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Potsdam-Mittelmark Familienduell an der Wahlurne
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18:37 08.05.2014
Ehepartner und Wahlkonkurrenten: Melanie und Henning Balzer streben in Linthe in die Gemeindevertretung.
Ehepartner und Wahlkonkurrenten: Melanie und Henning Balzer streben in Linthe in die Gemeindevertretung. Quelle: A. Koska
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Linthe

Politikverdrossenheit sieht anders aus. Während in vielen Gemeinden im Fläming darüber geklagt wird, dass immer weniger Menschen bereit seien, sich als Kandidaten für Gemeindevertretungen und Ortsbeiräte zur Wahl zu stellen, ist das Ehrenamt der Kommunalpolitiker in Linthe äußerst begehrt. Vor dem Urnengang am 25. Mai ringen in dem zum Amt Brück gehörenden Dorf 36 Kandidaten auf fünf Listen um einen von zehn Plätzen in der neu zu besetzenden Gemeindevertretung. In den Ortsbeirat, dem drei Mitglieder angehören können, streben zudem elf Männer und Frauen.

Je nachdem, wie die Wähler entscheiden, könnte es passieren, dass die Hälfte der neuen Gemeindevertretung Balzer heißt. Denn von sieben erwachsenen Mitgliedern der Familie kandidieren fünf. Obwohl diese auf drei unterschiedlichen Listen zu finden sind, sei der Familienfrieden nicht in Gefahr. „Auf dem Land gibt es eben keine Parteipolitik, sondern gelebte Politik fürs Dorf“, sind sich Melanie und Hennig Balzer einig. Auch die beiden Ehepartner streben wieder Sitze in Gemeindegremien an. Er auf der Liste des Feuerwehrvereines und sie für die SPD. Darüber hinaus zieht es auch Henning Balzers Mutter Rosita ins Gemeindeparlament. Die 61-jährige Rentnerin kämpft – wiederum für die CDU – um Stimmen. Auch Henning Balzers jüngere Brüder – der 27-jährige Arne und der 38 Jahre alte Florian – stellen sich auf der Liste der Feuerwehr zur Wahl.

Wenn Familie Balzer gemeinsam am Tisch sitzt, wird schon mal über die Kommunalpolitik gestritten. „Was im Dorf passiert oder schief läuft, interessiert uns alle“, versichert Henning Balzer. Der 41-Jährige ist vor kurzem in den Ortsbeirat nachgerückt und kandidiert jetzt für die Gemeindevertretung und den Beirat. Ehefrau Melanie hat bereits eine Legislatur als Abgeordnete hinter sich. Auch sie strebt eine Wiederwahl an und tritt für beide Gremien an. Die 31-jährige Referentin von Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) wohnt seit ihrer Heirat vor zehn Jahren im Dorf. „Unsere SPD-Liste wird es nicht einfach haben“, glaubt die Kandidatin. „Wir haben drei Neubürger auf der Liste und ich bin auch nicht hier geboren“, sagt Melanie Balzer zu Gründen, die ihre Mitbürger womöglich stärker bewegen als Inhalte von Wahlprogrammen. Zumindest ihren Mann dürfte dies als gebürtigen Linther freuen. „Es nervt, wie es in der letzten Zeit hier gelaufen ist. Die Kungeleien müssen aufhören, ein frischer Wind ist notwendig“, sagt aber auch der Politikneuling. Neue Gesichter seien dafür nötig. Ein solches könnte es auch an der Spitze der Gemeindevertretung geben. Die langjährige Bürgermeisterin Ulrike Schübel kandidiert nicht erneut. So glaubten viele, dass der vor fünf Jahren in der Wahl unterlegene Pensionär Ottheiner Kleine rüschkamp der einzige Bürgermeisterkandidat werden sollte. Doch werden die Wahlberechtigten unter den rund 890 Einwohnern Linthes auch hier die Wahl haben. Katja Artz, eine 39 Jahre alte Mitarbeiterin von Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske (SPD) und Lebenspartnerin des Brücker Amtsdirektors Christian Großmann fordert den alteingesessenen CDU-Kandidaten heraus. „Wer ein frisches Gesicht in der Gemeindevertretung wünscht, sollte alle sieben Kreuze bei mir machen“, sagt die SPD-Kandidatin.

Ottheiner Kleinerüschkamp war nach der politischen Wende als Hauptamtsleiter in Brück tätig und gehört seit seinem Vorruhestand dem Kreistag Potsdam-Mittelmark an. Seit fünf Jahren ist der 64-Jährige Ortsvorsteher in Linthe. „Ich muss nicht gewinnen, aber ich engagiere mich gerne für Linthe, damit es sich lohnt, hier zu leben“, sagt er zu seiner erneuten Kandidatur.

Von Andreas Koska

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