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Potsdam-Mittelmark Silbermeister kurbeln die Wirtschaft an
Lokales Potsdam-Mittelmark Silbermeister kurbeln die Wirtschaft an
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17:46 09.10.2018
Peter Janeck ist der Geschäftsführer der ESB - Elektro Service Brandenburg GmbH. Vor 25 Jahren legte er die Meisterprüfung ab. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Die Handwerkskammer Potsdam hat 600 Silbermeister aus dem Kammerbezirk ausgezeichnet. Einer von ihnen ist Peter Janeck (50) aus Brandenburg an der Havel. Auch der heutige Obermeister der Elektroinnung hat vor 25 Jahren seine Meisterprüfung abgelegt.

Drei weitere Brandenburger erhielten Ehren-Meisterbriefe. Über diese Auszeichnung freuen sich zudem 36 Handwerksmeister aus Potsdam-Mittelmark. Zu ihnen zählen der Maler- und Lackiermeister Carsten Stiehl aus Beetzsee, der Steinmetz- und Bildhauermeister Andreas Kahl und der Tischlermeister Bernd Tietz, beide aus Brück. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) überreichte 134 Handwerkern nun im Nikolaisaal in Potsdam den Silbernen Meisterbrief.

Von den 600 Handwerkern, die 1993 im Kammerbezirk ihren Meister machten, sind derzeit 230 Betriebsinhaber oder –leiter. Seit 1999 führt Peter Janeck seine Handwerksfirma, die ESB Elektro Service Brandenburg GmbH. Der Brandenburger Betrieb in der Geschwister-Scholl-Straße gewann bereits einen Bundespreis im Elektrotechnikerhandwerk. Begonnen hat der Peter Janeck als Lehrling im Stahlwerk. Seinen Betrieb gründete er anfangs mit drei Festangestellten. Heute beschäftigt die Firma 15 Männer und Frauen und bildet drei Lehrlinge aus. Die Aufträge kommen aus dem ganzen Land und Berlin. „Ich wollte immer selbstständig arbeiten“, sagt Peter Janeck. „Machst du es verkehrt, hast du die Verantwortung. Machst du es richtig, dann auch.“

Der Betrieb wartet Elektroinstallationen für Wohnungsgesellschaften und ist unter anderem spezialisiert auf Brandmeldeanlagen. 2004 bis 2007 seien schwierig gewesen, so Janeck. „Jeder hat jeden unterboten.“ Heute sei das Gewerbe im Aufwind, Aufträge müssten sogar abgelehnt werden. Sorge bereitet Peter Janeck der Fachkräftemangel: „Auf dem Bau sieht man nur über 45-Jährige. Es gibt dort kaum junge Leute.“ Es werde Jahre dauern, diese Lücke zu schließen. Ein Weg dahin sei, das Anheben des Lehrlingsgehalts. Ein Auszubildender verdient im ersten Lehrjahr 600 Euro und im dritten 700 bis 800 Euro. Brutto entspricht fast netto. Für seine eigenen Mitarbeiter hat Peter Janeck eine Betriebsrente eingeführt, in die er gestaffelt nach den Jahren des jeweiligen Anstellungsvertrages einzahlt. Die Jahre, in denen er selbst sieben Tage die Woche in der Firma gewesen sei, seien vorbei. Auf die 25 Jahre seit der Meisterprüfung ist Peter Janeck stolz: „Dass man es geschafft hat, trotz der Höhen und Tiefen.“

Ministerpräsident Woidke lobte in seiner Festansprache im Nikolaisaal die Meister: „Unser Handwerk ist mit fast 40.000 Betrieben und rund 160.000 Beschäftigten eine starke Säule der brandenburgischen Wirtschaft.“ Die aktuelle Wirtschaftslage habe sich im ersten Halbjahr 2018 nochmals verbessert. Brandenburg habe beim Wachstum dieses Zweiges Platz 3 im Ländervergleich erklommen. „Es lohnt sich, im Handwerk einen Betrieb zu gründen, zu übernehmen oder sich zu beteiligen“, so Woidke. Er dürfte damit Peter Janeck aus der Seele gesprochen haben.

Von Marion von Imhoff

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