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Potsdam-Mittelmark Grüne Woche: Premiere für Rapsöl-Kreationen
Lokales Potsdam-Mittelmark Grüne Woche: Premiere für Rapsöl-Kreationen
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09:06 18.04.2018
Florian Schulze war kreativ und hat das Rapsöl neu erfunden. Quelle: Stefan Specht
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Rädigke

Zunächst war es zum Verschenken gedacht: Speiseöl aus Raps als Präsent für die Verpächter, die alljährlich auf dem Hof der Agrargenossenschaft „Hoher Fläming“ zusammen kommen. Der Erfolg stellte sich prompt ein und es wuchs buchstäblich die Nachfrage nach dem golden schimmernden Souvenir. In Zukunft kann es noch in Farbe und Geschmack veredelt werden.

Öl aus Raps herzustellen, ist schon seit mehr als zehn Jahren das Geschäft des Landwirtschaftsbetriebes. „Zehn Prozent der etwa 3300 Hektar werden damit bestellt. 30 Dezitonnen je Hektar sind der durchschnittliche Ertrag“, sagt Florian Schulze. Der süße Duft und das leuchtende Gelb der Blüten bestimmen im Frühjahr das Bild im Hohen Fläming. „Erfahrungen in Anbau, Ernte, Lagerung und Pressung gewährleisten ein zuverlässiges Produkt“, so der 30-Jährige.

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Eigentlich verantwortlich für die Schweinezucht im Unternehmen hat er sich die Entwicklung und Vermarktung des regionalen Produktes zur Aufgabe gemacht. Denn die ursprüngliche Verarbeitung zu einem Biokraftstoff lohnt heutzutage nur noch bedingt. Statt dessen wird seit 2012 in der gleichen Apparatur, aber zum Beispiel mit viel feinerem Filter und unter Beachtung zahlreicher Auflagen der Lebensmittelhygiene das Speseöl mit seinem mild-nussigen Aroma gepresst. Etwa 10 000 Flaschen pro Jahr werden bei Rewe unter der Marke „Von hier“ und bei Edeka sowie weiteren Händlern inzwischen verkauft.

Landrat am Sonnabend auf der Bühne

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark ist traditionsgemäß bei der Internationalen Grünen Woche mit einem Stand in der Messehalle 21a (Brandenburghalle) vertreten.

3500 Euro kostet die reine Standmiete für die Messezeit. Hinzu kommen Personal- und Nebenkosten.

Wie immer wird hiesigen Erzeugern tageweise die Möglichkeit eingeräumt, ihre Produkte zu präsentieren.

Das nutzen beispielsweise die Kräuterwerkstatt Heidi Knappe aus Stahnsdorf (21. Januar), Mosterei Ketzür (25. Januar) Hoffleischerei Ingo Kaplick aus Alt Bork (28. Januar). Hinzu kommen Schmuck aus Naturmaterialien von Inge Georgi aus Reetz-Mahlsdorf (22. Januar) und Reklame für das Kleinkunstwerk „Mühlenhölzchen in Bad Belzig (29. Januar).

Landrat Wolfgang Blasig (SPD) wird am Sonnabend, 21. Januar, vor Ort sein. Dann zeichnen Künstler aus der Spargelstadt Beelitz und der Gemeinde Schwielowsee obendrein für das Programm auf der Bühne verantwortlich.

Darüber hinaus sind Unternehmen aus Bad Belzig und Umgebung unter dem Dach anderer Interessenverbände präsent.

Nun freilich wird die Produktpalette um zwei neue Kreationen ergänzt. „Zum einen abgefüllt mit Chiliflocken und -schoten, zum anderen angesetzt mit frischem Knoblauch und getrockneten Knoblauchscheiben verfeinert. Etwa ein Dreivierteljahr ist an der Rezeptur getüftelt worden. Die Aufgabe lag maßgeblich in den Händen von Monika Hinze. „Immer wieder sind sechs bis zwölf Ansätze mit verschiedenen Zutaten und Mengen gewagt worden“, erinnert sich Florian Schulze.

Einen Spitzenkoch brauchte es allerdings nicht, um die Innovation für den Gaumen zu ermitteln. Doch geht es nicht allein um Geschmack, sondern auch Aussehen und Geruch wurden bewertet und protokolliert, ehe in Serie abgefüllt werden konnte. „Gerade was das Chili betrifft, war das ein Experiment.“ Ein renommierter Gewürzhändler aus Berlin hat schließlich noch entscheidende Tipps gegeben.

Nicht von ungefähr erfolgt die Präsentation der Speiseöle, die sich für Salatdressing, zum Backen und Braten eignen,nun auf der größt möglichen Bühne. Die Internationale Grüne Woche verspricht Zuspruch. Die Kundschaft, die mehr denn je auf regionale Produkte schwört, ist bereit, zu probieren. Gelegenheit hat das Publikum am Dienstag am Stand des Landkreises Potsdam-Mittelmark in der Brandenburghalle.

Wer im Hohen Fläming nicht auf das exklusive Geschmackserlebnis verzichten will, bekommt die Viertelliterflaschen vorerst im Hofladen Rädigke, im Rewe-Nahkauf Niemegk und im Hofladen der Agrargenossenschaft Rädigke.

Grüne Woche startet am Donnerstagabend

Die Grüne Woche in Berlin wird am Donnerstagabend von Debatten über mehr Tierschutz eröffnet. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) gibt am Abend den Startschuss zu der zehntägigen Schau der Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und des Gartenbaus. Bis zum 29. Januar werden 400.000 Besucher erwartet.

Vor dem Auftakt stellt Schmidt ein freiwilliges Tierwohlsiegel vor. Unternehmen, die damit für ihre Fleisch- und Wurstprodukte werben, müssen höhere Standards für eine artgerechte Haltung einhalten als gesetzlich vorgegeben. Verbraucher sollen so beim Einkauf entscheiden können, ob ihnen das mehr Geld wert ist.

Brandenburg ist mit 70 Unternehmen auf der Grünen Woche vertreten.

Internetseite der Grünen Woche >

Von René Gaffron