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Potsdam-Mittelmark Im Dezember will man baden gehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Im Dezember will man baden gehen
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08:56 30.08.2013
Quelle: Köster

Der stellvertretende Landrat Norbert Stein, Abgeordnete, Bürgermeister und Werderaner zeigten sich nach Verzögerungen erfreut über den Baufortschritt in den vergangenen Wochen. Ursprünglich sollte der 18 Millionen Euro teure Bau in den Havelauen bereits im Dezember 2012 fertig sein. „Die Auflagen der Umweltbehörden zum Schutz von Biber und Fledermäusen haben Zeit gekostet“, sagte Steinhart. Auch die notwendigen Bodenverdichtungen für das Fundament am Zernseeufer haben laut Nägele mehr Zeit als erwartet beansprucht.

Doch Bürgermeister Werner Große (CDU) zeigte sich gestern optimistisch, dass zum Jahreswechsel Werderaner und ihre Gäste im Blütenbad anstoßen können. Er stellte klar, dass die Stadt als Bauherr zwar einen Kredit von neun Millionen Euro aufnehmen musste und mehr als 30 Jahre jährlich 200 000 Euro einbringt. „Aber das gesamte Risiko des Badbaus liegt bei der Kristall AG.“ Große erwartet von der seit Jahren gewünschten Therme einen weiteren ganzjährigen Aufschwung für die Region, die Wirtschaft und den Tourismus.

Die Kristall Bäder AG, die nach eigenen Angaben unter anderem die Bäder in Bad Wilsnack und Ludwigsfelde erfolgreich betreibt, ist sich des Erfolgs des Blütentherme in Werder mit Saunen, Sportbad und Restaurant mit Seeblick gewiss. „Was wir uns in Bad Wilsnack und Ludwigsfelde erst erarbeiten mussten, ist im Erholungsort Werder schon da. Die Lage ist einzigartig und die Ausstattung wird königlich sein. Auch auf eine Parklandschaft im Außengelände können sich die Gäste freuen“, sagte Steinhart. Die Eintrittspreise für drei Stunden zum Beispiel werden nach seinen Worten bei etwa 14 Euro liegen. Das Sportbad in Werders neuem Stadtteil stehe montags bis freitags annähernd drei Stunden für den Schwimmunterricht der Schulen zur Verfügung. In Bad Wilsnack und Ludwigsfelde mit jährlich insgesamt 900 000 Gästen in den Thermen habe sich laut Steinhart die Zahl der Besucher in den Orten spürbar erhöht. „In Werder kann künftig das ganze Jahr über Saison sein“, sagte Steinhart. Unter dem Motto: „Jeder Besuch ein Fest“ will die Bäder AG die Werderaner und ihre Gäste aus dem Wohnzimmer und vom Sofa locken. Dabei sollen 100 neue Mitarbeiter, die in den nächsten Monaten angestellt werden helfen.

Doch bis dahin bleibt für die Bauleute noch viel zu tun. Auch wenn sie schon 1600 Tonnen Stahl und 9000 Kubikmeter Beton verbaut und 75 000 Kubikmeter Boden bewegt haben wie Frank Nägele gestern sagte. Das Bad wäre das schönste, das die Gesellschaft bisher gebaut hat. Und das nicht nur, weil Becken in Blütenform angelegt sind und man von der Panoramasauna einen herrlich Blick auf den Zernsee genießen kann.

Bevor gestern die Richtkrone aufgezogen wurde, erinnerte Bürgermeister Große an den Start für die Entwicklung der Havelauen 1994. „Wo wir heute feiern, Wohnungen und Gewerbeflächen entstanden sind, haben wir vor 19 Jahren die russischen Streitkräfte verabschiedet.“ Ein Teil der einstigen Kasernen wird von Investoren in den nächsten Monaten saniert, um 200 Wohnungen einzurichten. Am angelegten Stichhafen entsteht gerade die neue Uferpromenade, lassen Investoren 200 neue exklusive Eigentumswohnungen bauen. Die Nachfrage nach Wohnungen und Bauplätzen in den Havelauen ist noch einmal merklich gestiegen.

Dafür könnte auch das neue Einkaufszentrum gesorgt haben, auf das die Bewohner der Havelauen so sehnsüchtig gewartet haben. Gestern wurde es von der Antan Recona Investment GmbH & Co. KG offiziell eröffnet. Das Unternehmen aus Berlin hat mehrere Millionen Euro investiert und 6000 Quadratmeter Handelsfläche unter anderem für Norma, Sky, dm und Fachgeschäfte geschaffen. Es wird in den nächsten Monaten eine Tankstelle in Nachbarschaft zum Einkaufszentrum ansiedeln. Neben den erwähnten Eigentumswohnungen plant es auch eine Seniorenanlage mit 100 Wohnungen und Räume für Ärzte, die in den Havelauen eine Praxis einrichten wollen.

Apotheker Armin Heinrich dagegen konnte gestern im neuen Einkaufszentrum seine Blüten-Apotheke bereits eröffnen. Der Name ist in Werder kein unbekannter, denn Schwester Ulla Heinrich leitet die Linden- Apotheke im Werderaner Zentrum. „Ja, ich habe meiner großen Schwester nachgeeifert“, gesteht der junge Mann, der mit seiner Frau Kerstin und Töchterchen Charlotte schon bald nach Werder ziehen möchte. Sie waren natürlich gestern zur Eröffnung des Geschäfts erschienen, wo die alkoholfreie Blütenbowle unter anderem mit Melisse und Blüten von Studentenblumen außerordentlich begehrt war.

Zur offiziellen Eröffnung des Einkaufszentrums herrschte gestern auf dem Platz an der Straße zum Großen Zernsee 3 reges Treiben. Ein Textilanbieter übergab an Bürgermeister Werner Große einen Scheck in Höhe von 500 Euro für soziale Zwecke. Unter den zahlreichen Kunden waren aber nicht nur Besucher aus Werder, dem neuen Stadtteil Havelauen sondern auch aus den angrenzenden Ortsteilen hinter der Eisenbahnschranke.

 Martina Schneider : Ich bin erst im November von Potsdam nach Werder gezogen, musste also nicht lange auf die neuen Einkaufsmöglichkeiten warten. Ich finde toll, dass dm und Modegeschäfte hier sind. Aber immer werde ich hier wohl nicht einkaufen, weil mir das Einkaufszentrum zu steril ist.

 Heiko Insel: Als Familie mit fünf Kindern hätten meine Frau und ich uns noch mehr Angebote für die Kinder gewünscht, mehr Sachen zum Anziehen und Spielen. Wir wohnen in Derwitz, sind das erste Mal hier. Aber insgesamt finden wir es doch toll, das Einkaufen macht schon Spaß.

 info weitere Fotos unter www.MAZ-online.de/ richtfest

Von Regine Greiner

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