Künstler nach Beelitz. Quelle: H. Helwig
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Beelitz

Der Verein der Freunde und Förderer der Künste in Beelitz holt in diesem Jahr wieder bekannte Namen in die Spargelstadt. Er hat Konzerte, Comedy, Lesungen und Puppenspiel zu einem spannenden Kulturprogramm für 2018 zusammengestellt. Wenn alles klappt, dürfen sich die Beelitzer und weitere Veranstaltungsbesucher beispielsweise vielleicht im Herbst oder Winter auf Bernhard Hoëcker freuen. Jazzlegende Günther Fischer wird Anfang Juli mit seiner Band in die Spargelstadt kommen, und die beiden unsterblichen Prager Marionetten Spejbl & Hurvinek werden zum krönenden Abschluss der diesjährigen Saison am 15. September nicht nur von den Kindern begeistert gefeiert werden.

Insgesamt 15 Veranstaltungen hat der Beelitzer Kulturverein bis Mitte September im Programm. Veranstaltungsorte sind traditionell der Festsaal des Tiedemann-Hauses, der Goethesaal in der Alten Posthalterei und natürlich der benachbarte Schmiedehof, der besonders in den Sommermonaten eine fast immer ausverkaufte Spielstätte ist. „Da kommen die Leute nicht nur wegen der Veranstaltung, sondern allein schon wegen des einzigartigen Ambiente“, sagen Buchhändlerin Michaela Loth und Optiker Stefan Fuhrmann vom Vereinsvorstand. Mit vier bis fünf weiteren Vereinsmitgliedern bereiten sie alljährlich noch in der laufenden Saison schon das Programm für das nächste Jahr vor – nach dem Feierabend oder an den Wochenenden. Der Schmiedehof feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum. Die Location gibt es seit zehn Jahren.

Den Auftakt in diesem Jahr geben am 24. Februar im Tiedemann-Haus die Komödianten Peter Sattmann und Reiner Schöne. Beide erzählen einen Abend lang ihre Lieblingswitze, ohne dabei auf die viel zitierte Gürtellinie zu achten, und lesen aus ihren heiteren Büchern. Ernster wird es aber am 17. März, wenn „Tatort-Rechtsmediziner“ und Bestsellerautor Joe Bausch aus seinem Buch „Knast“ zitiert. Im wirklichen Leben ist Bausch Gefängnisarzt. Er kennt sich also mit dem Bösen aus. Apropos „Tatort“: Auch Ex-Fernsehkommissar Charles Brauer soll Beelitz Anfang September einen Besuch abstatten.

Es ist nicht leicht, die großen Künstler in die kleinen Säle zu holen, sagt Loth. Manche Agenturen lehnen Auftritte ihrer Schützlinge vor weniger als 200 Zuschauern ab. Der Kulturverein ist froh, eine relativ große Agentur aus Bayreuth für eine Zusammenarbeit gewonnen zu haben. „Dabei ist Beelitz bei vielen Künstlern sehr beliebt. Einige wollen gern wiederkommen. Auch die Agenturen empfehlen uns schon untereinander weiter“, meint Loth.

Neu im Kulturleben der Stadt ist in diesem Jahr die erste Beelitzer Lachnacht. Mit dem Format unter jeweils lokalem Namen hat die Stadt Hennigsdorf (Landkreis Oberhavel) schon zweimal gute Erfahrungen gemacht. Moderator Atze Bauer – selbst Musik-Comedian und selbst ernannter „Liederchaot“ – bringt seine Kollegen Martin Sierp, Henning Schmidtke und Thomas Nicolai mit. Ausnahmsweise noch einmal im Programm ist Norman Keil. Das Publikum aus Beelitz, Potsdam, Berlin und sogar aus Sachsen-Anhalt wollte den Rocksong-Poeten aus dem vergangenen Jahr unbedingt wiedersehen.

Für die meisten der 25 Mitglieder des Kulturvereins ist es mitunter schon ein hartes Stück Arbeit, ihren Veranstaltungsbesuchern einen unbeschwerten Abend zu bieten. „Doch wenn wir anschließend noch ein wenig gemütlich beisammen sitzen und uns über die gelungene Veranstaltung freuen, sind die Mühen schnell vergessen“, sagen Michaela Loth und Stefan Fuhrmann.

Von Heinz Helwig