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Potsdam-Mittelmark Höhere Beiträge: Keiner soll 2019 absaufen
Lokales Potsdam-Mittelmark Höhere Beiträge: Keiner soll 2019 absaufen
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10:35 31.12.2018
Grabenkrautungen gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Wasser- und Bodenverbände, die zum neuen Jahr ihre Flächenbeiträge angehoben haben. Quelle: Jens Wegener
Mittelmark

 Mit dem neuen Jahr erhöhen sich für viele Grundstücksbesitzer im Altkreis Brandenburg und in der Havelstadt die Kosten für die Gewässerunterhaltung und die Sicherung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses. Alles Aufgaben, die das Land den Wasser- und Bodenverbänden übertragen hat.

Millionen für Gewässerunterhaltung

Der Wasser- und Bodenverband Nauen unterhält 34 Schöpfwerke in Gewässern II.Ordnung und ein Schöpfwerk in einem Gewässer I. Ordnung. Dazu gehören unter anderem die Anlagen in Roskow und Weseram. Die gesamte Gewässerunterhaltung kostet in diesem Jahr rund 1,7 Millionen Euro.

Der Wasser- und Bodenverband Rathenow unterhält 15 Schöpfwerke und Gewässer II.Ordnung mit einer Länge von rund 1350 Kilometer, darunter viele Binnengräben. Das Verbandsgebiet erstreckt sich über rund 100 000 Hektar.

Die Einzugsgebiete der Wasser- und Bodenverbände wurden 2014 neu festgelegt. Flurstücksscharf ist jedem oberirdischen Gebiet ein Gewässerabschnitt zugeordnet, in dem die Entwässerung erfolgt. Vor allem im Amt Beetzsee gab es einige Wechsel zwischen Rathenow und Nauen. Dritter maßgeblicher Verband im Altkreis Brandenburg ist der Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau in Golzow.

Kloster Lehnin, Groß Kreutz (Havel) sowie die östlichen Teile des Amtes Beetzsee samt Seelensdorfer Forst und der Stadt Brandenburg gehören zum Einzugsgebiet des in Nauen ansässigen Wasser- und Bodenverbandes mit dem langen Namen „Großer Havelländischer Hauptkanal-Havelkanal-Havelseen“. Die Verbandsversammlung, die aus zahlreichen Vertretern der Mitgliedskommunen besteht, hat eine Erhöhung der Jahresbeiträge zum 1. Januar 2019 von bisher 9, 37 Euro auf 11,37 Euro je Hektar beschlossen.

Peter Hacke, Geschäftsführer Wasser- und Bodenverband Nauen. Quelle: privat

Zwei Euro mehr je Hektar bekommen vor allem Landwirtschaftsbetriebe und Eigentümer großer Waldflächen zu spüren. „Andererseits werden neuerdings die Kosten für die Betreibung von Schöpfwerken von öffentlichem Interesse auf alle Flächeneigentümer und nicht mehr nur auf die unmittelbar Bevorteilten umgelegt“, erklärte der Nauener Verbandsgeschäftsführer Peter Hacke die neue Beitragskalkulation. Außerdem seien noch Aufwendungen für die Unterhaltung wasserwirtschaftlich relevanter Stauanlagen berücksichtigt.

Satzung zugestimmt

Für den normalen Eigenheimbesitzer macht sich die Anhebung des Flächenbeitrages kaum bemerkbar. Dieser wird quadratmetergenau umgelegt und beträgt in diesem Jahr laut Satzung irrwitzige 0,001300 Euro je Quadratmeter. Macht bei einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück ein Beitrag von 1,30 Euro. Noch im alten Jahr haben auch die Gemeindevertreter von Groß Kreutz (Havel) einer aktualisierten Umlagesatzung zugestimmt. Wie Bürgermeister Reth Kalsow informierte, ist in dem Verbandsbeschluss gleich eine zweite Stufe der Beitragserhöhung eingearbeitet. So steigt die Umlage 2020 auf 11,51 Euro je Hektar, was für den Quadratmeter dann 0,001320 Euro bedeutet.

Neue Maschinen nötig

Ein anderer Grund für die Beitragserhöhung ist der Investitionsstau bei der Technik. Im letzten Sommer war der Böschungsmäher des Nauener Verbandes abgebrannt. „Eine neue Maschine kostet etwa 140 000 Euro“, informierte Geschäftsführer Hacke die Mitglieder. Außerdem schafft der Verband im neuen Jahr für etwa 300 000 Euro weitere Gerätschaften an. Gekauft werden ein Minibagger, ein Mobilbagger, ein Transporter und diverse Anbaugeräte.

Winfried Rall, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Rathenow. Quelle: Norbert Stein

Auch der in Rathenow ansässige Wasser- und Bodenverband „Untere Havel-Brandenburger Havel“ kommt mit seinen alten Beiträgen nicht mehr aus. Das bekommen dann Grundstücksbesitzer vor allem im westlichen Teil des Amtes Beetzsee, aber auch in der Gemarkung Mötzow, im Amt Wusterwitz sowie in Teilen der Stadt Brandenburg zu spüren. Zum 1. Januar steigt die Umlage von bislang acht Euro auf nun zehn Euro je Hektar. Auch die Rathenower legen alle Schöpfwerkskosten auf sämtliche Flächeneigentümer um.

Kosten können schwanken

Wie oft die Verbände die Pumpen einschalten müssen, um Acker, Grünland aber auch Siedlungsbereiche vor dem Absaufen zu schützen, hängt am Ende vom Wetter und den konkreten Wasserständen in den jeweiligen Einzugsbereichen ab. Beim Wasser- und Bodenverband Rathenow waren es in den zurückliegenden Jahren Kosten zwischen 50 000 und 230 000 Euro. „Für 2019 haben wir 125 000 Euro eingeplant. Dazu kommen 50 000 Euro für den Unterhalt von 500 Stauwerken“, so Verbandsgeschäftsführer Winfried Rall.

Von Frank Bürstenbinder