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Potsdam-Mittelmark Gute Perspektiven für Jugendliche im Fläming
Lokales Potsdam-Mittelmark Gute Perspektiven für Jugendliche im Fläming
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16:34 01.08.2017
Anja Jahn, stellvertretende Leiterin der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle in Bad Belzig.
Anja Jahn, stellvertretende Leiterin der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle in Bad Belzig. Quelle: Rene Gaffron
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Bad Belzig

Zu Beginn der Sommerferien hält die wirtschaftliche Konjunktur im Hohen Fläming an. Daher waren zum Ende des vergangenen Monats hierzulande lediglich 1459 Erwerbsfähige ohne feste Beschäftigung – 14 weniger als noch im Juni. Die Quote liegt damit weiter stabil bei 7,0 Prozent.

Das geht aus der am Dienstagvormittag veröffentlichten Statistik hervor. So erscheint die Entwicklung in Bad Belzig und Umgebung im allgemeinen Trend des Landes Brandenburg, wo dieses Mal ebenfalls eine unveränderte Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent zu verzeichnen ist.

„Der Unterschied zu den Zahlen des vergangenen Jahres ist erheblich“, macht Anja Jahn deutlich. Nach Einschätzung der stellvertretenden Leiterin der hiesigen Arbeitsagentur-Geschäftsstelle gibt es derzeit viel Bewegung auf dem Markt. Insgesamt handle es sich um ein nachhaltige Entwicklung. Das lasse sich zum einen am Bestand der Langzeitarbeitslosen ablesen – aktuell 633; vor zwölf Monaten noch 736. Zunehmend besteht Nachfrage aus Pflege- und Sozialberufen. Außerdem dauert Saisonbeschäftigung in der Landwirtschaft oder Gastronomie inzwischen länger als nur bis in den Frühsommer, wie die Expertin berichtet.

Ein weiterer Indikator ist die Entwicklung der Sommerarbeitslosigkeit bei Unter-25-Jährigen. 125 sind derzeit bei der Behörde gemeldet. Vor Jahresfrist waren es 59 mehr. „Ein Zeichen dafür, dass beispielsweise immer häufiger Lehrlinge direkt nach Abschluss der Ausbildung von den Unternehmen übernommen werden“, erklärt Anja Jahn.

„Es wird bedarfsgerecht ausgebildet“, bekräftigt Frank Liebig daher. Er unterstützt die Jugendlichen im Hohen Fläming beim Einstieg ins Berufsleben. Zumindest den Zahlen nach haben sie momentan beste Chancen. „Waren im Landkreis Potsdam-Mittelmark 1091 Ausbildungsplätze zunächst gemeldet, sind zu Beginn des Lehrjahres noch 519 Stellen unbesetzt“, sagt er. „262 Jugendliche suchen noch – das Verhältnis von 1:2 besteht wie im Vorjahr.“

Dennoch kommt nicht jeder Schulabgänger zu seinem Traumberuf. Im Hohen Fläming eher selten sind Offerten für Computerprogrammierer, aber schon Elektroniker oder Betriebstechniker sind gefragt. Erst recht bietet das traditionelle Handwerk viele Chancen. Wenn die Personalchefs landauf land ab die mitunter mangelhaften schulischen Leistung der Bewerber beklagen, so stellt auf dem Lande die fehlende Mobilität des Nachwuchses ein nicht minder großes Problem dar.

Dennoch werden gerade in diesem Monat noch einmal Anstrengungen unternommen, mit Flexibilität auf beiden Seiten noch Lösungen zu finden.

Von René Gaffron