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Potsdam-Mittelmark Hafeneröffnung ohne Nebengebäude
Lokales Potsdam-Mittelmark Hafeneröffnung ohne Nebengebäude
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18:07 08.05.2019
Der Hafen in Teltow ist prinzipiell fertig – es können Boote kommen. Dennoch will der Betreiber noch vieles tun. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

„Wir eröffnen am Sonntag in Teltow einen Hafen, der fertig ist“, stellt Hafenbetreiber Thomas Klemm (49) klar. „Die Leute haben einfach eine völlig falsche Vorstellung: Das wird kein Erlebnispark. Es ist und bleibt ein Hafen.“ Einer, bei dem drumherum allerdings noch eine Menge zu tun ist. Ab September sollen das Winterlager und das Verwaltungsgebäude gebaut werden. Die Radbrücke fehlt noch, der Travellift zum Transport der Boote, ebenso das Hafengebäude, in dem neben den Räumen des Hafenbetreibers und den Sanitäranlagen auch Gastronomie untergebracht werden soll. Derzeit gibt es eine Interimslösung aus Containern, ein Investor für das Gebäude wird noch von der Stadt gesucht. Notfalls muss Teltow selbst bauen. Wieso Klemm sich dennoch als Betreiber für den Hafen beworben hat? „Ich habe einen Winterlagerplatz für rund 60 Boote meiner Kunden meines Wannsee-Hafens gesucht und musste für den Rest auch ein Konzept vorlegen.“

Die ersten Hallen sollen noch vor dem nächsten Winter fertiggestellt sein, abhängig ist das von den Genehmigungen. Da mit Baubeginn erst im Herbst zu rechnen ist, gibt es vielleicht noch eine Zwischennutzung: „Rock am Kanal“ sucht eine neue Heimat, da das Festival wegen der nun angrenzenden Wohnbebauung nicht mehr auf dem Parkplatz am Zeppelinufer stattfinden darf. Das Konzert soll dieses Jahr am 31. August stattfinden. „Ja, es wurde für die Fläche angefragt, auf der künftig das maritime Gewerbe geplant ist“, bestätigt Klemm. „Ich stehe dafür zur Verfügung, solange sie nicht bebaut ist.“ Die Konzerte künftig im Hafen auf einer Plattform im Wasser abzuhalten, schließt er jedoch kategorisch aus. „Aber alles Weitere muss man noch schauen.“

Insgesamt sollen 6000 Quadratmeter Hallen gebaut werden, Klemms Gesamtinvestition beträgt rund 1,8 Millionen Euro. Auf seinem Areal werden auch Anbieter des maritimen Gewerbes zu finden sein, etwa ein Bootsbauer und ein Bootshändler. Zwei Charterunternehmen sollen zudem von Teltow aus Fahrten unternehmen: Ein niederländischer Verleiher will auf anfangs zehn, später 20 Booten von elf bis 14 Metern Länge jeweils vier bis acht Personen Platz bieten, ein brandenburgischer Charterer möchte Hybrid- und Elektroboote für maximal zwei Personen anbieten. Er startet mit zwei Booten und möchte auf zehn Stück aufstocken. Auch Kanus können geliehen werden, eventuell auch Tretboote.

Klemm kennt seine Zielgruppe ziemlich genau: Außer Radfahrern werde hier erst einmal keiner ankommen, denkt er. „Weil noch niemand weiß, dass hier ein Hafen ist. Das wird noch eine Weile dauern.“ Auch werde sich die Anzahl der Gastlieger in Grenzen halten, selbst wenn sie keine Hafengebühr, sondern nur einen Servicebeitrag für Müll, Strom oder Toiletten zahlen müssen. Auf dem Kanal würde sich meist Transitverkehr vom Wannsee zum Müggelsee bewegen und die Gebühren würden ohnehin üblicherweise nur 10 bis 30 Euro betragen. „Mit Geld lockt man keinen her.“ Auch am Tempelhofer Hafen würde nichts anhalten, so Klemm, der davon überzeugt ist, dass man Hafennutzer nur nach Teltow bekommt, wenn die Stadt Startpunkt eines Charterers wird. Durch diese Angebote rechnet er mit rund 80 Gästen pro Woche, die vielleicht auch einen Tag früher anreisen könnten. „Das würden wir mit Gastliegern nicht herbekommen.“ Als Mehrwert möchte Klemm den Chartergästen einen E-Bike-Verleih anbieten. Auch Gastronomie sei auf jeden Fall wichtig, da es immer schöner sei, am Wasser zu sitzen. Das habe aber nichts mit ihm als Hafenbetreiber zu tun. „Als Betreiber schafft man eine Infrastruktur oder verwaltet sie. Wirklich aktiv sind dann die Gastronomen, die Charterer und andere. Als Betreiber geht man ins Gesamtrisiko – und ob dann ein Angebot ausgebaut oder verkleinert wird, das zeigt sich.“ Klemm jedenfalls optimistisch: „Die Chance, dass es ein Misserfolg wird, ist arg gering.“ Wichtig ist Klemm, dass man in Teltow endlich von dem Begriff „Marina“ wegkommt. „Das suggeriert, dass viele Eigner jedes Wochenende mit ihren Booten rausfahren, dass es ein Sportboothafen einer bestimmten Größenordnung ist. Aber das kann es wegen seiner Größe und seiner Lage am Kanal nicht sein.“ Es würde sich eher um einen Stadthafen handeln, vielleicht einen Altstadthafen, das sei noch nicht festgelegt. „Das vermittelt viel mehr, was die Leute bekommen.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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