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Potsdam-Mittelmark Grundstückspreise nahe Berlin steigen extrem
Lokales Potsdam-Mittelmark Grundstückspreise nahe Berlin steigen extrem
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14:19 09.06.2019
Bauboom in Michendorf im Bahnstraßenviertel. Quelle: Jens Steglich
Teltow

Die Preissteigerung beim Kauf von Grundstücken in Potsdam-Mittelmark hält weiter an: Auch im Vorjahr stiegen die Bodenpreise im Berliner Umland um 23 Prozent sowie im weiteren Metropolenraum um neun Prozent, zeigt der nun veröffentlichte Grundstücksmarktbericht. Auch wenn 2018 zwar 185 weniger Käufe von Grundstücken, Häusern oder Wohnungen als im Jahr zuvor abgewickelt wurden, so stieg dennoch der Umsatz deutlich um 55,5 Millionen Euro. Anders gesagt: Die Kosten pro Quadratmeter steigen weiter. Lagen diese 2017 fürs Berliner Umland noch bei 204,4 Prozent vom Startwert im Jahr 2010, so ergaben sich fürs Vorjahr bereits 263 Prozent. Die weiter gefasste Metropolenregion liegt bei 188 Prozent, auch hier ist die Tendenz steigend. Und: Die verkauften Flächen werden immer kleiner.

3207 Hektar Grundstücksflächen verkauft in 3452 Kaufverträgen

„Im Berliner Umland stellt sich langsam die Normalität einer europäischen Hauptstadt ein“, kommentiert Wilk Mroß, Vorsitzender des Gutachterausschusses, die Entwicklung. Die Preise würden zwar zunächst noch weiter steigen, sich aber irgendwann einpendeln. Auf welchem Niveau, das traut er sich aber nicht vorherzusagen.

Vorsitzender des Gutachterausschuss Potsdam-Mittelmark: Wilk Mroß. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

3452 Kaufverträge für Flächen über insgesamt 3207 Hektar wurden im Vorjahr von den Notaren aus Potsdam-Mittelmark gemeldet – das sei mit Abstand die höchste Zahl in einem Landkreis in Brandenburg gewesen, so Mroß. Das Thema war eindeutig „Wohnen“: Bei den Käufen von Eigentumswohnungen gab es im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um neun Prozent, bei bebauten Grundstücken um vier Prozent. Alle anderen Grundstücksarten – unbebaut, land- und forstwirtschaftlich, sonstige – verzeichneten hingegen weniger Verträge als im Jahr 2017.

Die meisten Grundstücke in Werder verkauft

Hinsichtlich der Anzahl der verkauften Grundstücke stach dabei Werder hervor: Hier wurden insgesamt 370 Kaufverträge unterzeichnet, 120 davon für bebaute und 67 für unbebaute Flächen. Nur in Michendorf wechselten mehr Häuser den Besitzer, nämlich 121. Teltow hingegen zeichnete sich durch den Verkauf der meisten Eigentumswohnungen (150) im Landkreis aus. „Zu den Eigentumswohnungen habe ich vor Jahren noch gesagt, dass das für uns gar kein Thema jetzt – und jetzt sind sie zum Beispiel in Teltow ganz wichtig“, so Mroß. Im weiteren Metropolraum wurden vor allem in Brück eifrig Kaufverträge unterzeichnet: 279 Verkäufe gab es hier, gefolgt von Beelitz (243) und Kloster Lehnin (218).

Teures Kleinmachnow: 8,5 Millionen Euro für elf Grundstücke

Von insgesamt 737,7 Millionen Gesamtumsatz in Potsdam-Mittelmark (acht Prozent mehr als im Jahr zuvor) entfielen allein 141 Millionen auf Kleinmachnow (19 Prozent). Hier wurden etwa mit nur elf unbebauten Grundstücken 8,5 Millionen Euro eingenommen. Zum Vergleich: In Brück wurden 6,2 Millionen Euro mit 99 unbebauten Grundstücken umgesetzt. Jeweils 112 Millionen Umsatz wurden in den Städten Teltow und Werder (Havel) gemacht. Stahnsdorf liegt mit 77,5 Millionen Euro auf Platz vier. Im weiteren Metropolenraum konnte Beelitz mit 28,4 Millionen Euro Gesamtumsatz punkten, gefolgt von Groß Kreutz (24,9 Millionen) und Brück (23,6 Millionen).

Einfamilienhaus in Stahnsdor doppelt so teuer wie in Bad Belzig

Die Preisunterschiede lassen sich auch gut darstellen, betrachtet man die Quadratmeterpreise für ähnliche Objekte, etwa ein vor 1948 gebautes Einfamilienhaus mit mittlerem Modernisierungsstandard. In Bad Belzig bekommt man ein solches um 790 bis 1560 Euro, in Stahnsdorf muss man dafür 1780 bis 2900 Euro bezahlen – und in Kleinmachnow kostet der Quadratmeter 3570 bis 4860 Euro. Bei Preisen für Eigentumswohnungen sind die Unterschiede deutlich geringer: Auch wenn Werder mit 3070 Euro pro Quadratmeter, Teltow 3020 Euro und Kleinmachnow mit 3240 Euro aufscheinen – die Preise bewegen sich in ähnlichen Kategorien.

Gewerbeflächen auf dem Land sind weniger gefragt

Zwar verzeichnet die Weitere Metropolregion bei Wohn-Grundstücken nach wie vor Steigerungen, doch nicht bei Gewerbegebieten: Während im Umland unbebaute Grundstücke mittlerweile 131,1 Prozent des Startwertes aus 2010 kosten, musste im Metropolenraum ein konstanter Abstieg hingenommen werden: Hier werden nur 82,7 Prozent des Betrages von 2010 bezahlt. Mroß ist pessimistisch: „Irgendwann ist da wieder brandenburgische Landschaft.“ Er führt diese Entwicklung darauf zurück, dass Investoren lieber nahe der Autobahn und nahe der Mitarbeiter wären. „Eine Fachkraft kommt nicht nach Ziesar oder Bad Belzig – selbst wenn die Mieten dort günstig sind.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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