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Potsdam-Mittelmark Kontrollgang auf dem Haveldeich: Unterwegs für den Hochwasserschutz
Lokales Potsdam-Mittelmark Kontrollgang auf dem Haveldeich: Unterwegs für den Hochwasserschutz
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13:23 09.11.2018
Lucilia Boll (l.) von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Potsdam Mittelmark protokolliert bei der Herbstdeichschau die Schäden. Quelle: Christine Lummert
Götz

In zackigem Tempo waren die Teilnehmer der Herbstdeichschau zwischen Gollwitz und Götz unterwegs. Eine gute Stunde nach Sonnenaufgang lichtete sich langsam der Morgennebel und die Sonne zeigte sich. Eigentlich ideales Wetter, um einen Blick in die umgebende Natur diesseits und jenseits des Haveldeiches zu werfen.

Auf der einen Seite lärmten die Kraniche in der Ferne auf den Feldern. Auf der anderen suchten Rehe am Flussufer zwischen Erlen und Pappeln lieber schnell das weite, als die ungewohnten Besucher mit schnellem Schritt vorbei liefen.

Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark lädt jeweils im Frühjahr und Herbst zur Deichschau. Dort werden Schäden zur Reparatur protokolliert, um den Hochwasserschutz zu erhalten.

Die Experten hatten allerdings nur den engen Blick auf den Damm unter ihren Füßen und hoch zu den Bäumen in unmittelbarer Deichnähe. Schließlich waren die Vertreter des Wasser- und Bodenverbands Nauen, der Gemeinde Groß Kreutz (Havel), der Unteren Wasserbehörden der Stadt Brandenburg und des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Sachen Hochwasserschutz unterwegs.

Jeweils im Frühjahr und im Herbst ruft der Untere Wasserbehörde des Landkreises die Mitarbeiter der zuständigen Stellen für eine Inaugenscheinnahme vor Ort zusammen.

Die Strecke ist rund fünf Kilometer lang

„Eine Gruppe geht die etwa fünf Kilometer weite Strecke auf dem Deich zwischen Gollwitz und Götz entlang, die andere kümmert zwischen Gollwitz und Schenkenberg um den Damm am Emsterkanal“, sagte Lucilia Boll, Mitarbeiterin in der Untereren Wasserbehörde, die alle auffallenden Schäden in einem Protokoll zusammenfasste. Am Nachmittag des Deichschau-Tages wurde auch am gegenüber liegenden Havelufer bei Roskow nach dem Rechten gesehen.

Die Deichanlagen sind Eigentum des Landesumweltamtes, mit der Pflege ist der Wasser- und Bodenverband Nauen beauftragt. Dessen Mitarbeiter halten das Grün auf dem Deich kurz und entkrauten den sogenannten Druckgraben, der auf der Binnenseite zur Entwässerung des Hochwasserdammes liegt.

Keine großen Unwetter in diesem Jahr

Viel zu notieren gab es für Lucilia Boll nicht. Der Sommer war heiß und große Unwetter haben dem Deich in jüngster Vergangenheit nicht zugesetzt. Das war vor etwa einem Jahr ganz anders. Sturm Xavier wütete und legte viele Bäume quer über den Havelradweg, der auf der auf der Krone des Deiches zwischen Gollwitz und Götz verläuft. In Ufernähe waren noch jetzt einzelne Bäume mit ausgehebeltem Wurzelteller zu sehen.

Einige Baumstümpfe mächtiger Pappeln, die direkt am Deich stehen, waren allerdings keine Sturmopfer. „Wir behalten den Baumbestand immer im Blick und die Pappeln hatten einfach ein Alter erreicht, in dem sie zur Herstellung der Verkehrssicherheit auf dem Deich zurück geschnitten werden mussten“, sagte Boll.

Bei Baumfällungen kann schon mal die Asphaltdecke des Havelradwegs in Mitleidenschaft gezogen werden. Mehr Probleme macht der Gemeinde Groß Kreutz (Havel), die für die Verkehrssicherheit auf dem beliebten Radweg zuständig ist, aber regelmäßig das Umkraut, das von unten durch den Asphalt nach oben drängt. Die kleinen Erhebungen in der Decke müssen dann herausgebohrt und wieder glatt verschlossen werden. Ebenso bricht an einigen Stellen das Bankett weg und muss hergerichtet werden.

Wühlmäuse haben den Deich nahezu verschont

Dagegen haben sich Biber, Bisamratten, Wühlmäuse, Wildschweine und andere Vierbeiner in Zurückhaltung geübt und den Deich weitestgehend verschont. Ganz am Ende der Deichschau, direkt an der Götzer Bungalowsiedlung an der Havel musste Lucilia Poll noch einen Protokolleintrag machen. Dort ist in den letzten Jahren der Baumbewuchs zu nahe an den Deichfuß herangerückt und muss jetzt wieder sukzessive zurück geschnitten werden, um weiterhin eine ordentliche Deichpflege zu ermöglichen.

Von Christine Lummert

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